Starker Zusammenhalt für eine bessere Krankenhausfinanzierung

Großer Aktionstag „Alarmstufe Rot – Krankenhäuser in Not“ in Stuttgart / 200 GRN-Mitarbeitende waren dabei


News/Pressemitteilungen

Banner und Plakate schmücken den Schlossplatz in Stuttgart, Trillerpfeifen dröhnen durch die Masse, vor und nach der Kundgebung ertönt Live-Musik. Sprecher von BWKG, Marburger Bund, Verdi und Landesseniorenrat heizen der Masse ein, fordern einen Inflationsausgleich für die Kliniken und die Bundesregierung zu schnellem Handeln auf. 

Vier große Reisebusse haben die GRN Gesundheitszentren auf den Weg nach Stuttgart geschickt – organisiert und zur Beteiligung aufgerufen von der GRN Geschäftsführung, die jedem Mitarbeitenden noch ein Lunch-Paket mit auf den Weg gegeben hat.

„Es ist überwältigend, wie viele Menschen heute hier sind, und alle aus Baden-Württemberg“, zeigt sich Assistenzärztin Sabrina Büsing positiv überrascht, zumal es in den anderen Bundesländern und in Berlin ja auch noch Kundgebungen gibt. „Dass dabei Gewerkschaften und Klinikleitungen gemeinsam auf die Straße gehen, finde ich beeindruckend und sehr sinnvoll.“ 

Wichtig sei es Sabrina Büsing, aktiv zu sein, damit sich Arbeitsbedingungen für Klinikmitarbeitende und damit auch die Versorgung von Patienten verbesserten.
Altenpflegerin Alexandra Simonsen hat vor allem die gemeinsame Zeit im GRN-Team genossen. „Es war super, mit vielen GRN-Kollegen gemeinsam einen Demo-Tag zu verbringen.“ Für die aktuellen politischen Entscheidungen und Pläne findet sie harte Worte: „Die Gesundheitspolitik, die uns zurzeit aufgezwungen wird, ist für uns Pflegefachkräfte sowie für jeden anderen, der in der Klinik arbeitet, menschenunwürdig.“  

Christine Weisang aus der Buchhaltung fürchtet um ihren Job: „Herr Lauterbach sagt, kleine Kliniken müssten geschlossen werden, wenn sich eine große Klinik im näheren Umfeld befindet. Ich habe innerhalb der vergangenen fünf Jahre dreimal meinen Arbeitsplatz verloren. Durch die Demo heute habe ich die Möglichkeit zu sagen: „Nein, das möchte ich nicht noch einmal.“ Die Stimmung im Team fand sie „unwahrscheinlich toll – dieses gemeinsame Demonstrieren, gemeinsam etwas durchsetzen können und das ganze sehr friedlich“.

Gesundheits- und Krankenpflegerin Petra Polzer lobt die tolle Organisation um die Demo herum durch die BWKG und die GRN-Geschäftsführung und zeigt sich beeindruckt, dass so viele Menschen Flagge gezeigt haben. „Das geht uns alle etwas an“, findet sie. „Irgendwann sind wir alle mal Patienten.“ Ihrer Meinung nach war es „ein starkes Zeichen, dass so viele da waren und sich zu Wort gemeldet haben“.

Auch die GRN Geschäftsführerinnen Judith Masuch und Katharina Elbs zeigen sich begeistert und dankbar für die Solidarität unter Ihren Mitarbeitenden: „Wir freuen uns sehr, dass sich so viele Mitarbeitenden die Zeit genommen haben, für Ihre Arbeit und Ihre Gesundheitseinrichtungen einzustehen. Wir sind stolz auf die medizinischen und pflegerischen Leistungen, die wir über Jahre in hoher Qualität für die Bevölkerung des Rhein-Neckar-Kreises aufgebaut haben. Die Tatsache, dass dies auch unsere Mitarbeitenden so sehen und öffentlich dafür einstehen, stärkt das WIR-Gefühl, das wir in diesen herausfordernden Zeiten dringend benötigen. Wir schließen uns den Botschaften der Demonstrierenden uneingeschränkt an.“

Insgesamt verzeichnete die Baden-Württembergische Krankenhausgesellschaft (BWKG) rund 5000 Demo-Teilnehmer. Die finanzielle Situation der Krankenhäuser sei so ernst wie nie. „Drei Viertel der Krankenhäuser im Land werden nach derzeitigem Stand im Jahr 2023 rote Zahlen schreiben. Die Inflation treibt die Kosten massiv nach oben und die Krankenhausfinanzierung bleibt weit dahinter zurück“, sagt BWKG-Vorstandsvorsitzender Heiner Scheffold. Er warnt in Richtung Bundespolitik: „Wenn Sie weiter nichts tun, kommen wir wieder.“ Die Demonstranten fallen darauf in altbekannte Sprechgesänge: „Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin.“ 


Hintergrund:

Durch inflationsbedingte Kostensteigerungen werden die Krankenhäuser in Deutschland bis Ende des Jahres 2023 ein Defizit von rund 10 Milliarden Euro anhäufen. Zu den Kostenbelastungen gehört die nur teilweise gesicherte Refinanzierung der Tarifsteigerungen. Und für 2024 sind nach dem Tarifabschluss im Öffentlichen Dienst weitere Kostensteigerungen absehbar. Die Kliniken fordern die Politik deshalb auf, verlässliche Rahmenbedingungen zu schaffen.

Bis die große, von allen Seiten als notwendig angesehene, Krankenhausreform wirklich greift, müssen Insolvenzen der Krankenhäuser vermieden werden, damit die Versorgungssicherheit überall im Land gesichert ist. Entscheidend dabei sind nicht nur kurzfristige Hilfsprogramme und Rettungsschirme, sondern eine verlässliche und nachhaltige Finanzierung, die die Kliniken auch langfristig aus der anhaltenden wirtschaftlichen Unsicherheit herausholt – und damit die wohnortnahe medizinische Versorgung der Menschen – auch im ländlichen Bereich – sicherstellt.
   

Weitere Infos zur DKG-Aktion: 

https://www.dkgev.de
https://www.bwkg.de/alarmstufe-rot/

Informationen zu den GRN Gesundheitszentren Rhein-Neckar: www.grn.de