GRNplus Dezember / 2022

32 der Waldluft Ein Bad in Achtsamkeit, Balance und „Waldbaden“ – davon ist immer öfter die Rede. Doch was hat es mit dem Bad in der Waldluft auf sich? Wo kommt es her und warum ist es so beliebt? Ein kleines Einmaleins des „Waldbadens“. Es ist mehr als ein Spaziergang: Wer acht- und aufmerksam durch den Wald geht, seiner Geräuschkulisse lauscht, seine Farben sieht und ihn mit allen Sinnen bewusst erlebt, derjenige praktiziert das, was man als „Waldbaden“ bezeichnet – eine Methode, die immer beliebter wird und von der immer öfter zu hören ist. „Waldbaden“ bedeutet, bewusst die Atmosphäre, die Stille und die Schönheit des Waldes wahrzunehmen und dabei seine gesundheitsfördernde Wirkung zu nutzen, schreibt beispielsweise der Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald, für den Geopark-Rangerin Claudia Aktories seit 2019 thematische Führungen zum Thema „Waldbaden“ anbietet. Sie motiviert dazu, das „Waldbaden“ einfach auszuprobieren – und das muss nicht zwingend bedeuten, viele Kilometer im Wald zurückzulegen. „Es geht nicht darum, Strecke zu machen, sondern in den Wald einzutauchen“, sagt Aktories, die im Jahr 2018 an der Deutschen Akademie für Waldbaden und Gesundheit ihre Ausbildung zur Anleiterin gemacht hat. Sie selbst weiß um den Wert des „Waldbadens“ und wer genau hinschaut, kann sie in den Wäldern der Region öfter mal im wahrsten Sinne des Wortes „abhängen“ sehen, wenn sie ihre Hängematte von Baum zu Baum spannt und in den Moment eintaucht. Beim „Waldbaden“ wird in der Tradition des japanischen „Shinrin Yoku“ – „Shinrin“ bedeutet ,Wald‘, „Yoku“ bedeutet ,Bad‘ – ein Bad in der kühlen Waldluft genommen. Diese Methode wird in Japan seit den 1980er-Jahren unter diesem Namen praktiziert und erforscht. Man geht davon aus, dass ein achtsames Eintauchen in die Waldatmosphäre einen positiven Effekt auf die Gesundheit hat, der auch durch mehrere Studien belegt sei, erklärt Aktories, denn während des Aufenthalts im Wald entschleunigt man und man wird geerdet. Wer das „Waldbaden“ ausprobieren möchte, für den hat Aktories ein paar praktische Übungen für den Einstieg. So sollte man sich beispielsweise auf einen Baumstamm fernab des Weges setzen und den Wald mit den Sinnen „erspüren“ – wie riecht er, wie hört er sich an, in welchen Farben zeigt er sich, wie schmeckt die Waldluft und wie fühlt er sich an? Fällt darunter auch das klassische Umarmen von Bäumen? „Ich nenne es ,Bäume knutschen‘“, sagt sie mit einem Lächeln. „Das muss man nicht, Gesund in der Region Geopark-Rangerin Claudia Aktories lädt bei thematischen Führungen zum „Waldbaden“ ein. Bild: PR

RkJQdWJsaXNoZXIy NDY3NDc=