Im Rahmen des Darmkrebsmonats März informierten Expertinnen und Experten der Gesundheitszentren Rhein-Neckar an mehreren Standorten über Vorsorge, Früherkennung und innovative Therapien, zuletzt am vergangenen Montag in Eberbach. Die Informationsveranstaltung stieß auf sehr großes Interesse, zahlreiche Besucherinnen und Besucher nutzten die Gelegenheit, sich über Vorsorge, Früherkennung und moderne Behandlungsmöglichkeiten zu informieren.
Dr. Bernhard Nitsche, Chefarzt für Innere Medizin und Gastroenterologie der GRN-Klinik Eberbach, nahm sich viel Zeit, um die Entstehung von Darmkrebs verständlich zu erklären. Anschaulich machte er deutlich, dass sich die Erkrankung meist über viele Jahre aus zunächst gutartigen Polypen entwickelt. Dieser lange Zeitraum eröffne entscheidende Chancen für Prävention und Früherkennung.
Besonders hob Dr. Nitsche die zentrale Rolle der Darmspiegelung hervor: Sie sei die entscheidende Maßnahme zur wirksamen Vorsorge, da dabei Polypen frühzeitig erkannt und direkt entfernt werden können – noch bevor sie sich zu Krebs entwickeln. Damit sei die Darmspiegelung eine der wenigen Untersuchungen in der Medizin, die nicht nur der Früherkennung dient, sondern aktiv Krebs verhindern kann. Regelmäßig in Anspruch genommen, könne sie in vielen Fällen Leben retten. „Krebserkrankungen fordern jedes Jahr deutlich mehr Menschenleben als Verkehrsunfälle. Umso wichtiger ist es, die Chancen der Darmkrebsvorsorge konsequent zu nutzen“, brachte Dr. Nitsche auf den Punkt.
Ergänzt wurde der internistische Blick durch die chirurgische Perspektive von Dr. Thorsten Löffler, MBA, Chefarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie der GRN-Klinik Eberbach. „Die Darmkrebschirurgie ist heute so schonend und präzise wie nie zuvor. Unser Ziel ist nicht nur die sichere Tumorentfernung, sondern auch, dass die Patientinnen und Patienten schnell wieder in ein gutes, aktives Leben zurückfinden“, so Dr. Löffler.
Ein Blick in die Zukunft der Krebsmedizin rundete das Programm ab. „Die moderne Systemtherapie beginnt heute oft schon vor einer Operation. Mit neoadjuvanten Konzepten können wir Tumoren verkleinern und die Behandlung insgesamt gezielter und erfolgreicher gestalten“, fasste Dr. Johann-Wilhelm Schmier vom GRN MVZ Sinsheim zusammen. Er stellte ausführlich die Möglichkeiten der Immuntherapie beim Dickdarmkrebs vor und erläuterte, wie moderne Behandlungsansätze die körpereigene Abwehr gezielt unterstützen können. Diese Form der Therapie sei ein wichtiger Baustein auf dem Weg zu einer zunehmend personalisierten Behandlung.
Wie schon bei den Veranstaltungen in Weinheim und Sinsheim nutzten viele Teilnehmende im Anschluss die Gelegenheit zum persönlichen Austausch mit den Referenten. Die zahlreichen Fragen und Gespräche zeigen, dass das Interesse an verständlich vermittelten medizinischen Informationen hoch ist – und dass das Thema Darmkrebs zunehmend offener angesprochen wird.
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Im Rahmen des Darmkrebsmonats März haben die GRN-Kliniken an mehreren Standorten über Vorsorge, Diagnostik und moderne Therapieoptionen bei Darmkrebs informiert. Im Mittel-punkt aller Vorträge stand eine klare und übereinstimmende Botschaft: Darmkrebs gehört zwar zu den häufigsten Krebserkrankungen, ist jedoch in vielen Fällen vermeidbar – und bei frühzeitiger Diagnose sehr gut behandelbar. Umso wichtiger sei es, das Thema weiter zu enttabuisieren und möglichst viele Menschen für die Vorsorge zu sensibilisieren.