Jedes Jahr erhalten in Deutschland mehr als 75.000 Menschen einen Herzschrittmacher - Tendenz steigend. Betroffen sind vor allem ältere Patientinnen und Patienten, bei denen das Herz aus eigener Kraft keinen stabilen Rhythmus mehr halten kann. Weltweit tragen bereits mehrere Millionen Menschen ein solches Gerät unter der Haut - der Herzschrittmacher gehört damit zu den am besten erprobten und sichersten Implantaten der modernen Kardiologie.
Wer selbst betroffen ist oder sich für Angehörige informieren möchte, findet in der Kardiologie und Angiologie der GRN-Klinik Eberbach die richtige Anlaufstelle: von der ersten Diagnostik über die Indikationsstellung und die Operation bis hin zur langfristigen Nachsorge.
Prof. Dr. Grigorios Korosoglou
Chefarzt Kardiologie, Angiologie, Leitung der Kommission für Interventionelle Angiologie (DGA-Vorstand)
Dr. Daniel Herzenstiel
Leitender Arzt für Kardiologie und Angiologie
Die Herzschrittmacher Implantation ist nur ein Baustein der Herzschrittmacher-Therapie. Rund um den Eingriff begleitet das kardiologische Team der GRN-Klinik Eberbach jeden Schritt der Behandlung:
Ziel dieser stationären Behandlung ist es, den Herzschrittmacher optimal einzustellen und einen sicheren Übergang in den Alltag zu ermöglichen.
Ein Herzschrittmacher ist ein kleines, batteriebetriebenes Gerät, das über dünne Elektroden mit dem Herzmuskel verbunden wird. Registriert es, dass der eigene Herzschlag zu langsam ist oder ganz ausbleibt, sendet es elektrische Impulse aus und sorgt so für einen regelmäßigen, ausreichend schnellen Herzschlag. Notwendig wird das Gerät meist im Zusammenhang mit langsamen Herzrhythmusstörungen - bei einem Defekt des Taktgebers (Sinusknoten) oder des Reizleitungssystems (v.a. AV-Knoten). Dabei fällt die elektrische Erregungsleitung des Herzens zum Teil oder vollständig aus - der Puls schlägt zu langsam (Bradykardie), setzt zeitweise aus oder ist unregelmäßig.
Typische Symptome sind:
Da solche Beschwerden auch andere Ursachen haben können, ist eine sorgfältige kardiologische Abklärung durch EKG, Langzeit-EKG und weitere Untersuchungen entscheidend, bevor die Diagnose feststeht.
Nicht jede Rhythmusstörung erfordert einen Schrittmacher. Medizinisch notwendig wird die Implantation vor allem dann, wenn das Herz dauerhaft oder wiederkehrend zu langsam schlägt und dadurch die Versorgung des Körpers mit sauerstoffreichem Blut gefährdet ist.
Häufige Gründe sind:
Die endgültige Entscheidung für oder gegen eine Implantation trifft das kardiologische Team stets individuell - auf Basis von EKG-Befunden, Beschwerden, Vorerkrankungen und Lebensumständen der Patientin oder des Patienten.
Die meisten Menschen mit Herzschrittmacher führen ein normales, aktives Leben. Dennoch gibt es einige Punkte, die Betroffene kennen sollten:
Die Herzschrittmacher-OP ist ein etablierter, planbarer Eingriff, der in der Regel gut verträglich ist. So läuft er in der GRN-Klinik Eberbach typischerweise ab:
Vorbereitung: Vor der Herzschrittmacher-Implantation stehen ein ausführliches Aufklärungsgespräch, Blutuntersuchungen sowie ein aktuelles EKG und meist auch eine Herzultraschalluntersuchung auf dem Programm. So lässt sich der Eingriff optimal auf die individuelle Situation abstimmen.
Betäubung: Der Eingriff erfolgt üblicherweise in örtlicher Betäubung, kombiniert mit einer leichten Beruhigung. Eine Vollnarkose ist in der Regel nicht notwendig, wodurch die Belastung für den Kreislauf gering bleibt.
Zugang und Platzierung: Über einen kleinen, meist rund 3 Zentimeter langen Hautschnitt unterhalb des Schlüsselbeins verschafft sich das Team Zugang zu einer Vene. Durch diese werden eine oder mehrere dünne Elektroden unter Röntgenkontrolle bis zum Herzen vorgeschoben und dort sicher verankert. Anschließend wird das eigentliche Schrittmacher-Aggregat unter die Haut oder den Brustmuskel eingesetzt und mit den Elektroden verbunden.
Dauer des Eingriffs: Herzschrittmacher einsetzen dauert etwa 30 bis 60 Minuten.
Stationärer Aufenthalt: Im Anschluss an den Eingriff erfolgt eine ambulante Überwachung, selten ist ein stationärer Aufenthalt erforderlich. In dieser Zeit wird die korrekte Funktion des Geräts kontrolliert, bevor die Entlassung erfolgen kann.
Left Bundle Branch Pacing (LBBP) ist eine moderne Simulationstechnik für Herzschrittmacher. Bei entsprechender Indikation prüft das kardiologische Team der GRN-Klinik Eberbach den Einsatz moderner physiologischer Stimulationsverfahren wie das Left Bundle Branch Pacing. Dabei wird die Elektrode gezielt im Bereich des linken Herzschenkels platziert, sodass sich der elektrische Impuls dem natürlichen Erregungsleitungssystem des Herzens annähert. Im Vergleich zur klassischen rechtsventrikulären Stimulation kann diese Methode die Kontraktion der Herzkammern harmonischer koordinieren und so das Risiko einer schrittmacherbedingten Herzschwäche verringern.
Eine gute Nachsorge ist entscheidend für die langfristige Sicherheit und Funktion des Herzschrittmachers. Dazu gehören:
Die Fachabteilung für Kardiologie und Angiologie der GRN-Klinik Eberbach steht unter der Leitung von Prof. Dr. Grigorios Korosoglou, Chefarzt der Kardiologie und Angiologie, gemeinsam mit Dr. Daniel Herzenstiel, stellvertretendem Chefarzt und leitendem Oberarzt der Abteilung. Mit langjähriger Erfahrung in Diagnostik, interventioneller Kardiologie und Rhythmustherapie begleitet das Team Patientinnen und Patienten aus der gesamten Region von Mannheim über Heidelberg und das gesamte Neckartal kompetent durch alle Phasen der Herzschrittmacher-Behandlung - von der Indikationsstellung über die Operation bis zur langfristigen Nachsorge.
Wenn bei Ihnen der Verdacht auf eine Herzrhythmusstörung besteht oder eine Herzschrittmacher-Implantation empfohlen wurde, nehmen Sie gerne Kontakt mit der Kardiologie und Angiologie der GRN-Klinik Eberbach auf. Das Team berät Sie umfassend und begleitet Sie sicher durch Diagnostik, Eingriff und Nachsorge.
Sprechzeiten:
Mo bis Fr: 8.00 – 16.00 Uhr