GRNplus Mai / 2023

medizinischen Fachbereichen wird er in den nächsten Jahren in unserem Gesundheitswesen eine bedeutende Rolle spielen, von daher ist es eine große Chance, diese Entwicklung im Bereich der Angiologie mitzugestalten.“ Es müsse besonders auch die Finanzierung von ambulanten Eingriffen eindeutig geklärt werden, die bisher noch nicht über Fallpauschalen abgebildet sei. Die Angiologie – auch Gefäßmedizin – ist ein Teilgebiet der Inneren Medizin und beschäftigt sich mit Gefäßerkrankungen, die zu den zehn häufigsten Todesursachen weltweit zählen. Laut einem Bericht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gehen 280 Todesfälle auf 100 000 Bewohner jährlich auf Schlaganfall, Herzinfarkt sowie Diabetes mit vaskulären Folgen und Nierenerkrankungen zurück. Bei den häufigsten Krebserkrankungen wie Lungen-, Dickdarm- oder Brustkrebs kommt es im Vergleich zu 100 Todesfällen auf 100 000 Bewohner. Prof. Korosoglou: „Diese Zahlen sprechen für sich. Umso wichtiger ist es, besonders die Versorgungsforschung auf diesem Gebiet weiter voranzutreiben. Als GRN-Klinik Weinheim nehmen wir im Rahmen des sogenannten RECCORD-Registers der DGA seit Jahren aktiv daran teil.“ Mit dem RECCORD-Register (Recording Courses of Vascular Diseases) werden klinische Basis- und Nachbeobachtungsdaten bei Patienten mit peripherer Verschlusskrankheit und in Zukunft auch mit Venenerkrankungen erfasst, bei denen eine endovaskuläre Therapie – eine Behandlung innerhalb der Gefäße - durchgeführt wird. Die Dokumentation dieser Daten ermöglicht eine Therapie mit höherer Sicherheit und Effizienz. Die Verbesserung der Therapie von Gefäßkrankheiten ist dem Angiologen ein großes Anliegen. Zusammen mit Kollegen, 16 Was ist eine PAVK? Eine PAVK ist eine periphere arterielle Verschlusskrankheit. Gemeint ist eine gestörte Durchblutung in den Arterien, meist im Becken, in den Beinen und auch manchmal in den Armen. Wenn die Arterien verengt sind, bekommen zum Beispiel die Beine nicht mehr genug Sauerstoff. Im Anfangsstadium reicht die Durchblutung noch aus, sodass noch keine Beschwerden beim Laufen auftreten. Später kommt es beim Gehen zu Schmerzen. Diese zwingen die Betroffenen zu Gehpausen, wie bei einem Schaufensterbummel, daher der Name „Schaufensterkrankheit“. Die häufigste Ursache der Durchblutungsstörung ist eine Arterienverkalkung, die sogenannte Arteriosklerose. Risikofaktoren für eine PAVK, die in schweren Fällen auch zum Herzinfarkt führen kann, sind das Alter, erbliche Faktoren, ein ungesunder Lebensstil wie Rauchen, zu hohe Cholesterin-Werte, Bluthochdruck und Diabetes mellitus. Männer sind von der PAVK häufiger betroffen als Frauen. Studien zufolge haben circa 20 Prozent der über 65-Jährigen die periphere arterielle Verschlusskrankheit. Dr. Korosoglou ist Chefarzt für Kardiologie, Angiologie und Pneumologie. Foto: GRN

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