Die Qualität unserer Arbeit

Konzeptionelles Arbeiten ist die Grundvoraussetzung für eine systematische, fundierte und effektive Pflege und Betreuung und somit ein wichtiger Baustein zur Sicherung der Qualität in unserer Einrichtung. Unsere Konzepte werden von multiprofessionellen Mitarbeiterteams in Zusammenarbeit mit dem Träger entwickelt und in regelmäßig stattfindenden Arbeitsgruppen auf ihre Aktualität überprüft. In ihrer Gesamtheit spiegeln unsere Konzeptionen daher einen umfangreichen, teils durch jahrelange Berufserfahrung erworbenen und bereichsübergreifenden Erfahrungsschatz wieder. Die konzeptionell formulierten Ziele und Methoden sind für alle Mitarbeiter bindend.

Qualitätsbericht des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK)

Pflegebedürftige und Angehörige können sich mit Hilfe der Noten über die Qualität von Pflegeheimen informieren. Eine erste Orientierung bietet die Gesamtnote einer Pflegeeinrichtung. Darüber hinaus informieren weitere Noten über die Qualität verschiedener Bereiche. Seit Herbst 2009 werden die von Pflegeeinrichtungen erbrachten Leistungen und ihre Qualität, jährlich vom Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) geprüft und mit dem Schulnoten-System bewertet. Das GRN-Betreuungszentrum Weinheim hat bei der letzten MDK-Prüfung mit der Gesamtnote 1,0 abgeschnitten.

Unsere Konzepte und deren Bedeutung im Überblick:

Pflegekonzept

In unserem Pflegekonzept beschreiben wir die Gestaltung pflegerischer Abläufe in unserer Einrichtung. Das Kernziel unseres pflegerischen Handelns ist die Erhaltung, Förderung beziehungsweise das Wiedererlangen von Wohlbefinden und Unabhängigkeit unserer Bewohner. Hierbei orientieren wir uns an dem pflegewissenschaftlich anerkannten Pflegemodell der ganzheitlich-fördernden Prozesspflege von Monika Krohwinkel.

Krohwinkel geht von den Bedürfnissen der Pflegebedürftigen aus und orientiert sich in ihrem Konzept an den "Aktivitäten und existenzielle Erfahrungen des Lebens" (AEDL). Diese fasst sie in 13 Kategorien zusammen, deren Reihenfolge keine maßgebliche Gewichtung darstellt. Alle 13 Kategorien sind für sich wichtig, stehen aber auch in einer direkten Wechselwirkung zueinander:

  1. kommunizieren können
  2. sich bewegen können
  3. vitale Funktionen des Körpers aufrecht erhalten können
  4. sich pflegen können
  5. essen und trinken können
  6. ausscheiden können
  7. sich kleiden können
  8. ruhen und schlafen können
  9. sich beschäftigen können
  10. für Sicherheit in der Umgebung sorgen können
  11. sich als Mann/Frau fühlen können
  12. soziale Bereiche des Lebens sichern können
  13. mit existenziellen Erfahrungen des Lebens umgehen können
Gerontopsychiatrisches Konzept

Mit steigendem Lebensalter treten gehäuft psychiatrische Erkrankungen auf, die in jüngeren Lebensabschnitten eher selten sind. Dies ist insbesondere bei den so genannten Demenzen der Fall.

Die Gründe für eine demenzielle Erkrankung können vielfältig sein. Die häufigsten Urachen sind:

  • Demenz vom Alzheimer-Typus als "degenerationsbedingte" Hirnabbauerkrankung
  • vaskuläre (herz-, gefäß-, kreislaufbedingte) Erkrankungen, die bei fortschreitendem Verlauf zu einer durchblutungsbedingten Hirnabbauerkrankung führen können
  • Mischformen aus Alzheimer und vaskulären Erkrankungen

Menschen mit einer gerontopsychiatrischen Erkrankung bedürfen unserer besonderen Aufmerksamkeit und Fürsorge. Um ihren Bedürfnissen gerecht werden zu können, bieten wir unseren an einer Demenz erkrankten Bewohnern im GRN-Betreuungszentrum Weinheim daher inhaltlich differenzierte und allumfassenden Pflege und Betreuung. Hierbei arbeiten wir vor allem mit Arbeitsmethoden wie der Bezugspflege, der Validation und dem Realitätsorientierungstraining.

Bezugspflege

Bezugspflege bedeutet in erster Linie, dass eine Pflegekraft die Zuständigkeit und die Verantwortlichkeit für die zu betreuende Person in besonderer Weise übernimmt. Die Aufgaben der Bezugsperson können je nach Zustand des zu Betreuenden stark variieren. Oft übernimmt die Bezugsperson die Rolle des Beraters, des Helfers und des Begleiters durch den Alltag. Hierbei achtet sie grundsätzlich darauf, dass die zu begleitende Person so viel wie möglich eigenverantwortlich entscheidet.

