Darmkrebs: Vorsorge, Therapie, Operation

Vortragsabend in der GRN-Klinik Sinsheim zum Thema Darmkrebs / Patient berichtet von persönlichen Erfahrungen


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Ob Schauspielerinnen Audrey Hepburn und Elizabeth Montgomery oder der frühere US-Präsident Ronald Reagan: Darmkrebs kann jeden treffen, „da sind auch Menschen dabei, die man namentlich kennt“, sagte Dr. Erik-Sebastian Fuchs, Chefarzt der Gastroenterologie der GRN-Klinik Sinsheim. Gemeinsam mit seinem Kollegen Dr. Matthias Hassenpflug, Chefarzt der Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie in Sinsheim, hielt er einen Vortrag im Rahmen des Darmkrebsmonats März. Tenor: Darmkrebs zählt zu den häufigsten Krebserkrankungen in Deutschland – doch früh erkannt, sind die Heilungschancen hoch.

Dr. Fuchs verwies auf 62.960 Neuerkrankungen und 24.403 Todesfälle im Jahr. Viele davon sind aus seiner Sicht unnötig: „Darmkrebs ist vermeidbar und in vielen Stadien heilbar“, so der Gastroenterologe, der jeder und jedem ab 50 Jahren zur Darmkrebsvorsorge rät. Zudem helfe ein gesunder Lebensstil mit Bewegung, gesunder Ernährung, Verzicht auf Alkohol und Zigaretten, das Darmkrebsrisiko zu senken. „Sie müssen nicht unbedingt Sport treiben. Als Bewegung zählt auch, wenn Sie spazieren gehen oder im Garten arbeiten."

Darmkrebsvorsorge für Männer und Frauen ab 50 Jahren

Darmkrebs entstehe durch entartete Zellen, die sich zunächst zu Polypen und über einen langen Zeitraum zu einem Karzinom entwickeln, beschreibt Dr. Fuchs und sagt: „Es dauert viele Jahre bis aus normaler Darmschleimhaut Darmkrebs wird.“ Diese Zeitspanne macht sich die Medizin zunutze. Seit dem Jahr 2002 ist die Darmspiegelung in Deutschland ein Routineverfahren zur Darmkrebsvorsoge. Frauen und Männer ab 50 Jahren haben alle zehn Jahre Anspruch auf eine Darmspiegelung. Die Kosten dafür werden von der Krankenkasse getragen. Sollten sich Polypen finden und abgetragen werden, gibt es entsprechende Kontrollintervalle. Alternativ können Frauen und Männer ab 50 Jahren alle 1-2 Jahre einen Stuhltest machen lassen.

Was ist besser? Darmspiegelung oder Stuhltest?

Eine Studie beschäftigte sich Dr. Fuchs zufolge mit der Frage, was besser ist: Darmspiegelung oder Stuhltest? Dr. Fuchs findet für beides Vor- und Nachteile: Die Darmspiegelung liefert zuverlässigere Ergebnisse. Unangenehmster Part der Darmspiegelung ist für viele aber die Vorbereitung mit dem notwendigen Abführen. Der Stuhltest ist nicht ganz so exakt wie eine Darmspiegelung, macht diese Ungenauigkeit aber durch die häufigere Wiederholung des Tests alle ein bis zwei Jahre wett. Wird allerdings Blut gefunden, folgt im Anschluss doch noch die Koloskopie.

Großer Vorteil dieser Untersuchung: Während einer Darmspiegelung kann endoskopisch schon viel Unerwünschtes entfernt werden, sowohl Polypen als auch ein bereits entstandenes Karzinom, wenn dieses in einem sehr frühen Stadium entdeckt wird. Besonderheit in der GRN-Klinik Sinsheim: Die Darmspiegelung erfolgt seit September 2025 mit KI-Unterstützung. Gerade bei kleineren Polypen, die für das Auge des Gastroenterologen schwer sichtbar sind, ist das ein großer Vorteil. Die technische Unterstützung gibt Patienten zusätzliche Sicherheit, so Dr. Fuchs: „Jede Untersuchung findet mit gleich hoher Qualität statt, unterstützt durch die KI, die permanent die Untersuchungsbilder mit der KI-Datenbank abgleicht.“

Der Mediziner beobachtet: Die meisten Menschen könnten sich eher für einen Stuhltest erwärmen als für eine Darmspiegelung. Das belegen auch Studien. Für Dr. Fuchs, der wegen ihrer zuverlässigeren Ergebnisse die Darmspiegelung an sich bevorzugt, ist der Stuhltest ein guter Kompromiss: "Wenn wir Menschen damit für die Darmkrebsvorsorge erreichen, bin ich schon happy. Hauptsache es wird etwas gemacht und Sie gehen zur Vorsorge“, sagt er ans Publikum gewandt. 

