Nierensteine (Nephrolithiasis)

Was ist die Ursache von Nierensteinen (Nephrolithiasis)?

Nierensteine, in der Fachsprache als Nephrolithiasis bezeichnet, sind Kristallbildungen bzw. Verklumpungen, die im Nierenhohlsystem entstehen und über das Nierenbecken in den Harnleiter wandern. In den meisten Fällen lösen sich diese von selbst auf und bedürfen keiner weiteren Behandlung. In einigen Fällen ist es jedoch ratsam, sie medizinisch entfernen zu lassen.

Die Ursache von Nierensteinen ist häufig auf die Ernährung zurückzuführen kombiniert mit einer genetischen Veranlagung. Ernährungsbedingte Risikofaktoren für Nierensteine sind unter anderem die folgenden:

•    Unzureichende Flüssigkeitsaufnahme
•    Eine sehr fleischhaltige Ernährung
•    Süße Getränke
•    Hoher Konsum vom Milchprodukten mit viel Kalzium

Hinzu kommen weitere Risikofaktoren wie Übergewicht und wenig Sport. Mit regelmäßiger Bewegung, einer guten Flüssigkeitszufuhr von etwa 2 Litern Wasser pro Tag und einer Gewichtsreduktion kann der Entstehung von Nierensteinen oft schon vorgebeugt werden. Idealerweise sollte die tägliche Trinkmenge so hoch sein, dass zwischen 2 und 2,5 Litern Urin pro Tag ausgeschieden wird.
 

Welche Symptome bei Nierensteinen?

Stecken Nierensteine im Harnleiter fest, kann es zu krampfartigen Schmerzen kommen. Mithilfe einer Muskelanspannung versucht der Körper, die Nierensteine aus dem Harnleiter zu bewegen. Als Folge des verstopften Harnleiters kann es zu einem Harnstau kommen, Bakterien vermehren sich und können Entzündungen herbeiführen. Schlimmstenfalls droht eine Blutvergiftung. Wobei für die Entstehung der klassischen „Koliken“ in der Regel nicht der Stein selbst verantwortlich ist, sondern der daraus resultierende Harnstau bzw. die Unmöglichkeit, dass die sogenannte peristaltische Welle (Zusammenziehen der Muskulatur) den Urin vom Nierenbecken nach außen zum Harnleiter bzw. der Blase transportiert.

 

Nierensteine: Behandlung in der Klinik Eberbach

Im Urologischen Steinzentrum Rhein-Neckar-Odenwald der GRN-Klinik Eberbach werden Nierensteine wie folgt behandelt. 
Ein hoher Anteil an Steinen geht spontan ab – hier muss keine invasive, also operative Maßnahme ergriffen werden. Gleichwohl gibt es eine Reihe von Maßnahmen, die die Steinaustreibung fördern und den Steinabgang erleichtern. Viele davon müssen unter ärztlicher Anweisung bzw. unter ärztlicher Supervision stattfinden.

 

Invasive Methoden der Steintherapie

Zu den invasiven Methoden der Steintherapie zählt die Ureteroskopie bzw. genauer die ureteroskopische Steinbergung und -extraktion.

 

Minimal-invasive Steintherapie mit Ureteroskop

Hierfür verwenden wir hochmoderne sogenannte Ureteroskope – genauer: Ureterorenoskope. Mit diesen können wir endoskopisch – also minimal-invasiv – über die Harnröhre, durch die Blase rückwärts in den Harnleiter bis hoch ins Nierenbecken blicken. Die dort entsprechend lokalisierten Harnleiter- oder Nierenbeckensteine können dann mittels filigraner endoskopischer Instrumente (Steinfangkörbchen, Steinfasszangen) geborgen und auf natürlichem Weg extrahiert oder entfernt werden. Steine, die für eine direkte und vollständige Bergung zu groß sind, werden unmittelbar vor Ort zerkleinert. Dabei spielen insbesondere der Holmium Laser oder ballistische Verfahren eine Rolle.

 

Holmium Laser zur Steintherapie

Der Holmium Laser (eigentlich Holmium: YAG-Laser) erzeugt eine gepulste Energie von unterschiedlichen Wellenlängen, die eine Desintegration der Steine ermöglicht. Dabei kann die Dauer der Wellenlänge und die Frequenz sowie die Energie so moduliert werden, dass Steine entweder zerkleinert (fragmentiert / desintegriert) werden oder zu Sand zerstäubt werden (Dusting). Dabei ist der größte Vorteil dieses Verfahrens, dass der Holmium Laser eine extrem geringe Eindringtiefe ins Gewebe hat – d. h. er ist quasi ein Kontaktlaser, dessen große Energie eben nur dort wirkt, wo die Spitze der Laserfaser die Energie abgeben soll. Zur Anwendung kommen dabei winzig kleine, sehr dünne Laserfasern, sogenannte „End-fire“-Fasern mit einer Dicke von 272 Mikrometern (272 um), die über die Ureteroskope eingeführt und unter strenger optischer Kontrolle direkt an den Stein herangeführt werden. 
Je nach Steinlokalisation werden starre (also sogenannte semi-rigide) Ureteroskope (für Steine im Harnleiter und Nierenbecken) bzw. flexible Ureteroskope (biegsame Instrumente) für Nierenbeckenkelchsteine eingesetzt.