Validation

Die Arbeit mit dementen Menschen wird wesentlich durch die Einstellung zu ihnen geprägt. Definiert man alle Verhaltensweisen der erkrankten Person als Resultat von Verwirrtheit oder Desorientiertheit, dann besteht der Großteil der pflegerischen Arbeit in der Beaufsichtigung. Diese Sichtweise ändert sich jedoch schnell, wenn Gründe und Sinnhaftigkeit bestimmter Verhaltensmuster und Äußerungen des Erkrankten hinterfragt werden. Dies ist der erste Schritt in den validativen Ansatz.

Bei der Validation wird der emotionale Gehalt der Aussagen und des Verhaltens einer Person aufgegriffen und "validiert" (für gültig erklärt), ohne zu analysieren, zu bewerten oder zu korrigieren („Altenpflege in Ausbildung und Praxis", Ilka Köther/Else Gnamm, 1995). Das Anerkennen von Gefühlen stärkt das Selbswertgefühl des Erkrankten und schafft Vertrauen in sein Umfeld.

Realitätsorientierungstraining

Das Realitätsorientierungstraining (kurz: ROT) hat zum Ziel, die zeitliche, räumliche, situative und personenbezogene Orientierung aufrecht zu erhalten und zu fördern. Es ist ein in der Geriatrie häufig angewendeter Therapieansatz, der besonders in der Betreuung von demenziell erkrankten Menschen zum Tragen kommt. 

Einen wichtigen Aspekt im informellen ROT stellt die Milieutherapie dar. Die Gestaltung des Umfeldes bietet hierbei dem Erkrankten stets Orientierungshilfen an. So wird beispielsweise durch das Anbringen von großen Uhren und Kalendern die zeitliche Orientierung gefördert. Namensschilder an den Zimmertüren oder auch farbliche Gestaltung der Flure und der Bewohnerzimmer unterstützen den Erkrankten bei der örtlichen Orientierung. Grundsätzlich sind alle Aspekte des ROT auf die Erhaltung und Förderung von Ressourcen ausgerichtet. Dem Erkrankten soll so lange wie irgend möglich seine Selbstständigkeit und damit sein Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl erhalten bleiben.

Soziales Betreuungskonzept

Soziale Betreuung kann und soll wesentlich dazu beitragen, dass die Menschen im Heim sich persönlich angenommen und wohl fühlen können sowie weniger unter den Folgen der Pflegebedürftigkeit leiden müssen.

Sie soll

  • Vereinsamung entgegen wirken
  • Isolation vermeiden helfen
  • Gemeinschaft fördern
  • Individualität erhalten
  • Ressourcen erhalten und fördern
  • Lebensqualität verbessern

Die soziale Betreuung ist Teil des Kernleistungsangebotes in unserer Einrichtung. Pflege und soziale Betreuung arbeiten eng im Interesse des Bewohners zusammen. Das zugrundeliegende Pflegemodell der AEDL nach Monika Krohwinkel ist auch konzeptioneller Handlungsrahmen für die Mitarbeiter der sozialen Betreuung. Zielsetzung ist es, den Bewohnern ein möglichst eigenständiges Leben in der Einrichtung zu ermöglichen. Wo immer erforderlich oder gewünscht, ist die soziale Betreuung assistierend und unterstützend tätig.

Neben der Aufgabe, die aus der sozialen Betreuung der Bewohner selbst resultiert, gehört die Arbeit mit Angehörigen und Ehrenamtlichen sowie die Kontaktpflege zum Gemeinwesen mit zu den Aufgaben des Fachbereiches. Angebote der sozialen Betreuung finden direkt in den Zimmern der Bewohner, in den Gemeinschaftsbereichen der Wohnbereiche und in verschiedenen Mehrzweck-/Therapieräumen der Einrichtung statt. Auch das angegliederte umfangreiche Parkgelände wird zum Zweck sozialer Betreuung in Form von Freizeit-, Arbeits-, und Beschäftigungsangeboten genutzt. Darüber hinaus finden regelmäßig Angebote außerhalb der Einrichtung statt.