Zum großen Bedauern der Mediziner wird diese oft nicht oder erst spät wahrgenommen. „Darmkrebs macht lange Zeit keine Probleme, keine Schmerzen und wird in vielen Fällen als Zufallsdiagnose im Rahmen einer Darmspiegelung erkannt“, sagt auch Dr. Matthias Hassenpflug, Chefarzt Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie in der GRN-Klinik Sinsheim. In seinem Vortrag zu Behandlungsmöglichkeiten und OP-Methoden bei Darmkrebs macht er vor allem Mut: Auch bereits fortgeschrittener Darmkrebs ist oft heilbar. 

Wie wird Darmkrebs operiert?

Verständlich und anschaulich bebildert erklärt und zeigt Dr. Hassenpflug, wie Darmkrebs entsteht und schließlich therapiert und operiert wird. Medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten im Bereich der Onkologie seien auf dem Vormarsch. Hier schreite die Forschung in großen Schritten voran. Weil auch in der Darmspiegelung schon einige Polypen und Tumore gut entfernt würden, müsste nur ein geringer Teil operativ beseitigt werden.

Der Eingriff erfolgt in der GRN-Klinik Sinsheim in vielen Fällen minimalinvasiv, das heißt, der Operateur verschafft sich über drei kleine Schnitte in die Bauchdecke Zugriff zum Darm. Über die kleinen Öffnungen können Kamera und Instrumente eingeführt und mit deren Hilfe der Tumor entfernt werden.

Um sicherzugehen, dass kein Krebs im Körper bleibt, werde großzügig um den Tumor herum Gewebe entnommen, erläutert Dr. Hassenpflug das Vorgehen. Die in der Allgemeinchirurgie der GRN-Klinik Sinsheim par excellence beherrschte Kunst bestehe darin, den Tumor, umliegendes Gewebe und mögliche befallene Lymphknoten sicher zu entfernen, dabei aber Nerven und umliegende Organe zu verschonen. Beim Enddarmkrebs ist in manchen Fällen vor der Operation eine Chemotherapie sinnvoll, damit der Tumor kleiner wird und besser herausgenommen werden kann. Im Anschluss an das Entfernen des entsprechenden Darmabschnittes werden die beiden Dickdarm-Teile über eine Naht wieder miteinander verbunden. Bei Eingriffen am Enddarm kann zudem in manchen Fällen ein künstlicher Darmausgang notwendig sein.

Darmkrebs Erfahrungen: „Ich fühle mich in der Klinik Sinsheim bestens betreut“

Dieses Prozedere erlebt hat kürzlich ein Gast aus dem Publikum: „Im Januar dieses Jahres, mit 82 Jahren, hatte ich meine erste Darmspiegelung. Dass das so spät erfolgt ist, da bin ich nicht stolz drauf“, so der Vortrags-Besucher, der anonym bleiben möchte. Das Ergebnis der Darmspiegelung war bereits fortgeschrittener Darmkrebs. Anfang März wurde der Senior von Dr. Hassenpflug operiert. „Heute, nur ein paar Tage später, bin ich ein zufriedener Mensch. Mir geht es hervorragend! Ich kann die Ängste vor einer Darmspiegelung oder einer Operation nur abbauen: Wenn etwas gemacht werden muss, muss es halt gemacht werden.“ Ans Publikum gerichtet sagt er: „Ich wünsche Ihnen das alles nicht. Aber der Eingriff ist sehr erfolgreich verlaufen, ich bin dankbar für die ärztliche Betreuung und fühle mich hier in der Klinik Sinsheim bestens betreut.“  

Infos zur Gastroenterologie der GRN-Klinik Sinsheim: https://www.grn.de/sinsheim/klinik/gastroenterologie/die-fachdisziplin

Infos zur Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie der GRN-Klinik Sinsheim: https://www.grn.de/sinsheim/klinik/chirurgie/die-fachdisziplin