Dem „Teufelskreis“ entrinnen

Susanne Adler, Fachärztin für Allgemeinchirurgie, referierte zum Thema „Volkskrankheit Krampfadern – für jeden die richtige Therapie“ in der GRN-Klinik Weinheim


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Müde, schwere Beine sowie häufig geschwollene Füße und Knöchel können auf ein beginnendes Krampfaderleiden hinweisen – auch dann, wenn noch keine sichtbaren Anzeichen festzustellen sind. Etwa 15 Prozent der Bevölkerung leidet an den auffälligen Veränderungen der Venen. Unbehandelt können sich Krampfadern, auch Varizen genannt, verschlimmern und zu offenen Geschwüren am Bein oder unter Umständen zu lebensgefährlichen Thrombosen führen. „Durch eine frühzeitige gefäßmedizinische Diagnostik können diese Thrombosen vermieden werden“, weiß Susanne Adler, Fachärztin für Allgemeinchirurgie an der GRN-Klinik Weinheim. Zu ihrem Vortrag „Volkskrankheit Krampfadern – für jeden die richtige Therapie“ im Rahmen der Vortragsreihe „Chirurgie und Sie!“ kamen am 11. November 80 Interessierte in die Cafeteria.

Bei vielen Betroffenen entstehen Krampfadern ohne erkennbare Ursache, meistens aufgrund einer angeborenen Schwäche der Venenklappen. „Dadurch wird der Rücktransport des Blutes von den Beinen zum Herzen erschwert“, so die Chirurgin. „In diesem Fall handelt es sich um ein primäres Krampfaderleiden oder eine primäre Varikose.“ Neben der familiären Vorbelastung können unter anderem stehende Tätigkeiten oder Schwangerschaften Risikofaktoren sein. Ein sekundäres Krampfaderleiden liegt vor, wenn der Blutabfluss im tiefen Venensystem, beispielsweise durch Thrombosen oder durch Venenklappenschäden der tiefen Venen, behindert wird. Es kommt zur Überbeanspruchung auch der unter der Haut sichtbaren Venen, die sich dann erweitern. Susanne Adler spricht dabei von einem „Teufelskreis“, denn der erhöhte Druck durch den Blutrückstau sorgt für fortschreitendes Versagen des Klappensystems. Die Symptome wie Schwellungen und nächtliche Wadenkrämpfe, Spannungsgefühle und Hautveränderungen seien dann nicht mehr zu übersehen.

In der Venendiagnostik wird in der GRN-Klinik Weinheim insbesondere der Ultraschalluntersuchung eine tragende Rolle zugeschrieben. Der Venenultraschall gilt als sehr aufschlussreich, da er einen Einblick in das Venensystem gewährt und den Blutfluss in den tieferliegenden Beinvenen farbig und akustisch darstellt (Duplex-Sonografie). Bei der Licht-Reflexions-Rheographie (LRR-Messung) wird der Blutfluss im Bein mittels Infrarotstrahlen gemessen. Auch die Röntgendarstellung der Venen durch Kontrastmittel, die venöse Computertomografie und die Magnetresonanztomografie dienen bei speziellen Fragestellungen der Diagnostik. „Welche Untersuchung sich für welchen Patienten eignet, ist unter anderem auch abhängig vom Schweregrad“, so Susanne Adler.

Je nach Schweregrad wird das Krampfaderleiden in vier Stadien unterteilt, wobei die nichtoperative Therapie – dazu gehören Kneippanwendung, Barfußgehen, Venengymnastik, Kompressionsbehandlung und Verödungstherapie – laut der Ärztin immer nur einer Symptombehandlung gleichkommt. „Wir führen hier als spezialisiertes Zentrum stadienabhängige Therapien durch.“ In der GRN-Klinik Weinheim wird unter anderem die klassische Varizen-Operation angeboten. Dabei wird die erkrankte Stammvene in der Leiste oder Kniekehle des Patienten chirurgisch abgetrennt und dann mit einer Sonde herausgezogen. Die Radiowellentherapie ist ein modernes und besonders sanftes Katheterverfahren und eine schonende minimal-invasive Alternative: Ein Heizsegment an der Katheterspitze erhitzt die Venenwand, wodurch die erkrankte Vene zusammenschrumpft. Die verschlossene Krampfader baut sich ab. Bei der endovenösen Lasertherapie handelt es sich ebenfalls um ein minimal-invasives Verfahren, mit dem das Venenleiden vom Inneren der Venen heraus behandelt wird. „Dieses Verfahren eignet sich allerdings nicht bei stark geschlängelten Gefäßen“, ergänzt Susanne Adler abschließend.

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