16 | GRNPLUS | Sinsheim Dr. Matthias Hassenpflug | Foto: GRN Schnitt gesetzt wird und der Operateur von außen an den Bruch herangeht, um mit einem sogenannten Herniennetz den geschwächten Bereich zu stabilisieren. Herniennetze sind elastische Kunststoffnetze, die dauerhaft im Körper bleiben und im Laufe der Zeit mit dem natürlichen Bindegewebe verwachsen. Eine sehr hohe Expertise haben die Ärztinnen und Ärzte in Sinsheim auch im Bereich der minimalinvasiven Chirurgie. Hier wird mittels der Schlüssellochtechnik und mithilfe eines Bildschirms aus dem Bauchinneren operiert und von dort aus die Schwachstellen oder Lücken von innen verschlossen. Dabei führen die Operateure eine Kamera und spezielle Instrumente über schlüssellochgroße Schnitte zu der entsprechenden Stelle. Vorteile dieser Operationsweise sind ein geringeres Gewebetrauma, weniger Schmerzen und ein geringeres Risiko für Infektionen. „Jährlich operieren wir circa 450 Bauchwandbrüche. Und das in den meisten Fällen ambulant. Die Patienten kommen morgens in die GRN-Klinik, werden operiert und können am Nachmittag wieder nach Hause. Der Vorteil gegenüber einer chirurgischen Praxis: War die OP doch größer oder hat der Patient Schmerzen, gibt es die Möglichkeit, ihn stationär aufzunehmen“, so Dr. Hassenpflug. Das Aufgabengebiet geht aber weit über die Hernienchirurgie hinaus. Die Abteilung der Chirurgiebehandelt zahlreicheErkrankungen von Organen im Bauchinneren. Häufige Eingriffe sind neben Gallenblasenentfernungen insbesondere Operatio- nen am Magen-Darm-Kanal, also Magen, Dünndarm, Dickdarm und Enddarm. Besonders häufig werden dabei kolorektale Operationen durchgeführt. Der Begriff „kolorektal“ setzt sich aus folgenden Teilen zusammen: „kolo-“ steht für den Dickdarm (medizinisch: Kolon), „rektal“ bezieht sich auf den Enddarm (medizinisch: Rektum). Insgesamt werden in Sinsheim jährlich etwa 120 Operationen durchgeführt, bei denen Teile des Dick- oder Enddarmes entfernt werden. Im Bereich der kolorektalen Chirurgie gibt es zwei Bereiche, wie Dr. Hassenpflug erklärt. Zum einen kommen Patienten mit entzündlichen Darmerkrankungen wie Divertikulitis, Morbus Crohn und Colitis ulcerosa in die GRN-Klinik Sinsheim. „Zum anderen operieren wir Patienten mit kolorektalen Karzinomen, also Dickdarm- oder Enddarmkrebs.“ Dr. Hassenpflug lernt die Patienten in der Regel kennen, nachdem diese eine Darmspiegelung bei den Kolleginnen und Kollegen der Gastroenterologie bekommen haben. Oder dem Operateur liegen CT- und MRT-Bilder aus der Radiologie vor. „Wir besprechen mit dem Patienten, ob weitere Untersuchungen nötig sind, oder wir beraten, ob und wie man operieren kann. Dann geht es ganz konkret um die Operationsvorbereitung“, so Dr. Hassenpflug. Zusammenarbeit mit anderen Fachbereichen unabdingbar Egal, ob nun CED (chronisch-entzündliche Darmer- krankung) oder eineKrebs- werkrankung diagnostiziert ist, in allen Fällen ist interdisziplinäre Zusammenarbeit gefragt. Denn die Wege der Patienten in die Klinik sind ganz unterschiedlich. Manche werden vom Hausarzt in die Chirurgie überwiesen, andere von Gastroenterologen und Onkologen zu den Kollegen geschickt. Viele kommen mit Termin in die Sprechstunden, andere werden als Notfälle eingeliefert. „Unsere Aufgabe als Klinik besteht darin, die Befunde zu überprüfen und zu überlegen, in welcher Abteilung im Krankenhaus der PaDr. Matthias Hassenpflug mit Kollegen auf dem Weg zur Visite. | Foto: GRN
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