Darmkrebs: Vorsorge als wirksamster Schutz – moderne Therapien bieten zusätzliche Chancen

Großes Interesse beim Patienteninfotag des Darmkrebszentrums der GRN-Klinik Weinheim im Rahmen des Darmkrebsmonats März


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Darmkrebs – eine Diagnose, die Angst machen kann und mit rund 60.000 Neuerkrankungen pro Jahr zu den häufigsten Tumorerkrankungen in Deutschland zählt. Damit es erst gar nicht so weit kommt, hilft eine frühzeitige Vorsorge die Heilungschancen erheblich zu verbessern und die Sterblichkeit drastisch zu senken. Um über die neuesten Entwicklungen in Prävention, Diagnose und Therapie aufzuklären, lud das zertifizierte Darmkrebszentrum der GRN-Klinik Weinheim im Rahmen des „Darmkrebsmonats März“ zu einem Patienteninfotag ein - mit einer klaren Botschaft: Vorsorge ist der entscheidende Faktor.

„Wenn mehr Menschen regelmäßig zur Vorsorge gehen würden, müssten wir über operative Therapien und onkologische Behandlungen deutlich weniger sprechen“, brachte es Prof. Dr. Torsten Wilhelm, Chefarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie und Leiter des Darmkrebszentrums, auf den Punkt. Darmkrebs entstehe in der Regel über viele Jahre aus zunächst gutartigen Polypen, die im Rahmen einer Darmspiegelung erkannt und direkt entfernt werden können. „Darmkrebs entsteht nicht aus dem Nichts – und genau das macht ihn so gut verhinderbar.“

Dabei sei ein Blick auf das persönliche Risiko oft verzerrt. Während viele Menschen große Summen in Sicherheitssysteme im Auto investieren und diese auch gesetzlich Standard sind, werde die Darmkrebsvorsorge häufig vernachlässigt. „Jährlich sterben ungefähr 3000 Menschen bei einem Autounfall. Aber bei Darmkrebs sind es rund 24000 Menschen“, so Prof. Dr. Christoph Eisenbach, Chefarzt Gastroenterologie und Diabetologie der GRN-Klinik Weinheim.

Während die Therapie in den 1990er-Jahren noch stark davon abhing, an welchen Arzt sich Betroffene zunächst wandten, erfolgt die Behandlung heute abgestimmt im Team. Im zertifizierten Darmkrebszentrum der GRN-Klinik Weinheim – ausgezeichnet durch die Deutsche Krebsgesellschaft – werden alle Fälle in einem wöchentlichen Tumorboard besprochen. „Wir stellen für jeden Patienten ein individuelles Behandlungskonzept zusammen“, erklärte Prof. Dr. Torsten Wilhelm. „Dabei profitieren die Patienten vom Zusammenspiel vieler spezialisierter Fachbereiche.“

„Ist die Spiegelung unauffällig, reicht die nächste Kontrolle in zehn Jahren. Wer jedoch Blut im Stuhl bemerkt, sollte umgehend eine Darmspiegelung durchführen lassen“, warnte Prof. Eisenbach. Alternativ könne alle zwei Jahre ein Stuhltest (iFOBT) durchgeführt werden. Die Koloskopie sei jedoch zuverlässiger und im Gegensatz zu Krebsfrüherkennungsuntersuchungen wie Brustkrebs oder Prostatakrebs eine echte Vorsorgeuntersuchung.

„Es ist nie zu spät. Die Heilungschancen bei frühzeitig erkanntem Darmkrebs sind hoch“, betonte Prof. Wilhelm. Für Darmkrebs-Patienten sei eine OP oft das Mittel der Wahl: „Besonders effektiv sind minimalinvasive Eingriffe wie die laparoskopische Chirurgie, die wir hier in Weinheim bereits bei 80 % der Operationen anwenden“, so der Chefarzt. Zudem ermögliche der ‚Fast-Track’-Ansatz eine schnellere Mobilisation nach der OP, wodurch Patienten früher entlassen werden könnten. „Doch nicht alles, was chirurgisch möglich ist, ist auch sinnvoll“, erläuterte Prof. Wilhelm. „Unser Ziel ist nicht nur die Heilung, sondern auch eine hohe Lebensqualität.“

Dr. Helen Starke, Onkologin der ze:ro Praxis Weinheim, gab Einblicke in die medikamentöse Behandlung. Entscheidend für die Wahl der Therapie seien neben Ausbreitung und Lokalisation des Tumors vor allem biologische Eigenschaften der Krebszellen. „Die Behandlung wird heute sehr individuell geplant“, so Dr. Starke. Moderne Therapieansätze ermöglichten es zunehmend, die Erkrankung langfristig zu kontrollieren und dabei eine möglichst hohe Lebensqualität zu erhalten. Auch neue Entwicklungen und Studien würden Hoffnung geben, dass sich Behandlungskonzepte künftig weiter verbessern.

Ein weiterer wichtiger Aspekt sei die Nachsorge, die einen wesentlichen Beitrag zum langfristigen Behandlungserfolg leiste. Gleichzeitig wurde deutlich, wie wichtig eine vertrauensvolle Betreuung ist: Mehrere Rückmeldungen von Patientinnen und Patienten unterstrichen die hohe Zufriedenheit mit der Behandlung und der persönlichen Begleitung vor Ort.

Die Veranstaltung bot zudem Raum für individuelle Fragen, den viele Besucher intensiv nutzten. Dabei zeigte sich, dass das Thema zunehmend offener angesprochen wird und für viele kein Tabu mehr darstellt. Ziel der Veranstaltung sei es auch, die Teilnehmenden als Multiplikatoren zu gewinnen – damit das Wissen über Vorsorge und Früherkennung weitergetragen wird.

Am Ende stand erneut der zentrale Appell der Expertinnen und Experten: „Haben Sie keine Angst vor der Vorsorge“, so Eisenbach. „Darmkrebsfrüherkennung schützt – und kann Leben retten.“