GRN
Die Gesundheitszentren Rhein-Neckar

Pressemitteilung

07.06.2019

Leisten-, Nabel-, Narbenbruch – Woran Patienten hohe Behandlungsqualität erkennen

Vortrag der Reihe „Chirurgie und Sie“ in der GRN-Klinik Weinheim informierte über die Therapie im zertifizierten Kompetenzzentrum

Mehr als ein Viertel aller Männer zieht sich einmal im Leben einen Bauchwandbruch, meist einen Leistenbruch, zu. Eine Operation ist dann in der Regel unumgänglich. Wie es zu den verschiedenen Brüchen kommt, warum sie nicht nur ein kosmetisches Problem sind und wie sie behandelt werden, war kürzlich (am 3. Juni) Thema des Vortrags „Leisten-, Nabel-, Narbenbruch – Therapie am zertifizierten Kompetenzzentrum für Hernienchirurgie“ in der GRN-Klinik Weinheim. Der Informationsabend stieß auf großes Interesse: Zahlreiche Besucher folgten den Ausführungen von Dr. med. Frauke Hildebrandt, Oberärztin für Allgemein- und Viszeralchirurgie. Bei der Wahl der Klinik können bestimmte Gütesiegel und Zertifikate als Orientierungshilfe dienen, wie die Ärztin erklärte: So ist die Weinheimer Abteilung für Allgemein- und Viszeralchirurgie beispielsweise als „Kompetenzzentrum für Hernienchirurgie“ anerkannt – was eine nachweisbar hohe Behandlungsqualität und Expertise der Operateure voraussetzt.

Dr. Hildebrandt klärte zunächst darüber auf, wie es zum Leisten-, Nabel- oder Narbenbruch kommen kann und wer am meisten gefährdet ist: „Die Ursachen sind vielfältig, wobei Männer deutlich häufiger betroffen sind als Frauen. Eine solche Hernie kann in jedem Alter, auch bei Kindern auftreten.“ Ist das Bindegewebe beispielsweise im Bereich der Leiste geschwächt, kann eine zusätzliche Druckbelastung bei schwerem Heben, Pressen bei Verstopfung oder chronischem Husten dazu führen, dass an dieser Stelle das Bauchfell, gegebenenfalls mit Teilen des Darms, durch die Bauchwand geschoben wird. Aber auch Übergewicht oder eine Schwangerschaft erhöhen das Risiko.

Was sind Hernien?

Die angeborene oder erworbene Lücke, durch die das Bauchfell nach außen drückt, wird als Hernie bezeichnet. Bei der Leistenhernie liegt die Öffnung – wie der Name schon sagt – in der Leistengegend. Der Bruch macht sich durch eine sicht- und tastbare Ausbeulung bemerkbar. Leistenbrüche sollten immer operativ versorgt werden, da sich die Lücken in der Bauchwand von alleine nicht mehr verschließen. Es besteht zudem die Gefahr, dass innere Organe eingeklemmt werden. Wird eine Hernie rechtzeitig operiert, ist der Eingriff in der Regel gut planbar und risikoarm. „Schnelles Handeln ist gefordert, wenn die Hernie stark schmerzt sowie Übelkeit, Erbrechen und Fieber dazu kommen“, so die Chirurgin. „Dann kann bereits ein Teil des Darms eingeklemmt sein. Gehen Sie mit diesen Beschwerden unbedingt direkt zum Arzt.“

Insbesondere an zertifizierten Zentren wie der Chirurgischen Abteilung der GRN-Klinik Weinheim stehen verschiedene Operationstechniken als Routineeingriffe zur Verfügung. Die optimale Behandlungsmöglichkeit wählt das chirurgische Team je nach Art und Größe der Hernie in Absprache mit den Patienten aus. Zur Verfügung stehen neben den klassischen offenen Operationsmethoden auch verschiedene minimal-invasive Verfahren, bei denen der Bruch über einen nur wenige Zentimeter langen Schnitt genäht oder mit einem Netz stabilisiert wird.

Zertifiziertes Kompetenzzentrum für Hernienchirurgie

Zertifizierte Kompetenzzentren für Hernienchirurgie sind medizinische Einrichtungen, die auf die operative Behandlung der verschiedenen Bauchwandbrüche spezialisiert sind. Das entsprechende Zertifikat stellt die Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie nach eingehender Überprüfung aus. Um die Zertifizierung als Kompetenzzentrum zu erhalten, muss das Team große Fachkenntnis in der Hernienchirurgie nachweisen und seine Behandlungsergebnisse offenlegen. Patienten können an der Zertifizierung erkennen, dass sie hier nach aktuellen medizinischen Standards und von Operateuren mit viel Praxiserfahrung behandelt werden – das Team um Chefarzt Professor Dr. med. Torsten Wilhelm operiert jährlich mehr als 400 Leisten-, Narben-, Nabel- und Zwerchfellbrüche. Zudem wird auf eine individuelle und umfassende Beratung im Vorfeld sowie kompetente Schmerzbehandlung nach der Operation großen Wert gelegt.

Die Veranstaltung am 3. Juni fand im Rahmen der Vortragsreihe „Chirurgie und Sie!“ der GRN-Klinik Weinheim statt, in der die Teams der Abteilungen Allgemein- und Viszeralchirurgie sowie Orthopädie und Unfallchirurgie allgemeinverständlich über den aktuellen Stand moderner chirurgischer Behandlungsmethoden informieren. Der nächste Vortrag dieser Reihe findet am 23. September 2019 zum Thema „Behandlung von Schulterschmerzen“ statt.

Letzte Aktualisierung 29.01.19