GRN
Die Gesundheitszentren Rhein-Neckar

Pressemitteilung

12.06.2018

Zwei seltene Herzerkrankungen auf einmal

Dank Expertise und moderner Herz-Diagnostik in der GRN-Klinik Weinheim ungewöhnliche Ursache für plötzliche Beschwerden einer 62-Jährigen aufgeklärt

Seit sechs Stunden litt eine 62-jährige Frau unter heftigem Herzrasen mit einem Puls von 190, als sie sich in der Notaufnahme der GRN-Klinik Weinheim vorstellte. Die Suche nach den Ursachen bereitete den Internisten und Kardiologen der Klinik um Professor Dr. Grigorios Korosoglou einiges Kopfzerbrechen: Im Herz-Ultraschall deuteten sich auffällige Veränderungen des Herzmuskels an, wie sie sonst in der Regel getrennt voneinander bei zwei unterschiedlichen chronischen Herzerkrankungen vorkommen. „Eine Kernspintomographie des Herzens bestätigte dann aber: Die Patientin leidet tatsächlich gleichzeitig an zwei seltenen Herzerkrankungen, beide erblich bedingt“, berichtet Professor Korosoglou, der die Untersuchungsergebnisse mit Oberarzt Dr. med. Sorin Giusca auswertete. „Dem ungewöhnlichen Befund kamen wir vor allem deshalb so schnell auf die Spur, weil an der GRN-Klinik Weinheim vom Herzkatheter bis zur Kernspintomographie alle diagnostischen Verfahren der Kardiologie unter einem Dach zur Verfügung stehen – der Umweg über eine größere Klinik blieb der Patientin somit erspart.“ Dazu kommt die ausgewiesene Expertise der Weinheimer Kardiologen. Seit April 2017 ist die Abteilung von der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie anerkannte Qualifizierungsstätte für die Kernspintomographie des Herzens. Das bedeutet: Hier besteht eine entsprechend große Praxiserfahrung, um andere Ärzte in diesem diagnostischen Verfahren zu schulen.

Trotz dieser beunruhigenden und äußerst seltenen Diagnose – es sind deutschlandweit nur einige wenige Betroffene bekannt – hatte die Patientin Glück im Unglück: Da die angeborenen Schäden nicht sehr stark ausgeprägt sind, hatte sie bisher keinerlei Herzprobleme und wird mit der nun passend eingestellten Medikation hoffentlich auch in den nächsten Jahren verschont bleiben. Denn ihr inzwischen leicht geschwächtes Herz kann nun rechtzeitig unterstützt und entlastet werden. „Die Implantation eines Defibrillators war daher nicht nötig. Und da nun die Diagnose steht, kann ein niedergelassener Kollege mit regelmäßigen Kontrolluntersuchungen die Herzfunktion gut im Blick behalten und bei möglichen Verschlechterungen schnell reagieren“, sagt Dr. Giusca.

Bei der Abklärung einer Herzmuskelschwäche oder schwer einzuordnender akuter Beschwerden gehört die Kernspin- oder Magnetresonanztomographie (MRT) des Herzens an der GRN-Klinik Weinheim inzwischen zum Standard. Mit ihrer Hilfe lassen sich Durchblutungs- und Bewegungsstörungen des Herzmuskels ebenso wie Vernarbungen und andere Schäden oder Blutgerinnsel sehr gut erkennen. Das strahlenfreie Verfahren hat sich daher in den letzten Jahren zu einer wichtigen Ergänzung der herkömmlichen Herz-Diagnostik entwickelt – insbesondere, wenn Herzkatheter und Ultraschall wie bei dieser Patientin keine eindeutigen Ergebnisse liefern. Die Kardiologen der GRN-Klinik Weinheim führen die MRT-Untersuchungen in Kooperation mit der „Radiologie Weinheim“ im unmittelbar benachbarten Ärztehaus durch. Das dazu verwendete Gerät der Firma Siemens bietet dank seiner weiten Öffnung von 70 Zentimetern Durchmesser einen hohen Patientenkomfort.

Eine wissenschaftliche Veröffentlichung zum geschilderten Fall ist im Mai 2018 in der Fachzeitschrift Cardio News der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie erschienen.

MRT-Untersuchung in der Radiologie Weinheim (Foto: Radiologie Weinheim, Situation nachgestellt).

Letzte Aktualisierung 15.06.18