Wünsche des Patienten als entscheidender Faktor

Chirurg Dr. med. Matthias Hassenpflug, GRN-Klinik Sinsheim, und Onkologe Dr. med. Johann-Wilhelm Schmier, GRN-MVZ Sinsheim, referierten im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Im Zentrum: Gesundheit“ zum Thema „Individuelle Krebstherapie heute“


News/Pressemitteilungen

Individuelle Krebstherapie bedeutet: Der einzelne Mensch mit den jeweiligen Ursachen seiner Erkrankung und seiner speziellen Lebenssituation steht im Mittelpunkt und erhält eine auf ihn zugeschnittene Behandlung, die operative und medikamentöse Therapieansätze kombiniert. Die Ärzte orientieren sich dabei an den medizinischen Leitlinien, die von Experten erstellt werden und die wissenschaftliche Datenlage zusammenfassen. Diese Leitlinien enthalten Handlungsempfehlungen für verschiedene Situationen und Fragestellungen einer bestimmten Erkrankung. Doch wie passt leitliniengerecht und individuell zusammen? In welchem Umfang sind Abweichungen von Leitlinien sinnvoll und vertretbar? Diese und andere Fragen beschäftigten Dr. med. Matthias Hassenpflug, stellvertretender Chefarzt Allgemein- und Viszeralchirurgie der GRN-Klinik Sinsheim, und Dr. med. Johann-Wilhelm Schmier, Onkologe am GRN-MVZ Sinsheim, bei ihren Vorträgen zum Thema „Individuelle Krebstherapie heute“.

Rund 60 Interessierte kamen ins Casino der GRN-Klinik Sinsheim, wo die Veranstaltungsreihe der GRN Gesundheitszentren Rhein-Neckar gGmbH „Im Zentrum: Gesundheit“ am Dienstag, 17. September, nach einer Sommerpause fortgesetzt wurde. „Individuelle Krebstherapie ist kein Widerspruch zur leitliniengerechten Therapie“, brachte es Dr. Matthias Hassenpflug auf den Punkt. „Individuelle Krebstherapie ist vor allem Teamarbeit: Radiologe, Strahlentherapeut, Onkologe, Chirurg, Internist und Gastroenterologe diskutieren spezielle Fälle im sogenannten Tumorboard.“ Das Ergebnis ist eine „Multimodale Krebstherapie“ – eine Kombination mehrerer Behandlungsansätze aus den verschiedenen Fachbereichen, um ein optimales Ergebnis zu erreichen. Ganz wichtig für eine gemeinsame Therapieplanung sei das Arzt-Patientengespräch, in dem der Patient seine Lebenspläne, Ängste und Sorgen offenlegt. Der Arzt sollte dabei offen und ehrlich sein, die Fähigkeit zur Empathie haben, falls gewünscht eine Prognose abgeben und Therapievorschläge samt Alternativen aufzeigen. Dr. Hassenpflug: „Individuelle Krebstherapie heute beschreibt den Versuch, unter Verwendung modernster Diagnoseverfahren und multimodaler Therapiekonzepte mit dem aufgeklärten Patienten eine Behandlung zu planen, die seinen Wünschen und Bedürfnissen entspricht.“

Auch der internistische Onkologe erkennt in der Rücksichtnahme auf die Wünsche des Patienten den entscheidenden Faktor. Dr. med. Johann-Wilhelm Schmier, der kurz die Geschichte der medikamentösen Therapie darstellte, sieht in der individuellen Krebstherapie eine auf die Bedürfnisse des Einzelnen angepasste Krebsbehandlung. Dabei gilt es folgende Fragen zu klären: Wie stark ist der Erkrankte durch den Krebs bedroht? Muss behandelt werden? Welche Behandlung wirkt beziehungsweise wirkt nicht? Was ist das richtige Vorgehen für den Einzelnen persönlich? Die Antworten dieser Fragen gelte es bei der individualisierten Behandlungsstrategie zu berücksichtigen, auch wenn man von Leitlinien abweichen müsse. Arzt und Patient sollten „miteinander im Gespräch bleiben“, so Dr. Schmier.

Nächster Termin der Reihe „Im Zentrum: Gesundheit“ in Sinsheim
Mittwoch, 20. November 2019, 18.30
Immer Ärger mit der Gebärmutter?
Dr. med. Thomas Schumacher, Chefarzt Gynäkologie und Geburtshilfe, GRN-Klinik Sinsheim

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