Prostatakrebs erkennen und individuell behandeln - Expertise der Urologie in der GRN-Klinik Eberbach

Prostatakrebs, auch Prostatakarzinom genannt, gehört mit einer hohen Prävalenz zu den häufigsten Krebserkrankungen bei Männern. Laut dem Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) handelt es sich bei rund einem Viertel aller Krebsneuerkrankungen bei Männern hierzulande um Prostatakrebs. Jährlich erkranken etwa 75.000 Männer in Deutschland neu daran:

  • Höheres Alter gilt als größter Risikofaktor – Männer unter 50 Jahren sind eher selten betroffen
  • In etwa 95 Prozent der Fälle handelt es sich um ein Adenokarzinom, das meist in der äußeren Zone der Prostata entsteht

Die Erkrankung entwickelt sich häufig langsam und verursacht insbesondere im frühen Stadium oft keine Beschwerden. Umso wichtiger sind eine frühzeitige Abklärung und eine individuell auf Sie abgestimmte Behandlung. Welche Untersuchungen bei einem Verdacht auf Prostatakrebs sinnvoll sind und welche Therapie infrage kommt, hängt unter anderem von Ihrem Alter, Ihrem allgemeinen Gesundheitszustand und den Eigenschaften des Tumors ab.

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Dr. Jan Voegele

Chefarzt Urologie

Oliver Petirsch

Ärztlicher Leiter, Facharzt für Urologie

Welche Symptome deuten auf Prostatakrebs hin? Erste Anzeichen

Im frühen Stadium bleibt Prostatakrebs meist symptomlos. Beschwerden treten häufig erst auf, wenn der Tumor größer wird oder die Harnröhre beeinträchtigt. „Anfangs verursacht Prostatakrebs meist noch keine Beschwerden. Wächst der Tumor, können Probleme beim Wasserlassen, Blut im Urin oder Schmerzen im Rücken auftreten", erklärt Dr. Jan Voegele, Chefarzt der Urologie der GRN-Klinik Eberbach. Mögliche Anzeichen sind:

  • ein schwächerer Harnstrahl
  • häufiger oder nächtlicher Harndrang
  • Schwierigkeiten beim Wasserlassen
  • das Gefühl, die Blase nicht vollständig entleeren zu können
  • in fortgeschrittenen Stadien: Blut im Urin oder in der Samenflüssigkeit sowie Knochenschmerzen

Solche Beschwerden sind allerdings nicht spezifisch für Prostatakrebs. Auch eine gutartige Prostatavergrößerung oder andere Erkrankungen können ähnliche Symptome verursachen. Bemerken Sie neue oder anhaltende Veränderungen beim Wasserlassen, sollten Sie sich urologisch untersuchen lassen.

Vorsorge und Früherkennung: Worauf Sie achten sollten?

Prostatakrebs lässt sich nicht durch eine klassische Vorsorge verhindern. Bei der Früherkennung geht es vielmehr darum, einen Tumor möglichst frühzeitig zu entdecken, wenn er noch gut behandelbar ist. Daher ganz klar die Empfehlung, gehen Sie ab einem Alter von 45 Jahren regelmäßig zu Früherkennungsuntersuchungen beim Facharzt für Urologie. 

Wie hoch ist die Heilungschance bei Prostatakrebs?

„Früh erkannt und behandelt haben Betroffene beste Heilungschancen, weshalb Vorsorge hier einen hohen Stellenwert hat", sagt Dr. Jan Voegele, Chefarzt der Urologie der GRN-Klinik Eberbach. Die aktuelle S3-Leitlinie empfiehlt Männern ab 45 Jahren mit einer Lebenserwartung von mindestens zehn Jahren, nach einer ergebnisoffenen ärztlichen Beratung die Bestimmung des PSA-Wertes anzubieten. Dabei sollte Ihr persönliches Risiko, etwa durch Alter oder familiäre Vorbelastung, berücksichtigt werden.

Die Entscheidung für eine Früherkennungsuntersuchung treffen Sie individuell. Ein Gespräch mit einem Urologen hilft dabei, Nutzen und mögliche Nachteile der verschiedenen Untersuchungen abzuwägen. Die klassische Tastuntersuchung der Prostata gehört zwar weiterhin zum gesetzlichen Früherkennungsprogramm, wird nach aktuellen fachlichen Empfehlungen jedoch nicht mehr als alleinige Methode zur Früherkennung empfohlen.

Der PSA-Wert: Bedeutung und Einordnung

Der PSA-Wert ist ein zentraler Bestandteil der modernen Früherkennung und Diagnostik von Prostatakrebs. PSA steht für „Prostata-spezifisches Antigen", ein Eiweiß, das von der Prostata gebildet wird und im Blut gemessen werden kann.

