GRNplus 4 / 2025

18 | GRNPLUS | Brustzentrum Sinsheim und Frau Michel und ihrem tollen Team offensichtlich eine Herzensangelegenheit. Ich habe mich wirklich wohlgefühlt. Was hat Ihnen in der Zeit sonst besonders geholfen? Auch wenn es seltsam klingen mag: Ich konnte diese Krankheit als Weg zu mir selbst sehen. Was will ich eigentlich, was brauche ich? Man kann diesen ganzen Prozess auch als eine Art Komplett-Transformation sehen. Gespräche waren mir unglaublich wichtig, vor allem der Austausch mit all den mutigen Mitstreiterinnen. Es haben sich tolle Freundschaften entwickelt, über Altersgrenzen hinweg. Über ein Jahr lang saß ich jeden Donnerstag mit ganz wunderbaren und starken Frauen zusammen. Wir haben gesprochen, zusammen gelacht und geweint. Es gibt bei dieser Krankheit keine Tabus. Es ist ein schwerer Kampf und es geht tatsächlich um Leben und Tod, da darf man auch zerbrechlich sein. Der Austausch in der Gruppe hat mich unglaublich ermutigt. Durch die Erfahrung und den Zuspruch der anderen – auch der Pflegekräfte – bin ich immer gestärkt und mit guter Laune aus der Chemo gegangen. Was wünschen Sie sich für den Umgang der Gesellschaft mit dem Thema Brustkrebs? Können Aktionen wie die mit der TSG Hoffenheim etwas bewirken? Das war in der Tat ein sehr intensives Erlebnis. Es war toll, dass wir so viele Menschen erreichen und auf die Krankheit aufmerksam machen konnten – insbesondere im Hinblick auf Vorsorge und auf den Umgang mit betroffenen Frauen. Eine gewisse Stigmatisierung ist immer irgendwie da. Ich würde mir wünschen, dass man mehr Offenheit zeigt und weniger Oberflächlichkeit an den Tag legt. Eine solche Krankheit sucht sich niemand aus. Speziell das Äußere, das sich vorübergehend verändert, sollte keine Rolle spielen. Bei Chemobehandlungen ist das aber oft ein Thema. Wie die Frauen damit umgehen, ist individuell sehr unterschiedlich. Viele ziehen sich zurück und sind nicht wirklich „sichtbar“. Die Angst vor der Meinung anderer spielt da oft mit. Es wäre toll, wenn man einfach sagen könnte, es ist mir egal, was andere denken. Auch das ist ein Prozess. Würden Sie rückblickend etwas anders machen? Generell würde ich den Weg wieder so gehen, mit der GRN-Klinik Sinsheim und Frau Michel. Ich komme immer wieder gerne in die Klinik. Es ist ein Ort, der Teil meines Lebens geworden ist. Die Menschen sind mir unglaublich ans Herz gewachsen. Was ich anders machen würde: Ich würde früher zum Arzt gehen. Daher auch mein klarer Appell an alle Frauen: Wenn man selbst etwas bemerkt, sollte man ganz schnell zur Kontrolle gehen. Und auch darauf bestehen, dass intensiv untersucht wird, denn manche Knoten sind gar nicht tastbar. ks Sprechstunde Brustzentrum Sinsheim/Schwetzingen Mo–Do 8.30–12.30 Uhr und 13.30–16 Uhr Fr 8.30–13 Uhr und nach telefonischer Vereinbarung Mehr Informationen zur Fachdisziplin: www.grn.de/medizinische-fachzentren/ brustzentrum-sinsheim/schwetzingen Die Kontaktdaten der Ansprechpartner finden Sie ab Seite 35. Gemeinsam gegen Brustkrebs: Die TSG-Spielerinnen Linda Natter, Sophie Lindner und Melissa Kössler (v.l.n.r.) besuchten die GRN-Klinik Sinsheim. | Foto: GRN

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