Herzkatheter Labor: Diagnostik und Behandlung der Herzkranzgefäße und Beinarterien

Interventionelle Kardiologie:
Eine Herzkatheter Untersuchung ist in der Kardiologie der Goldstandard zur exakten Beurteilung der Herzkranzgefäße, der Herzkammern und bestimmter Veränderungen am Herzen. Besonders bei Verdacht auf eine Koronare Herzkrankheit (KHK) oder einen Herzinfarkt kann der Herzkatheter lebensrettende Informationen liefern, ebenso bei Herzschwäche oder Rhythmusstörungen. Auch nach einem Herzinfarkt ist mittels Katheteruntersuchung eine rasche und genaue Diagnostik sowie eine unmittelbare Behandlung möglich. 

Bei einer Untersuchung im Herzkatheterlabor (HKL) sind die Herzkranzgefäße mit eventuell vorhandenen Verengungen oder anderen Veränderungen gut zu erkennen. Gleichzeitig können Blutfluss, Blutdruck, Sauer­stoffgehalt in der Aorta sowie die elektrischen Aktivitäten des Herzens gemessen werden. Noch während dieser Untersuchung kann das Behandlungsteam verengte Gefäße mit einem Ballon weiten (Ballondilatation) oder eine Gefäßstütze aus beschichtetem Metallgeflecht (Stent) einsetzen. Die Strahlenbelastung bei dieser Untersuchung ist geringer als bei einer Computertomografie. Der Eingriff erfolgt in der Regel ambulant; bei Interventionen wie einer Stentimplantation kann ein kurzer stationärer Aufenthalt erforderlich sein.

Interventionelle Angiologie: 
In der interventionellen Angiologie bieten wir sämtliche moderne, minimal-invasive (interventionelle) Verfahren an. Dazu zählen die Aufweitung der Engstellen (Gefäßdilatation) mit Ballons, Implantation von Gefäßstützen (Stents) sowie die Entfernung von Blutgerinnseln (Thrombektomie). 

In der Kardiologie und Angiologie der GRN-Klinik Eberbach werden Patientinnen und Patienten von der diagnostischen Abklärung über die Herzkatheteruntersuchung bis zur weiteren Behandlung und Nachsorge begleitet.

Weitere Informationen zum Herzkatheterlabor finden Sie in unserem Flyer.

Für eine bessere Planung bitten wir um eine schriftliche Anmeldung durch Ihren Hausarzt bzw. niedergelassenen Kardiologen. Dazu stellen wir Ihnen ein Anmeldeformular bereit.

Kontakt

Prof. Dr. Grigorios Korosoglou

Chefarzt Kardiologie, Angiologie, Leitung der Kommission für Interventionelle Angiologie (DGA-Vorstand)

Dr. Daniel Herzenstiel

Leitender Arzt für Kardiologie und Angiologie

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was ist eine Herzkatheteruntersuchung?

Bei einer Herzkatheteruntersuchung wird ein dünner, biegsamer Plastikschlauch (Katheter) über ein Blutgefäß am Handgelenk, selten auch über die Leiste, bis zum Herzen vorgeschoben. Durch die Gabe eines Kontrastmittels können die Herzkranzgefäße unter Röntgenkontrolle sichtbar gemacht werden.
Auf diese Weise lässt sich erkennen, ob eine Gefäßverengung (Stenose) vorliegt und ob ein Stent implantiert werden muss. Neben den Herzkranzgefäßen können je nach Fragestellung auch Herzkammern und Herzklappen beurteilt werden.
Grundsätzlich wird zwischen Linksherzkatheter und Rechtsherzkatheter unterschieden. Der Linksherzkatheter, auch Koronarangiographie genannt, dient insbesondere der Untersuchung der Herzkranzgefäße und der linken Herzkammer. Der Rechtsherzkatheter wird vor allem bei bestimmten Fragestellungen zur Lungendurchblutung, zum Lungenhochdruck oder vor einer Herzklappen-OP eingesetzt.

Stent statt Bypass oder OP?

Eine wichtige Frage für viele Patientinnen und Patienten lautet: Wann braucht man einen Stent, wann einen Bypass und wann eine OP?
Bei einer Gefäßverengung wird das betroffene Herzkranzgefäß während der Herzkatheteruntersuchung mit einem Ballon erweitert und anschließend durch einen Stent dauerhaft offengehalten. Dadurch ist in diesen Fällen kein zweiter Termin für die Behandlung erforderlich.
Ein Bypass ist dagegen ein herzchirurgisches Verfahren, bei dem eine Umgehung für ein verengtes oder verschlossenes Herzkranzgefäß geschaffen wird. Ob eine Behandlung mit einem Stent, ein Bypass oder eine andere Therapie infrage kommt, hängt unter anderem von Art, Lage und Ausmaß der Gefäßveränderungen sowie von der individuellen Situation ab.
Der Begriff „Herzkatheter-OP“ wird in der Umgangssprache häufig verwendet. Medizinisch handelt es sich bei der Katheterbehandlung jedoch nicht um eine klassische offene Operation. Der Zugang erfolgt über ein Blutgefäß und meist nur unter örtlicher Betäubung. Je nach Patentenwunsch können Beruhigungsmittel gegeben werden.

Wie läuft die Herzkatheteruntersuchung ab?