 

Flexible Ueteroskope (biegsame Instrumente) zur Nierensteinbehandlung

Die flexiblen Ureteroskope sind ein technisches Meisterwerk. Über winzige Bedienhebel kann die flexible Spitze des Instruments in beide Richtungen (Flexion und Extension) um bis zu 270° gebogen werden. Simultan mit der axialen Drehung des Handgriffes des Instruments gelingt es so, jeden noch so versteckten Winkel des teilweise fuchsbauartig verzweigten Nierenbeckenkelchsystems zu erreichen.
Sämtliche flexible Ureteroskope sind voll digitalisierte Geräte, sogenannte Chip-on-the-tip-Geräte, und liefern ein gestochen scharfes Bild in 4K-Qualität.
In Kombination mit Hochleistungs-Kontrollern und einer nachgeordneten 4K Monitorkette, ist das Bild ähnlich brillant wie bei hochmodernen 4K-LED- oder OLED-TV-Geräten.
Teilweise verwenden wir hochmoderne flexible digitale Einmal-Ureteroskope, die zum Einsatz kommen, wenn eine große Steinmasse über eine lange Behandlungszeit desintegriert werden muss.

 

Invasive Steintherapie mit perkutanen Nephorlitholapaxie-Verfahren

Weitere Möglichkeiten zur invasiven Steintherapie sind die sogenannte perkutanen Nephrolitholapaxie-Verfahren (PCNL bzw. miniPCNL). Bei diesen Verfahren werden unter kombiniert endoskopisch und radiologischer Kontrolle die Niere bzw. das Nierenbecken in Bauchlagerung anpunktiert, dieser Kanal dann aufgebohrt (etwa auf Bleistiftdicke) und ein optisches Instrument über einen liegenden Schaft (sogl Amplatz-Schaft) in das Nierenhohlsystem eingebracht. Über dieses optische Instrument (Nephroskop) können Steine visualisiert werden und dann wiederum über Laserfasern oder andere ballistische Verfahren desintegriert und extrahiert werden. Dieses Verfahren kommt insbesondere dann zur Anwendung, wenn größere Steinmaßen vorliegen und eine deutlich längere Operationszeit bei den endoskopisch retrograden Verfahren (URS / flexible URS) zu erwarten sind.
Abgeschlossen wird dieses perkutane Verfahren dann damit, dass ein Silikonschlauch als Drainage aus dem Nierenhohlsystem (perkutane Nephrostomie) einem Katheter gleich durch die Haut ab- bzw. ausgeleitet wird und der Urin in einen Beutel abfließen kann.

 

Nierensteine mit extrakorporaler Stoßwellentherapie entfernen

Zu den eher etwas antiquierteren, gering-invasiven Verfahren in der Steintherapie gehört die extrakorporale Stoßwellentherapie (ESWL oder ESWT).
Hierbei wird in einer leichten Kurznarkose (sogenannte Sedoanalgesie) Ultraschall gesteuert ein Impuls (eine Stoßwelle) so generiert und durch den Körper ausgesandt, dass er beim Kontakt mit einem optisch dichteren Medium (in diesem Fall einem Stein) Energie abgibt und somit zu einer Desintegration des Steins beiträgt. Diese Verfahren sind deshalb so angenehm, weil es keine Operationen im eigentlichen Sinne sind. Vielmehr ist es eine ambulant durchführbare Behandlung mit relativ geringem Schmerzniveau. Nachteil dieses Verfahrens ist, dass die desintegrierten Steine sich dadurch nicht in Luft auflösen, sondern vielmehr auf natürlichem Weg den Harntrakt verlassen müssen. Das heißt, auch hier sind nur die Fragmente abgangsfähig, die klein genug sind, um den Körper auf natürlichem Weg zu verlassen. Alle zu großen Fragmente oder Anteile eines behandelten Steins bleiben im schlechtesten Fall irgendwo auf dem Weg nach draußen hängen, erzeugen erneute Koliken und verlangen eine weitere, teilweise auch invasivere, Therapie.

 

Bestmögliche Behandlung bei Nierensteinen 

Um das bestmögliche Ergebnis im Sinne des Patienten zu ermöglichen, wird der erfahrene Urologe und Operateur die unterschiedlichen Verfahren teilweise auch miteinander kombinieren. Dabei spielt eine Rolle, welches Verfahren in dem jeweiligen Krankenhaus oder der jeweiligen urologischen Abteilung möglich ist.
Das Urologische Steinzentrum Rhein-Neckar-Odenwald bietet sämtliche derzeit auf dem Markt verfügbare invasive, minimal-invasive und non-invasive Verfahren an und behandelt Patienten in großer Anzahlt und mit sehr guten Behandlungs-Ergebnissen.
 

Ihr Spezialist

Dr. Jan Voegele
Dr. Jan Voegele

Chefarzt Urologie

GRN-Klinik Eberbach
Scheuerbergstraße 3
69412 Eberbach

Tel.: 06271 83-7800
Mail: urologie-eberbach@grn.de

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