Hernienchirurgie: Zertifiziertes Hernienzentrum Weinheim

Unsere Fachabteilung ist auf die operative Behandlung von Hernien (alle Arten von Leisten-, Bauchwand-, Narben- und Zwerchfellbrüchen, einschließlich komplizierter Wiederholungsbrüche) spezialisiert. Sie haben einen Leistenbruch und sollen an diesem operiert werden? In unserem Hernienzentrum beraten wir Sie im Hinblick auf verschiedene Operationsarten, Ihren Krankenhausaufenthalt und geben Hinweise zum Verhalten nach der OP. Bei der Behandlung kommen alle modernen endoskopischen und offenen Verfahren der Bruchversorgung zur Anwendung. Wir sind zertifiziertes Kompetenzzentrum für Hernienchirurgie und somit ausgezeichnet für die hohe Qualität unserer Therapien und Diagnostiken, die auf langjähriger Erfahrung beruhen. Als Kompetenzzentrum werden wir regelmäßig geprüft und unterliegen einer strengen Qualitätskontrolle.

Hernie - Was ist das?

Als Hernien bezeichnen wir angeborene oder erworbene Lücken in der Bauchwand, durch die sich das Bauchfell, gegebenenfalls mit Teilen der Eingeweide, nach außen drückt. Bei der Leistenhernie (auch Leistenbruch genannt) liegt die Öffnung im Bereich des Leistenkanals, der ca. vier bis fünf Zentimeter lang ist und in der Leistengegend durch die Bauchwand tritt. Durch ihn verlaufen Lymphgefäße, beim Mann der Samenstrang mit dem Samenleiter und bei der Frau das sogenannte Mutterband, das die Gebärmutter in ihrer Position hält. Die Leistenhernie ist die häufigste Form des Bauchwandbruchs. Sie kann sowohl bei Kindern als auch Erwachsenen jeden Alters und Geschlechts auftreten. Wird eine Hernie rechtzeitig operiert, ist der Eingriff in der Regel gut planbar und risikoarm.

Ausführliche Beschreibung der angebotenen Verfahren bei Leistenhernien

TAPP (transabdominale Plastik)

Hierbei wird zunächst das Bauchfell im Bereich der Leiste eingeschnitten, so dass der Bruch sichtbar wird. Nun muss der sogenannte Bruchsack gelöst werden, um anschließend ein ausreichend großes Kunststoffnetz faltenfrei über die Bruchlücke legen zu können. Bei korrekter Netzlage wird dann die Bauchfellöffnung durch eine Naht verschlossen, so dass das Netz nicht direkt mit Darmschlingen in Berührung kommt. Eine TAPP ist für Patienten mit beidseitigem Leistenbruch, oder bei denen sich nach einer offenen Voroperation erneut eine Hernie gebildet hat, geeignet. Bei diesem OP-Verfahren wird eine Vollnarkose benötigt.

TEPP (totale extraperitoneale Plastik)

Bei der TEPP wird die Bauchhöhle nicht eröffnet, sondern ein mit Luft gefüllter Ballon zwischen Bauchdecke und Bauchfell eingeschoben. Dadurch lösen sich diese beiden Schichten voneinander und wir erhalten Raum für die OP. Der Operateur legt nun den Bruchsack vorsichtig frei und schiebt den Inhalt des Bruchsackes zurück in die Bauchhöhle. Die Lücke in der Bauchwand wird durch ein Kunststoffnetz verschlossen. Durch den natürlichen Bauchinnendruck ist das Netz an seiner Stelle gut fixiert. Auch dieser Eingriff erfolgt in Vollnarkose.

Operation nach Lichtenstein

Zunächst setzen wir einen ca. fünf bis acht Zentimeter großen, querverlaufenden Hautschnitt oberhalb des Leistenbandes, legen den Bruchsack frei und schieben den Inhalt vorsichtig zurück in die Bauchhöhle. Anschließend wird die Bruchlücke mit einem Kunststoffnetz abgedeckt, das am Leistenband und auf den seitlich gelegenen, schrägen Bauchmuskeln fixiert wird. Eine Operation nach Lichtenstein wird vor allem bei größeren Brüchen durchgeführt oder bei wiederholten Auftreten eines Leistenbruches, der bereits mittels Schlüsselloch-Technik operativ versorgt worden war. Der Eingriff wird in der Regel in Vollnarkose durchgeführt, kann aber auch in Rückenmarksanästhesie oder lokaler Betäubung vorgenommen werden.

Shouldice/ Minimal Repair

Bei diesen beiden offenen OP-Verfahren wird ein kleiner, querverlaufender Schnitt oberhalb des Leistenbandes gesetzt, der Bruchsack freigelegt und in die Bauchhöhle zurückverlagert. Anders als bei den oben vorgestellten Verfahren schließen wir die Bruchlücke, indem wir die Rückwand des Leistenkanals durch eine Naht stabilisieren – ein Netz wird nicht benötigt. Diese Eingriffe sind vor allem Kindern und Jugendlichen und sogenannten Sportlerhernien vorbehalten.

Die Auswahl des für Sie am besten geeigneten Verfahrens treffen wir – nach der ausführlichen Untersuchung, auch mittels Ultraschall – gemeinsam mit Ihnen während eines ausführlichen Beratungsgesprächs. Danach vereinbaren wir mit Ihnen einen OP-Termin. Damit die Qualität der Hernienchirurgie in unserer Klinik immer dem höchstem Standard entspricht, nehmen wir an der Qualitätssicherungsstudie Herniamed teil. Hierzu werden sämtliche von uns operierten Hernien dokumentiert und die erhobenen Daten einer wissenschaftlichen Auswertung zugeführt. Wir haben das Gütesiegel „Herniamedzentrum“ erhalten.

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