Die Qualität unserer Arbeit

Konzeptionelles Arbeiten ist die Grundvoraussetzung für eine systematische, fundierte und effektive Pflege und Betreuung und somit ein wichtiger Baustein zur Sicherung der Qualität in unserer Einrichtung. Unsere Konzepte werden von multiprofessionellen Mitarbeiterteams in Zusammenarbeit mit dem Träger entwickelt und in regelmäßig stattfindenden Arbeitsgruppen auf ihre Aktualität überprüft. In ihrer Gesamtheit spiegeln unsere Konzeptionen daher einen umfangreichen, teils durch jahrelange Berufserfahrung erworbenen und bereichsübergreifenden Erfahrungsschatz wieder. Die konzeptionell formulierten Ziele und Methoden sind für alle Mitarbeiter bindend.

Qualitätsbericht des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK)

Pflegebedürftige und Angehörige können sich mit Hilfe der Veröffentlichung des Prüfberichtes des medizinischen Dienstes der Krankenkassen über die Qualität von Pflegeheimen informieren. Eine Zusammenfassung des Prüfberichtes unseres Hauses finden Sie hier.

Unsere Konzepte und deren Bedeutung im Überblick:

Gerontopsychiatrisches Konzept

Mit steigendem Lebensalter treten gehäuft psychiatrische Erkrankungen auf, die in jüngeren Lebensabschnitten eher selten sind. Dies ist insbesondere bei den so genannten Demenzen der Fall.

Die Gründe für eine demenzielle Erkrankung können vielfältig sein. Die häufigsten Urachen sind:

  • Demenz vom Alzheimer-Typus als "degenerationsbedingte" Hirnabbauerkrankung
  • vaskuläre (herz-, gefäß-, kreislaufbedingte) Erkrankungen, die bei fortschreitendem Verlauf zu einer durchblutungsbedingten Hirnabbauerkrankung führen können
  • Mischformen aus Alzheimer und vaskulären Erkrankungen

Menschen mit einer gerontopsychiatrischen Erkrankung bedürfen unserer besonderen Aufmerksamkeit und Fürsorge. Um ihren Bedürfnissen gerecht werden zu können, bieten wir unseren an einer Demenz erkrankten Bewohnern im GRN-Betreuungszentrum Weinheim daher inhaltlich differenzierte und allumfassenden Pflege und Betreuung. Hierbei arbeiten wir vor allem mit Arbeitsmethoden wie der Bezugspflege, der Validation und dem Realitätsorientierungstraining.

Bezugspflege

Bezugspflege bedeutet in erster Linie, dass eine Pflegekraft die Zuständigkeit und die Verantwortlichkeit für die zu betreuende Person in besonderer Weise übernimmt. Die Aufgaben der Bezugsperson können je nach Zustand des zu Betreuenden stark variieren. Oft übernimmt die Bezugsperson die Rolle des Beraters, des Helfers und des Begleiters durch den Alltag. Hierbei achtet sie grundsätzlich darauf, dass die zu begleitende Person so viel wie möglich eigenverantwortlich entscheidet.

Validation

Die Arbeit mit dementen Menschen wird wesentlich durch die Einstellung zu ihnen geprägt. Definiert man alle Verhaltensweisen der erkrankten Person als Resultat von Verwirrtheit oder Desorientiertheit, dann besteht der Großteil der pflegerischen Arbeit in der Beaufsichtigung. Diese Sichtweise ändert sich jedoch schnell, wenn Gründe und Sinnhaftigkeit bestimmter Verhaltensmuster und Äußerungen des Erkrankten hinterfragt werden. Dies ist der erste Schritt in den validativen Ansatz.

Bei der Validation wird der emotionale Gehalt der Aussagen und des Verhaltens einer Person aufgegriffen und "validiert" (für gültig erklärt), ohne zu analysieren, zu bewerten oder zu korrigieren („Altenpflege in Ausbildung und Praxis", Ilka Köther/Else Gnamm, 1995). Das Anerkennen von Gefühlen stärkt das Selbswertgefühl des Erkrankten und schafft Vertrauen in sein Umfeld.