Unsere Angebote im Rahmen der sozialen Betreuung

Gruppenangebote zur Erhaltung der Selbstständigkeit:

  • Kochgruppen
  • Kreativgruppen (Malen, Basteln mit Papier, Stoffen, Keramik, Holz etc.)
  • Gymnastik (Sitzspiele, z. B. Sitztanz, Ballspiele)
  • Einsatz der "Nintendo Wii" (Kegeln, Tennis, Boxen etc.)
  • Gartenarbeit (Zierpflanzen und Küchenkräuter)
  • Einkaufsfahrten
  • Schwimmgruppe
  • Spaziergänge im Park

Tagesstrukturangebote:

  • Tagesstube (für interne Gäste)
  • Mitarbeit im Garten / in der Wäscherei
  • Pflege der Tiere im Streichelzoo
  • Pflege der Aquarien
  • Bewohnerkiosk
  • Werkgruppen
  • hauswirtschaftliche Mitarbeit in den Wohnbereichen

Neigungsgruppen:

  • Kochen
  • textiles Werken
  • Singen und Musizieren
  • Arbeiten mit Keramik
  • Ausflugsfahrten

Ehrenamtliche Angebote:

  • Besuchsdienste
  • ambulanter Hospizdienst
  • Begleitung zu Ausflügen
  • Gottesdienstbesuche
  • Strickgruppe
  • Spielegruppe (Rommé, Canasta)
  • Cafeteria-Service
  • Musikveranstaltungen

Aktivitäten zur Förderung der Gemeinschaft:

Jahreszeitliche Feste wie zum Beispiel

  • Frühlingsfeste auf den Wohnbereichen mit den Angehörigen
  • großes Sommerfest mit Musik und gemeinsamem Grillen, Kaffee und Kuchen
  • geselliges Beisammensein mit den Angehörigen und Bazar im Park
  • Herbstfeste mit den Angehörigen auf den Wohnbereichen
  • Nikolausfeiern auf den Wohnbereichen mit den Angehörigen
  • gemeinsame große Weihnachtsfeier mit Bewohnern und Angehörigen

Weitere Aktivitäten zur Gemeinschaftsförderung sind:

  • Bewohnerrunden
  • Gottesdienste
  • Konzerte
  • Kinonachmittage
  • Vernissagen

Das gesamte Leistungsangebot der sozialen Betreuung wird regelmäßig überprüft und den Bedürfnissen unserer Bewohner angepasst.

Versorgungskonzept

Das GRN-Betreuungszentrum Weinheim ist durch einen Versorgungsvertrag nach § 72 SGB XI mit den Pflegekassen zur vollstationären Dauerpflege sowie zur eingestreuten Kurzzeitpflege pflegebedürftiger Personen zugelassen. Durch den Versorgungsvertrag wird gleichzeitig das Versorgungskonzept definiert.

Unsere Einrichtung nimmt auch Personen auf, die Leistungen einer durch Versorgungsvertrag zugelassenen Altenpflegeeinrichtung in Anspruch nehmen wollen, bei denen aber der Pflege- und Betreuungsbedarf noch nicht die Schwelle erreicht hat, ab der eine Pflegebedürftigkeit im Sinne des Pflegeversicherungsrechts (SGB XI) vorliegt ("Pflegestufe 0").

Neben den Pflegeleistungen, die sich am individuellen Pflegebedarf der Bewohner orientieren, werden zusätzliche Leistungen zur Teilnahme am gesellschaftlichen Leben innerhalb und außerhalb der Einrichtung erbracht. Diese Leistungen dienen der Kompensation von Behinderungen und psychopathologisch bedingten Einschränkungen und Verhaltensstörungen. Hierzu werden ergänzende Betreuungsleistungen angeboten, wie beispielsweise zielgerichtete Angebote zur Teilnahme an Aktivitäten (Kochen, Backen, handwerkliche Arbeiten, Arbeitstherapie, Sport, Ausflüge u. ä.).

Unsere Versorgungs- und Betreuungsangebote richten sich an folgende Zielgruppen:

  • seelisch behinderte Personen und abhängigkeitskranke Menschen
  • MS-Patienten
  • Wachkoma-Patienten
  • Corea-Huntington-Patienten
  • geistig und mehrfach behinderte Personen
  • Pflege und Betreuung für Personen mit schweren Verhaltensauffälligkeiten einschließlich Selbst- oder Fremdgefährdung, die der Unterbringung in einem geschlossenen Bereich bedürfen
  • Personen mit erheblichem allgemeinen Betreuungsbedarf (demenziell Erkrankte mit erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz)
  • Personen mit gerontopsychiatrischen Einschränkungen
Hauswirtschaftskonzept

Sich daheim fühlen bedeutet aus unserer Sicht auch:

  • eine saubere, gepflegte Umgebung
  • saubere Wäsche
  • genügend frische Kleidung zur Auswahl

Um unseren Bewohnerinnen und Bewohnern dies gewährleisten zu können, beschäftigen wir unser eigenes Fachpersonal unter der Regie einer Ökotrophologin (Haushalts- und Ernährungswissenschaftlerin). Die hauseigene Wäscherei bietet eine "Just-in-Time"-Wäscheversorgung. Der Wäschewechsel findet nach Bedarf statt, nicht nach Plan!

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