Ein erhöhter PSA-Wert bedeutet jedoch nicht automatisch, dass ein Prostatakarzinom vorliegt. Auch gutartige Veränderungen der Prostata oder andere Einflüsse können den Wert erhöhen. Ein auffälliger PSA-Wert wird deshalb nie isoliert betrachtet

Wie hoch ist der PSA-Wert bei aggressivem Prostatakrebs?

„Liegt der PSA-Wert bei 1,5 Nanogramm pro Milliliter oder weniger, gilt das Risiko für Prostatakrebs als niedrig. Ab 3 Nanogramm pro Milliliter kann ein erhöhtes Risiko vorliegen. Der Test sollte innerhalb von 3 Monaten wiederholt werden. Bei anhaltend hohem PSA-Wert ist eine rasche Klärung ratsam", erklärt Dr. Jan Voegele, Chefarzt der Urologie der GRN-Klinik Eberbach.

Je nach Höhe des Wertes und persönlichem Risiko können weitere Untersuchungen erforderlich sein, etwa eine MRT der Prostata oder eine Gewebeentnahme. Entscheidend ist nicht die einzelne Zahl, sondern Ihre individuelle Situation und die Entwicklung des Wertes im zeitlichen Verlauf.

Wie wird Prostatakrebs behandelt?

Welche Therapie bei einem Prostatakarzinom sinnvoll ist, richtet sich immer nach dem individuellen Befund. „Die Behandlung von Prostatakrebs erfolgt individuell und richtet sich nach den Empfehlungen der S3-Leitlinie Prostatakarzinom der AWMF", so Dr. Jan Voegele, Chefarzt der Urologie. Je nach Befund stehen unter anderem folgende Optionen zur Verfügung:

  • Aktive Überwachung bei langsam wachsenden, wenig aggressiven Tumoren
  • Radikale Operation bei lokal begrenztem Prostatakrebs mit dem Ziel der Heilung (=kurativ)
  • Strahlentherapie als Alternative oder Ergänzung zur Operation (=kurativ)
  • Medikamentöse Behandlung, insbesondere bei fortgeschrittener Erkrankung

Vor der Therapie wird deshalb zunächst möglichst genau bestimmt, wie aggressiv der Tumor ist und wie weit sich die Erkrankung ausgebreitet hat. Moderne diagnostische Verfahren, insbesondere die multiparametrische Magnetresonanztomographie (mpMRT) der Prostata, spielen dabei eine wichtige Rolle. Welche Behandlung im Einzelfall gewählt wird, entscheiden Sie gemeinsam mit unseren Ärztinnen und Ärzten auf Grundlage der Untersuchungsergebnisse und Ihrer persönlichen Situation.

Unsere Expertise: Urologie der GRN-Klinik Eberbach

Die Urologie der GRN-Klinik Eberbach unter der Leitung von Dr. Jan Voegele, Chefarzt Urologie, behandelt ein breites Spektrum urologischer Erkrankungen und verfügt über einen Schwerpunkt in der Uroonkologie.

Im Rahmen der Tumorchirurgie führen wir sowohl diagnostische als auch therapeutische Eingriffe und Operationen durch. Hierfür stehen uns offen chirurgische sowie minimalinvasive und endourologische Verfahren zur Verfügung.

Bei der Behandlung urologischer Tumorerkrankungen arbeiten wir zudem eng mit weiteren spezialisierten Einrichtungen zusammen: Es besteht eine enge Kooperation mit der Urologischen Universitätsklinik Mannheim (UMM) sowie mit der Urologischen Universitätsklinik Heidelberg (UKHD). 

Chemotherapien führen wir in Zusammenarbeit mit dem onkologischen MVZ der GRN-Klinik Sinsheim durch. So können auch komplexe Krankheitsverläufe interdisziplinär und entsprechend Ihrer individuellen Situation behandelt werden.

Wie sich eine erfolgreiche Behandlung ganz konkret anfühlt, zeigt die Geschichte von Horst Richter: Nach der Diagnose Prostatakrebs mitten in der Corona-Pandemie fand er in der Urologie der GRN-Klinik Eberbach die Behandlung, die ihm seine Lebensqualität zurückgab - Wandern, Reisen und Zeit mit seinen 5 Kindern und 10 Enkelkindern inklusive.

Über die ersten Anzeichen bei Prostatakrebs und die Heilungschancen berichtet Chefarzt Dr. Jan Voegele im Interview.