Der Patienteninformationstag des Brustzentrums Weinheim stieß am vorvergangenen Samstag auf großes Interesse. Die Cafeteria der GRN-Klinik Weinheim war bis auf den letzten Platz gefüllt. Zahlreiche Patientinnen, Angehörige und Interessierte informierten sich über moderne Brustkrebstherapien.
Das Vortragsprogramm reichte von der antihormonellen Therapie über moderne Operationskonzepte bis hin zu Sexualität und einem kritischen Umgang mit Gesundheitsinformationen im Internet.
„Ich bin glücklich und überwältigt, wie viele Menschen heute zu uns gekommen sind“, freut sich Dr. Lelia Bauer, Chefärztin der Gynäkologie und Geburtshilfe der GRN-Klinik Weinheim und Leiterin des Brustzentrums. „Das zeigt, wie relevant das Thema bei ca. 72.000 Neuerkrankungen jährlich ist – für Betroffene wie auch für Angehörige.“
Den Auftakt machte Prof. Dr. med. Florian Schütz, Chefarzt der Gynäkologie und Geburtshilfe am Diakonissen-Stiftungs-Krankenhaus Speyer. Er gab einen Überblick über die antihormonelle Therapie, eine zentrale Säule der Brustkrebsbehandlung. Früh erkannter Brustkrebs sei bis zu 95 Prozent heilbar. Rund zwei Drittel aller Tumoren wüchsen hormonabhängig und seien gut behandelbar. Die Therapietreue bleibe entscheidend, da etwa 20 Prozent die Behandlung vorzeitig abbrechen.
Dr. med. Markus Valk, Facharzt für Frauenheilkunde, Geburtshilfe und Sexualtherapeut, sprach über ein häufig tabuisiertes Thema: Sexualität bei und nach Brustkrebs. Körperliche Veränderungen, Therapien und seelische Belastungen beeinflussen Selbstbild und Partnerschaft. „Sexualität ist Teil der Lebensqualität. Reden hilft – Schweigen belastet“, betont Dr. Valk.
Unter dem Leitgedanken „Weniger ist mehr“ zeigte Dr. Lelia Bauer die enormen Fortschritte moderner Operationskonzepte. Studien belegen, dass weniger invasive Eingriffe bei gleicher onkologischer Sicherheit die Lebensqualität verbesserten. „Unser Ziel ist maximale Sicherheit bei minimaler Belastung“, so Dr. Bauer.
Christoph Kessler, Experte für Social Media und digitale Patientenkommunikation, erläuterte in seinem Vortrag die Rolle von Social Media bei Gesundheitsentscheidungen. „Information ist jederzeit verfügbar, Orientierung eher selten. Gerade bei Gesundheitsthemen braucht es eine verlässliche Einordnung“, so Kessler.
Zum Abschluss berichtete Sabine Banzhaf als ehemalige Betroffene über ihr Leben nach der Akuttherapie. Sie sprach über Unsicherheiten, neue Perspektiven und die Bedeutung von Selbsthilfe und Unterstützungsangeboten. Nachsorge sei ein Prozess, der Aufmerksamkeit verdiene.
Neben den Vorträgen nutzten viele Besucherinnen die Gelegenheit zum persönlichen Austausch mit dem Team des Brustzentrums sowie mit den zahlreichen Ausstellenden. Bei Kaffee und Kuchen wurde informiert, nachgefragt und ermutigt.
Medizinischer Fortschritt, ehrliche Kommunikation und Begegnungen sind zentrale Bausteine der Brustkrebsbehandlung. Dies wurde beim Infotag an der GRN-Klinik Weinheim erlebbar.
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