Wie häufig ist Darmkrebs eigentlich? Die Zahlen sprechen für sich: 2023 erkrankten laut Robert Koch-Institut rund 55.300 Menschen in Deutschland neu an einem kolorektalen Karzinom, wie Darmkrebs medizinisch heißt. Damit ist er bei Männern die dritthäufigste, bei Frauen sogar die zweithäufigste Krebserkrankung überhaupt. Die altersstandardisierte Neuerkrankungsrate lag 2023 bei 57,4 pro 100.000 Einwohner – Männer sind dabei deutlich häufiger betroffen als Frauen. Auffällig ist die Altersverteilung: Mehr als die Hälfte der Betroffenen erkrankt jenseits des 70. Lebensjahres, vor dem 55. Lebensjahr sind es dagegen nur etwa 10 Prozent. Begünstigt wird die Erkrankung vor allem durch Rauchen, Übergewicht, Bewegungsmangel, ballaststoffarme Ernährung und Alkoholkonsum; auch eine familiäre Vorbelastung – etwa bei Verwandten ersten Grades von Darmkrebspatienten – erhöht das Risiko. Erfreulich: Dank der Vorsorgekoloskopie sind Neuerkrankungs- und Sterberaten in den letzten Jahrzehnten spürbar zurückgegangen.
Wird Darmkrebs früh erkannt, sind die Heilungschancen sehr gut. Welche Untersuchungen und welche Therapie im Einzelfall sinnvoll sind, hängt von Tumorstadium, -lage und Ihrem allgemeinen Gesundheitszustand ab. Die Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie der GRN-Klinik Sinsheim begleitet Sie von der Diagnostik bis zur Nachsorge.
Dr. Matthias Hassenpflug
Chefarzt Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie
GRN-Klinik Sinsheim
Alte Waibstadter Str. 2
74889 Sinsheim
Im frühen Stadium verläuft Darmkrebs meist ohne Beschwerden – umso wichtiger ist es, auf Veränderungen zu achten. Anhaltende Veränderungen der Stuhlgewohnheiten, Blut im Stuhl oder auffällig dunkler Stuhl, unklarer Gewichtsverlust, ein Völlegefühl im Bauch sowie anhaltende Müdigkeit oder eine Blutarmut können Hinweise sein. „Gerade weil Frühformen kaum Beschwerden verursachen, ist die Vorsorgekoloskopie so wichtig – warten Sie nicht auf Symptome", betont Dr. Matthias Hassenpflug, Chefarzt Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie der GRN-Klinik Sinsheim. Solche Beschwerden können zwar auch andere, harmlosere Ursachen haben, sollten bei neuem oder anhaltendem Auftreten aber dennoch ärztlich abgeklärt werden.
Im Rahmen des gesetzlichen Früherkennungsprogramms steht Frauen ab 50 und Männern ab 45 Jahren ein Stuhltest auf verstecktes Blut zur Verfügung; ab 55 Jahren übernehmen die Krankenkassen zudem eine Vorsorgekoloskopie. Bei dieser Untersuchung können Ärztinnen und Ärzte Krebsvorstufen, sogenannte Polypen, direkt entfernen und so einer Erkrankung vorbeugen. Bei familiärer Vorbelastung kann eine frühere oder engmaschigere Vorsorge sinnvoll sein - sprechen Sie uns gerne darauf an.
Je nach Tumorstadium und -lage stehen der GRN-Klinik Sinsheim verschiedene Behandlungswege offen:
Dank interdisziplinärer Tumorkonferenz und enger Anbindung an die Universitätsklinik Heidelberg profitieren Patientinnen und Patienten stets vom aktuellen Stand der onkologischen Behandlung.
„Die Operationen führen wir in den meisten Fällen als minimalinvasive Operation durch“ erklärt Dr. Hassenpflug. Dabei wird bei der Darmresektion kein langer Bauchschnitt benötigt, sondern es sind nur kleinere Schnitte nötig. Der Vorteil liegt in der schnelleren Erholung nach der Operation, z.B. durch geringere Schmerzen. „Noch wichtiger dabei ist aber, dass das Ergebnis der Operation hinsichtlich Gründlichkeit und Vollständigkeit der Tumorentfernung gleiche Ergebnisse erreicht werden“, führt Dr. Hassenpflug weiter aus. „In Fällen in denen wir den Eindruck haben, dass eine offene Operation zu einem besseren Ergebnis führt, operieren wir auch offen, also mit einem längeren Schnitt. Kompromisse machen wir dabei nicht.“
Ein künstlicher Darmausgang bedeutet, dass der Darm durch ein künstlich geschaffenes Loch an der Bauchdecke aus dem Bauchraum ausgeleitet wird, sodass der Stuhl dann nicht durch den After ausgeschieden wird, sondern in einen Plastikbeutel austritt. „Niemand möchte solch ein Stoma – wie der künstliche Darmausgang auch genannt wird – haben“, so Dr. Hassenpflug. „In manchen Fällen ist dies aber zumindest vorübergehend nötig“. Wenn ein Enddarmkrebs entfernt wird, müssen die Darmenden dicht vor dem After neu zusammengenäht werden. Diese Nahtverbindungen, die sich dicht vor dem After im Bauchinneren befinden haben aber leider ein erhöhtes Risiko am Anfang schlechter zu Heilen. Um diese Heilung ungestört ablaufen zu lassen, ist es daher in manchen Fällen nötig, bei der Krebsoperation gleichzeitig für 3 Monate einen künstlichen Darmausgang anzulegen. Anschließend kann dieser in einer deutlich kleineren Operation wieder zurückverlegt werden. „Die Angst vor einem Stoma ist oft groß“, so Dr. Hassenpflug. „Die Patienten sind aber häufig überrascht wie einfach das Handling eines solchen Stomas ist. Sie werden während des Krankenhausaufenthalts geschult, damit selbst umzugehen, was in den allermeisten Fällen auch gelingt. Aber natürlich ist es trotzdem immer eine große Freude, wenn der Darmausgang wieder zurückverlegt werden kann und alles wieder den normalen Weg geht“.
Nach einer Tumoroperation bleiben die Patienten für gewöhnlich etwa 5-8 Tage im Krankenhaus. Ist eine anschließende Reha gewünscht so kann das während des Aufenthalts organisiert werden.
Wichtig ist Dr. Hassenpflug, dass sich Patienten nicht unter Druck gesetzt fühlen. „Ich habe vollstes Verständnis dafür, dass Patienten sich vor einer so wichtigen Behandlung in verschiedenen Kliniken umhören und mehrere Meinungen zur Behandlung einholen. Daran ist nichts Falsches. Wir beraten Patienten gerne in unserer Sprechstunde ohne gleich Behandlungstermine vereinbaren zu müssen. Entscheidend ist für mich, dass sich Patienten gut beraten fühlen und sich vertrauensvoll in unsere Hände begeben. Wir werden mit diesem Vertrauen verantwortungsvoll umgehen.“
Weitere Infos zur Tumorchirurgie:
www.grn.de/sinsheim/klinik/chirurgie/tumorchirurgie
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