Gelenk-Operationen nicht aufschieben

Chefarzt Dr. Martin Stark warnt vor bleibenden Schäden / Strenge Hygienemaßnahmen in der GRN-Klinik Eberbach


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Starke Schmerzen sollten nicht auf die lange Bank geschoben werden, meint Dr. Martin Stark. Der Chefarzt der Orthopädie und Unfallchirurgie und Leiter des Endoprothetikzentrums der GRN-Klinik Eberbach ermuntert Menschen mit anhaltenden Knie-, Schulter- oder Hüftschmerzen auch in Corona-Zeiten ihr Leiden nicht hinzunehmen, sondern einen Arzt aufzusuchen. Bei vielen kann ein künstliches Gelenk zu neuer Lebensqualität beitragen.

Herr Dr. Stark, wie nehmen Sie den Patienten die Angst davor, sich in Zeiten der Pandemie einer Gelenkoperation zu unterziehen?

Dr. Stark: Natürlich sind viele Patienten verunsichert. Aber in unserer Klinik gelten hohe Sicherheitsstandards, um Infektionen mit Corona-Viren zu vermeiden. Hierzu zählt z.B., dass Patienten zur stationären Aufnahme und Mitarbeiter mehrfach wöchentlich getestet werden. Auch für die Weiterbehandlung in Reha-Einrichtungen gelten strenge Hygienemaßnahmen. Somit ist eine operative Versorgung mit einem Hüft- oder Kniegelenk zum jetzigen Zeitpunkt uneingeschränkt und sicher möglich. Auch die Nachbehandlung in einer entsprechenden Reha-Einrichtung kann gewährleistet werden.

Sie arbeiten aktuell an der sechsten Zertifizierung in Folge. Wie wichtig ist solch eine Auszeichnung in der heutigen Zeit?

Dr. Stark: Wir waren bei unserer ersten Zertifizierung im Jahr 2015 die Nummer 311 in Deutschland – von über 2000 Kliniken. Das war damals schon sehr fortschrittlich und ist es heute immer noch. Seither haben wir die jährlichen Überprüfungen erfolgreich bestanden. Das Siegel Endocert, das von der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und orthopädische Chirurgie (DGOOC) vergeben wird, sichert Patienten einen hohen Qualitätsstandard zu. Bei der Zertifizierung kommen alle Abläufe auf den Prüfstand – von der Aufnahme des Patienten über die Vorbereitung zur Operation, den stationären Aufenthalt mit OP und anschließender Physiotherapie bis hin zur Entlassung in eine entsprechende Reha-Einrichtung.  

Wie viele Gelenke „bauen“ Sie in einem Jahr ein?

Dr. Stark: Alleine 2019 gab es in Eberbach mehr als 300 Gelenkersatz-Operationen. Eine hohe Patientenzufriedenheit von 96 Prozent macht deutlich, dass immer der Patient im Mittelpunkt steht. Unterstützt werden die erfahrenen Operateure bei uns von modernster Software: Die Operationen werden computergestützt geplant. Schmerzkatheter sind durch den Einsatz moderner, von den Patienten selbst bedienbarer Applikatoren für Schmerzmittel nicht mehr notwendig. Die Patienten sind dadurch schneller wieder fit und mobil.

Wie wichtig ist Mobilität für den Patienten?

Dr. Stark: Das Ziel ist, dass der Patient wieder seine ursprüngliche Mobilität erhält, damit er sich schmerzfrei bewegen kann. Mobilität ist Lebensqualität. Aufgrund der Corona-Pandemie erleben wir es aber immer wieder, dass Patienten sich zu spät für einen operativen Eingriff entscheiden. Dabei sollten entzündliche Prozesse mit Bewegungsdefizit im Gelenk unbedingt vermieden werden. Entsprechende Befunde müssen auch in Corona-Zeiten schnell operiert werden. Ich warne davor, wichtige Gelenkoperationen aufzuschieben. Das kann schlimme Folgen haben, die auch irreparabel sein können.

Welche Operationsmethoden kommen in Eberbach zum Einsatz?

Dr. Stark: Wir führen bei dem künstlichen Hüftgelenksersatz die meisten Eingriffe zementfrei aus. Dabei nutzen wir vorzugsweise einen kürzeren Prothesenschaft, der ein knochensparendes Operieren ermöglicht. Selbstverständlich werden auch Wechseloperationen am Hüftgelenk ausgeführt, hier sind in der Regel Spezialimplantate notwendig. Der Zugang zum Hüftgelenk erfolgt minimalinvasiv, das heißt ein kleiner Schnitt genügt und es ist keine Durchtrennung von Muskeln oder Sehnen notwendig.

Bei den Kniegelenken verwenden wir ein 2017 neu eingeführtes Implantat mit großem Erfolg. Der größte Vorteil: Es gibt davon für jede Seite mehr als 20 unterschiedliche Größen in 2mm Abständen, sodass für jeden Patienten ein passendes Implantat vorhanden ist.

Neben einer gut ausgeführten OP ist natürlich auch die Betreuung nach der Operation wichtig. Bereits am Operationstag werden die Patienten bei uns mobilisiert. Ab dem ersten postoperativen Tag beginnt die reguläre Physiotherapie, sodass die Patienten die Klinik in der Regel nach sechs bis sieben Tagen verlassen können.
 
Patienten mit entsprechenden Beschwerden können gerne einen Termin in der Spezialsprechstunde für Gelenkersatz-Operationen vereinbaren. Telefonisch ist das Sekretariat der Orthopädie und Unfallchirurgie unter 06271 83 213 erreichbar.

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