Wenn die Leiste zwickt

In der GRN-Klinik Eberbach kommt bei der Diagnosesicherung von Bauchwandbrüchen ein in der Region einzigartiges Messverfahren zum Einsatz


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Eines Tages ist sie da, eine ungewohnte, weiche Vorwölbung in der Leiste. Der eine ignoriert sie, so lange er kann. Der andere will sie schnellstmöglich loswerden. Selbst die gesündesten Männer sind vor einem Leistenbruch nicht gefeit – mindestens jeden Vierten ereilt er im Laufe seines Lebens einmal. Frauen sind mit etwa drei Prozent viel seltener betroffen, ebenso Kinder mit fünf Prozent. Das Risiko für Brüche in der Bauchwand – fachsprachlich Hernien – steigt mit dem Alter. Auch Über- oder Untergewicht, frühere Brüche oder eine Prostata-Entfernung fördern sie.

Dr. Thorsten Löffler, stellvertretender Chefarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie in der GRN-Klinik Eberbach, weiß: „Ein Leistenbruch entwickelt sich sehr langsam über Jahre oder Jahrzehnte. Meist tritt er erstmalig bei einer banalen Belastung hervor wie beim Heben eines schweren Gegenstands.“ Doch „Sich einen Bruch heben“, wie es die Redewendung vermuten lässt, kann man aber nicht. Dr. Löffler: „Ursache ist meist schwaches Bindegewebe. Gibt es in der stark beanspruchten Leistengegend nach, kommt es zu einer Lücke in der vorderen Bauchwand. Unter der Haut können Bauchfell oder Darm als Ausstülpung hervortreten.“ Dr. Löffler ist sich sicher: „Ein Leistenbruch heilt nicht von allein. Über kurz oder lang hilft nur eine Operation.“ Und da ist man an der GRN-Klinik Eberbach bestens aufgestellt. Erst im vergangenen Jahr wurde die Klinik von der Deutschen Herniengesellschaft (DHG) mit dem „DHG-Siegel Qualitätsgesicherte Hernienchirurgie“ ausgezeichnet und sichert damit seinen Patienten hohe Standards zu. Die Klinik bietet in Eberbach ein breites Spektrum an Operationsmethoden an – dabei kommen alle modernen offenen und minimalinvasiven Techniken zum Einsatz.

Um die Bruchstelle zu stabilisieren, gilt es auch in Eberbach als erste Wahl, ein Kunststoffnetz einzusetzen. Und da kommt es laut Dr. Löffler auf den richtigen „GRIP“ an. Dabei geht es um die Auswahl des passenden Netzes zur Verstärkung der Bauchwand. Um den Hernien nach der Operation Stabilität zu geben und die Heilung zu fördern – immerhin müssen Hebe- oder Stoßbelastungen, z.B. beim Husten, „gehalten“ werden – benötige die Hernie Haftreibung, eben „GRIP“. Je größer die Lücke in der Bauchwand ist, umso höher ist der erforderliche „GRIP“ – also auch die Größe, Beschaffenheit und Fixierung des Netzes. Durch die angewandte Schlüssellochtechnik ist der Patient schnell wieder fit. Die Besonderheit in Eberbach ist, dass die CT-Aufnahmen, insbesondere bei komplizierten Brüchen, auch unter Belastung durchgeführt werden. „Dieses Verfahren ist einmalig in der Region und dient einerseits der Diagnosesicherung bei unklaren Fällen, andererseits der OP-Planung bei komplizierten Hernien. Wir haben damit in den vergangenen Jahren sehr gute Erfolge erzielt.“

Neben dem beschriebenen kompletten Durchbruch der Bauchdecke tritt bei manchen Patienten auch nur eine Vorwölbung von Bindegewebe auf. Mediziner sprechend dabei von einer weichen Leiste oder auch Sportlerleiste, die vor allem bei Belastung auftritt. Genauer bezeichnet, handelt es sich um eine Schwächung der Hinterwand des Leistenkanals. Vor allem bei ruckartigen Beinbewegungen oder bei unzureichendem Aufwärmtraining kann es schnell zu den charakteristischen Schmerzen einer weichen Leiste kommen. „Bei diesen Fällen versuchen wir zunächst eine konservative Therapie zu finden, das bedeutet, keine Operation durchzuführen“, so der Spezialist. Kommt man um eine Operation nicht herum, können Patienten, bei denen es in der Leiste zwickt, auch in Eberbach optimal und wohnortnah behandelt werden.

Info: Dienstags von 9:00 bis 11:00 Uhr und donnerstags von 13:00 bis 15:00 Uhr findet in Eberbach die spezielle Herniensprechstunde statt. Interessierte können sich gerne telefonisch unter 06271 83-213 anmelden. Bei Bedarf können nach Absprache auch Termine an anderen Tagen vereinbart werden.

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