Landrat Stefan Dallinger ist kein Freund langer Reden. Das war den Vortragenden bekannt und so hielten sich bei seiner Verabschiedung aus dem GRN-Verbund nach 16 Jahren im Dienst als Landrat im Rhein-Neckar-Kreis (fast) alle an den vorgegebenen 3-Minuten-Sprint. Der hatte es in sich und reichte von einem zackigen Schnelldurchlauf durch die Historie unter der Führung von Landrat Stefan Dallinger über private Insider-Einblicke bis hin zu emotionalen Dankesworten.
Große Transparenz, Dialog, gegenseitiger Respekt – und vor allem maximale Rückendeckung in der Krankenhausstrukturreform und für das Groß-Projekt GRN4Future – dafür ist GRN-Ressortleiter Medizin, Dr. Johannes Berentelg, dem scheidenden Landrat Stefan Dallinger ganz besonders dankbar. „Ihre Rückendeckung“, sagt er, „hat uns Mitarbeitenden viel Sicherheit gegeben.“
Wie diese auch jenseits von GRN4Future aussah, beschrieb Dr. Johannes Weiß, Ärztlicher Direktor der Klinik Schwetzingen, mit Eindrücken aus seinem Berufseinstieg: „Als ich vor vielen Jahren in die Klinik Schwetzingen gekommen bin, dachte ich, ich müsste gleich wieder gehen: Eng, klein, dunkles Nussbaum-Design, fleckiger Teppich. Nur mit Ihrer Unterstützung konnte es so werden, wie es heute ist.“ Die Klinik Schwetzingen sei auf dem besten Weg, „ein richtiges Schmuckstück“ zu werden. „Für all das“, so Dr. Weiß weiter, „danke ich Ihnen sehr!“.
Das trifft nicht nur auf die Klinik Schwetzingen zu. Neben der Modernisierung der zentralen Patientenaufnahme und der Klinik-Aufstockung in Schwetzingen unter anderem mit einer modernen Wahlleistungsstation, die sich großer Beliebtheit erfreue, wurden auch von den weiteren Ärztlichen Direktoren Dr. Jan Voegele (Eberbach), Dr. Lelia Bauer (Weinheim) und Dr. Matthias Hassenpflug (Sinsheim) Highlight-Projekte genannt wie die Entwicklung und Modernisierung der Intensivstation und des Altersmedizinischen Zentrums in Weinheim, die Eröffnung des Urologie-Neubaus und eines neuen Herzkatheterlabors in Eberbach und der aktuelle Neubau der Klinik Sinsheim, dessen Fertigstellung im Frühjahr 2027 erwartet wird.
Mit Ansage nicht an die 3-Minuten-Rede-Vorgabe gehalten hat sich Dr. Hassenpflug: „Ich werde die 3-Minuten-Marke reißen – das ist mir völlig egal“, sagte der Ärztliche Direktor der GRN-Klinik Sinsheim frech, grinste und erntete neben einem Vorschuss-Applaus aus dem Publikum ein herzhaftes Lachen vom Geehrten. Es folgten einleitende Worte, was ein richtiges Geschenk ausmache, Hinweise, dass für die gründliche Recherche und die Hoffnung auf private Einblicke sowohl Kontakt zum Sekretariat des Landrats als auch zu dessen Ehefrau aufgenommen wurde. Und schließlich die Erkenntnis: Stefan Dallinger wolle künftig häufiger grillen. Ein modernes Grill-Thermometer wurde daher als geeignetes Geschenk erkoren.
Emotional zeigte sich GRN-Geschäftsführerin Katharina Elbs. Sie dankte Landrat Stefan Dallinger für seine fortwährende Unterstützung und das große Vertrauen: „Sie haben unseren Weg nicht nur unterstützt, sondern mit Herzblut und Energie mitgestaltet. Sie haben unterschiedliche Perspektiven zusammengebracht, Gespräche ermöglicht und immer wieder dafür gesorgt, dass aus vielen Einzelinteressen ein gemeinsamer Weg entstehen konnte. Dafür sind wir sehr dankbar.“
Gemeinsam mit den Einrichtungsleitungen überraschte sie Landrat Stefan Dallinger mit einer ganz besonderen Zusage: Der Platz vor der GRN-Klinik Sinsheim wird künftig in herzlicher Erinnerung „Stefan-Dallinger-Platz“ genannt – als sichtbares Zeichen seiner Arbeit und als bleibende Erinnerung an das, was er für die GRN bewegt hat.
Landrat Stefan Dallinger selbst gab viele der geäußerten Lorbeeren zurück: „Ich habe mich gern eingebracht“, sagte er. Vieles, was in den vergangenen Jahren im GRN-Verbund entstanden ist, sei eine große Teamleistung gewesen, er habe die Zusammenarbeit mit der GRN-Geschäftsführung – sowohl mit dem aktuellen Führungsduo Katharina Elbs und Judith Masuch, als auch mit deren Vorgänger Rüdiger Burger – und den GRN-Mitarbeitenden sehr geschätzt. „Der GRN-Verbund hat tolle Mitarbeitende, ich habe hier ein sehr kollegiales Miteinander erlebt und tiefe Freundschaften gefunden. Was wird mir fehlen?“, fragte der scheidende Landrat rhetorisch in die Runde und gab direkt die Antwort: „Sicher nicht der volle Terminkalender. Fehlen werden Sie! Die Gespräche, das Miteinander, die tolle Mannschaft der GRN-Familie. Vielen Dank für alles! Landrat sein zu dürfen und GRN-Aufsichtsrat – das hat mir sehr viel gegeben!“
Ein ebenso gutes und vertrauensvolles Miteinander wünscht Landrat Dallinger sich auch für seinen bei der Abschiedsveranstaltung in der Klinik Schwetzingen ebenfalls anwesenden Nachfolger Manuel Just: „Ich habe einen herausragenden, guten und klugen Nachfolger. Bitte bringen Sie ihm die gleiche Freundlichkeit, Neugier und Loyalität entgegen!“ Abschließend richtete er noch einmal ein Dankeschön in die Runde, auf das großer Applaus und Standing Ovations folgten: „Vielen Dank für alles! Es war mir eine Freude und Ehre!“