Vor der Untersuchung finden ein Aufklärungsgespräch, die Kontrolle aktueller Blutwerte und ein EKG statt. Das Pausieren blutverdünnender Medikamente wird individuell mit dem Behandlungsteam abgestimmt.
Der Zugang erfolgt standardmäßig über das Handgelenk, selten über die Leiste. Nach einer örtlichen Betäubung wird eine kleine Schleuse in die Arterie eingebracht. Eine Vollnarkose ist nicht notwendig.
Anschließend wird der Katheter unter Röntgenkontrolle bis zum Herzen vorgeschoben. Durch das Kontrastmittel werden die Herzkranzgefäße sichtbar. Engstellen können dadurch genau lokalisiert und hinsichtlich ihres Schweregrades beurteilt werden.
Wird eine relevante Gefäßverengung festgestellt, kann sie häufig direkt mit einer Ballondilatation und Stent-Implantation behandelt werden. Eine unkomplizierte diagnostische Untersuchung dauert etwa 20 bis 30 Minuten; bei einer gleichzeitigen Behandlung (Stent-Implantation) kann sie entsprechend länger dauern, insgesamt ca. 60 Minuten.

Wann ist ein Herzkatheter notwendig?

Eine Herzkatheteruntersuchung kann erforderlich sein, wenn andere Untersuchungen wie EKG, Belastungs-EKG oder Stress-Echokardiographie einen Verdacht auf eine relevante Herzerkrankung nicht ausreichend klären können.
Typische Gründe für eine Herzkatheteruntersuchung sind:

•    Brustschmerzen oder ein Druck- beziehungsweise Engegefühl im Brustkorb
•    Angina pectoris, insbesondere bei körperlicher Belastung
•    Verdacht auf einen akuten Herzinfarkt
•    auffällige Befunde im EKG oder Belastungs-EKG
•    Luftnot oder ein ungeklärter Leistungsknick
•    bekannte Koronare Herzkrankheit zur Verlaufskontrolle
•    die Abklärung von Erkrankungen der Herzklappen
•    die Abklärung bestimmter Herzmuskelerkrankungen wie Herzmuskelentzündung (Myokarditis)

Die Entscheidung für einen Herzkatheter erfolgt immer individuell anhand der Beschwerden, Vorbefunde und des persönlichen Risikoprofils.
Herzkranzgefäße, Arteriosklerose und Koronare Herzkrankheit
Eine häufige Ursache für Verengungen der Herzkranzgefäße ist die Arteriosklerose. Dabei können sich Ablagerungen in den Gefäßwänden bilden und den Blutfluss beeinträchtigen. Entwickelt sich daraus eine relevante Gefäßverengung der Herzkranzgefäße, kann eine Koronare Herzkrankheit entstehen.
Mögliche Beschwerden sind beispielsweise Brustschmerzen, ein Druckgefühl im Brustkorb, Atemnot oder eine eingeschränkte körperliche Leistungsfähigkeit. Bei einem akuten Verschluss eines Herzkranzgefäßes kann es zu einem Herzinfarkt kommen.
Mit der Herzkatheteruntersuchung können solche Veränderungen präzise dargestellt werden. Wird eine behandlungsbedürftige Engstelle festgestellt, kann diese in vielen Fällen unmittelbar während desselben Eingriffs behandelt werden.

Gibt es eine Altersgrenze für einen Herzkatheter?

Eine pauschale Altersgrenze für einen Herzkatheter lässt sich nicht definieren. Entscheidend ist vielmehr die individuelle medizinische Situation.
Auch bei älteren Patientinnen und Patienten kann eine Herzkatheteruntersuchung sinnvoll sein, beispielsweise wenn der Verdacht auf eine relevante Erkrankung der Herzkranzgefäße oder einen Herzinfarkt besteht. Gleichzeitig werden persönliche Risikofaktoren, Begleiterkrankungen, Beschwerden und der zu erwartende Nutzen der Untersuchung berücksichtigt.
Ob ein Herzkatheter im jeweiligen Fall durchgeführt werden sollte, entscheidet daher das behandelnde kardiologische Team individuell.

Was passiert nach dem Herzkatheter?

Nach der Untersuchung werden Herzrhythmus, Kreislauf und die Einstichstelle kontrolliert. Bei einem Zugang über das Handgelenk können viele Patientinnen und Patienten noch am selben Tag nach Hause gehen. Nach einem Zugang über die Leiste ist in der Regel eine mehrstündige Ruhephase erforderlich.
Wurde ein Stent eingesetzt, ist für 6 Monate, nach einem Herzinfarkt für 12 Monate, eine medikamentöse Behandlung notwendig, damit das behandelte Gefäß offen bleibt. Die Befunde und die weitere Behandlung werden anschließend ausführlich mit den Patientinnen und Patienten besprochen.

Herzkatheteruntersuchung in der GRN-Klinik Eberbach

Die Fachabteilung für Kardiologie und Angiologie der GRN-Klinik Eberbach verfügt über jahrzehntelange Erfahrung in der interventionellen Kardiologie und ist in diesem Bereich als Ausbildungsstätte zertifiziert. Die Abteilung steht unter der Leitung von Prof. Dr. Grigorios Korosoglou, Chefarzt der Kardiologie und Angiologie, gemeinsam mit Dr. Daniel Herzenstiel, stellvertretender Chefarzt und leitender Oberarzt.
Bei Verdacht auf eine Koronare Herzkrankheit, einen Herzinfarkt oder eine andere Erkrankung des Herzens erhalten Patientinnen und Patienten eine umfassende Beratung zu den Möglichkeiten der Diagnostik und Behandlung.
Wenn Ihnen eine Herzkatheteruntersuchung empfohlen wurde oder Sie Beschwerden wie Brustschmerzen beziehungsweise Angina pectoris haben, können Sie sich gerne an die Kardiologie und Angiologie der GRN-Klinik Eberbach wenden.

Bei Fragen für Sie da

Kardiologische Tagesklinik
Scheuerbergstraße 3 69412 Eberbach

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