Heute schon zählt die GRN-Klinik Schwetzingen zu den leistungsstärksten Ablationszentren im Raum Heidelberg/Rhein-Neckar – nach dem Universitätsklinikum Heidelberg einer der wichtigsten Anbieter in der Region. Mit der Einführung der Pulsed-Field-Ablation erweitert das Team unter der Führung von Prof. Dr. Eberhard Scholz, Chefarzt der Kardiologie und Angiologie an den GRN-Kliniken Schwetzingen und Sinsheim, sein Behandlungsspektrum um ein weiteres modernes Verfahren zur Ablation von Vorhofflimmern.
Seit Anfang 2026 wird die neue Methode im Herzkatheterlabor eingesetzt. Nach einer erfolgreichen Probephase ist das System inzwischen im Routinebetrieb.
Prof. Scholz, seit Anfang des Jahres setzen Sie eine neue Methode zur Behandlung von Vorhofflimmern ein. Was ist das Besondere daran?
Die sogenannte Pulsed-Field-Ablation ist eine neue Form der Katheterbehandlung. Ziel ist es – wie bei anderen Ablationsverfahren auch – die Ursprungsorte störender elektrischer Signale im Herzen gezielt auszuschalten. Neu ist die Art der Energie: Statt mit Hitze oder Kälte arbeiten wir mit sehr kurzen, aber starken elektrischen Spannungsimpulsen. Diese wirken vor allem auf Herzmuskelzellen, während umliegendes Gewebe wie Nerven oder Blutgefäße besser geschont wird.
Wie lief die Einführung der neuen Technik in Schwetzingen ab?
Die Technik wurde für uns interessant, als Studien ihre sichere und effektive Anwendung im größeren Maßstab gezeigt haben. Nach einer Sondierungsphase haben wir die Methode getestet und sehr gute Erfahrungen gemacht. Anschließend wurde das System angeschafft und wird inzwischen im Alltag eingesetzt. Solche Investitionsentscheidungen treffen wir sehr bewusst – gerade bei neuen Technologien ist es wichtig, Nutzen und Sicherheit für unsere Patienten sorgfältig zu prüfen.
Welche Vorteile hat die neue Methode für Patientinnen und Patienten?
Die Behandlung ist vergleichbar mit bisherigen Verfahren, dauert aber in Teilen kürzer. Zudem scheint die Methode besonders gewebeschonend zu sein, da sie relativ selektiv auf Herzmuskelzellen wirkt. Wichtig ist: Die Ergebnisse sind nach aktuellem Stand der Forschung vergleichbar mit etablierten Verfahren. Deshalb setzen wir weiterhin verschiedene Techniken ein und entscheiden individuell, welches Verfahren wir beim einzelnen Patienten am erfolgversprechendsten halten.
Neue Technik bedeutet auch neue Anforderungen. Wie bereitet man sich darauf vor?
Die Abläufe der Katheterablation von Herzrhythmusstörungen kennen wir in Schwetzingen seit vielen Jahren sehr gut. Viele Schritte sind mit der Ablation mittels Kälteballon vergleichbar – einer Technik, die wir bereits häufig einsetzen. Neu sind Aspekte des Katheterdesigns und die Energieform. Ich konnte die Methode im Rahmen einer Hospitation an einem renommierten Ablationszentrum erlernen. Unser Team hat sich sehr schnell eingearbeitet – inzwischen ist die Anwendung für uns Routine.
Welche Rolle spielt die Krankenhausreform für solche Angebote vor Ort?
Es gibt aktuell zwei parallele Entwicklungen im Gesundheitssystem: Einerseits werden bestimmte Leistungen stärker gebündelt und auf wenige Kliniken konzentriert. In diesem Zusammenhang planen wir innerhalb der GRN-Kliniken den Ausbau des Standorts Sinsheim im Bereich Herz-Kreislaufmedizin, zu dessen Portfolio auch Katheterablationen gehören. Gleichzeitig wird die ambulante Versorgung weiter gestärkt. Ein Großteil der Ablationen fällt in diesen Bereich, weshalb wir davon ausgehen, die Behandlung von Vorhofflimmern auch langfristig in Schwetzingen anbieten zu können.