Realitätsorientierungstraining

Das Realitätsorientierungstraining (kurz: ROT) hat zum Ziel, die zeitliche, räumliche, situative und personenbezogene Orientierung aufrecht zu erhalten und zu fördern. Es ist ein in der Geriatrie häufig angewendeter Therapieansatz, der besonders in der Betreuung von demenziell erkrankten Menschen zum Tragen kommt. 

Einen wichtigen Aspekt im informellen ROT stellt die Milieutherapie dar. Die Gestaltung des Umfeldes bietet hierbei dem Erkrankten stets Orientierungshilfen an. So wird beispielsweise durch das Anbringen von großen Uhren und Kalendern die zeitliche Orientierung gefördert. Namensschilder an den Zimmertüren oder auch farbliche Gestaltung der Flure und der Bewohnerzimmer unterstützen den Erkrankten bei der örtlichen Orientierung. Grundsätzlich sind alle Aspekte des ROT auf die Erhaltung und Förderung von Ressourcen ausgerichtet. Dem Erkrankten soll so lange wie irgend möglich seine Selbstständigkeit und damit sein Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl erhalten bleiben.

Versorgungskonzept

Das GRN-Betreuungszentrum Weinheim ist durch einen Versorgungsvertrag nach § 72 SGB XI mit den Pflegekassen zur vollstationären Dauerpflege sowie zur eingestreuten Kurzzeitpflege pflegebedürftiger Personen zugelassen. Durch den Versorgungsvertrag wird gleichzeitig das Versorgungskonzept definiert.

Unsere Einrichtung nimmt auch Personen auf, die Leistungen einer durch Versorgungsvertrag zugelassenen Altenpflegeeinrichtung in Anspruch nehmen wollen, bei denen aber der Pflege- und Betreuungsbedarf noch nicht die Schwelle erreicht hat, ab der eine Pflegebedürftigkeit im Sinne des Pflegeversicherungsrechts (SGB XI) vorliegt ("Pflegestufe 0").

Neben den Pflegeleistungen, die sich am individuellen Pflegebedarf der Bewohner orientieren, werden zusätzliche Leistungen zur Teilnahme am gesellschaftlichen Leben innerhalb und außerhalb der Einrichtung erbracht. Diese Leistungen dienen der Kompensation von Behinderungen und psychopathologisch bedingten Einschränkungen und Verhaltensstörungen. Hierzu werden ergänzende Betreuungsleistungen angeboten, wie beispielsweise zielgerichtete Angebote zur Teilnahme an Aktivitäten (Kochen, Backen, handwerkliche Arbeiten, Arbeitstherapie, Sport, Ausflüge u. ä.).

Unsere Versorgungs- und Betreuungsangebote richten sich an folgende Zielgruppen:

  • seelisch behinderte Personen und abhängigkeitskranke Menschen
  • MS-Patienten
  • Wachkoma-Patienten
  • Corea-Huntington-Patienten
  • geistig und mehrfach behinderte Personen
  • Pflege und Betreuung für Personen mit schweren Verhaltensauffälligkeiten einschließlich Selbst- oder Fremdgefährdung, die der Unterbringung in einem geschlossenen Bereich bedürfen
  • Personen mit erheblichem allgemeinen Betreuungsbedarf (demenziell Erkrankte mit erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz)
  • Personen mit gerontopsychiatrischen Einschränkungen
Hauswirtschaftskonzept

Sich daheim fühlen bedeutet aus unserer Sicht auch:

  • eine saubere, gepflegte Umgebung
  • saubere Wäsche
  • genügend frische Kleidung zur Auswahl

Um unseren Bewohnerinnen und Bewohnern dies gewährleisten zu können, beschäftigen wir unser eigenes Fachpersonal unter der Regie einer Ökotrophologin (Haushalts- und Ernährungswissenschaftlerin). Die hauseigene Wäscherei bietet eine "Just-in-Time"-Wäscheversorgung. Der Wäschewechsel findet nach Bedarf statt, nicht nach Plan!

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