Frau Mering, erinnern Sie sich daran, wie Sie die Diagnose „Brustkrebs“ bekommen haben? Isabell Mering: Die Diagnose war für mich tatsächlich nicht ganz überraschend, da ich zum Jahreswechsel 2023/24 selbst etwas ertastet hatte. Anfangs habe ich mich sehr schwergetan, damit zum Arzt zu gehen. Erst kurz vor Ostern 2024 war ich bei meiner Gynäkologin in Mosbach, die mir meinen Verdacht bestätigte. Zuerst denkt man natürlich darüber nach, ob das jetzt das persönliche „Ablaufdatum“ ist. Vor allem habe ich an die Personen gedacht, die mir am nächsten stehen. Besonders an meine Mutter, und ob ich das, was ich sonst mache, auch weiterführen kann, beispielsweise mein ganz persönliches Engagement in Tansania. Ich hatte die Sorge, andere zu enttäuschen oder hängenzulassen. Mir wurde dabei aber auch bewusst, dass man für die Familie und den engsten Freundeskreis nicht zu ersetzen ist, im Berufsleben ist das ohne Weiteres möglich. Mit all diesen Gedanken muss man sich dann selbst fokussieren und mit allem umgehen. Wie ging es dann weiter, welche Untersuchungen und Behandlungen haben Sie durchgemacht? Meine Frauenärztin hat mich gleich zur Mammographie überwiesen, danach kam die Biopsie. Mit dem Befund des Radiologen konnte ich direkt ins Brustzentrum zu Frau Michel gehen. Dann folgte erst einmal dieser ganze Marathon der Voruntersuchungen, das sogenannte Staging, bevor das Tumorboard entschieden hat, welche Behandlung bei der Art „meines“ Tumors indiziert ist. Am 23. Mai 2024 hatte ich meine erste neoadjuvante Chemo plus Antikörper und war unglaublich froh, als es endlich losging. Zusätzlich bekam ich nach der OP Bestrahlungen, eine Reduktionsplastik wurde ebenfalls durchgeführt. Mein Glück war, dass der Tumor nicht gestreut hatte. Nach der OP ergab der histologische Befund, dass ich keine Komplettremission hatte und noch 1,2 Millimeter Resttumor im nicht-entfernten Gewebe vorhanden waren; daher musste ich mich weiteren 14 Immuntherapien postoperativ unterziehen. Am 14. August 2025 hatte ich meine letzte Chemo, im September fand die Angleichungsoperation statt. Es ist ein sehr anstrengender Prozess, den man durchlaufen muss. Das war heftig, aber ich wusste, das ist meine Chance. Ich war sofort im Kampfmodus und dankbar für alles, was man tun konnte. Meine Prognose und die Betreuung haben mir Hoffnung gegeben, und ich wusste irgendwie, es ist noch nicht zu Ende. Wie haben Sie sich in Sinsheim aufgehoben gefühlt? Schon an der Info in Sinsheim ist die Atmosphäre sehr persönlich und man spürt sofort, dass man nicht nur eine Nummer ist. Und das war bei allen Behandlungen der Fall. Das macht den großen Unterschied aus. Die Gesamtbetreuung war wirklich ganz großes Kino – fachlich und menschlich. Angefangen mit dem ersten Termin bei Frau Michel, die alles wunderbar erklärt hat und bei allen weiteren Terminen immer ein offenes Ohr hatte. Die onkologische Betreuung haben hauptsächlich Dr. Sheela Palamattam und Simone Lenz als onkologische Fachkraft übernommen. Ob Ärztinnen oder Pflegekräfte, alle waren wunderbar. Ein besonderer Moment war wegweisend: Als das Ergebnis des Tumorboards vorlag, habe ich gefragt, wie meine Chancen stehen. Dr. Hollinger sagte mir ganz klar: „Mit unserer Hilfe schaffen Sie das.“ Dieser kleine Zusatz „mit unserer Hilfe“ war für mich von großer Bedeutung. Ich wusste, dass ich in guten Händen bin. Ich habe immer wieder erlebt, dass keine der Betroffenen zurückgelassen wird. Wichtig ist bei dieser speziellen Krankheit für Frauen auch der ästhetische Aspekt bei den Operationen. Das ist immer präsent Frühzeitig entdeckt und behandelt, ist Brustkrebs oft heilbar. Isabell Mering, die nicht nur bei den TSG-Spielen dabei war, sondern auch ihre Geschichte geteilt hat, appelliert deshalb, die Vorsorge in Anspruch zu nehmen. Sie selbst hat gemeinsammit dem Team des Sinsheimer Brustzentrums den Kampf gegen die Krankheit gewonnen. „Ganz großes Kino“ Isabell Mering (rechts) hat mithilfe von Nadine Michel (links), Simone Lenz (Mitte) und dem gesamten Team der GRN-Klinik Sinsheim den Krebs besiegt. | Foto: GRN
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