GRNplus 4 / 2025

12 | GRNPLUS | Interdisziplinäre Palliativmedizin Eberbach Viele denken bei dem Begriff Palliativmedizin direkt ans Sterben. Eine palliative Komplexbehandlung ist aber kein Todesurteil. Vielmehr verfolgt sie das Ziel, Symptome zu lindern und die Lebensqualität schwerkranker Patientinnen und Patienten zu erhalten. Wir haben uns vorgenommen zu zeigen, dass Palliativmedizin nicht das Ende bedeutet, sondern nur ein anderer, ehrlicher Ansatz ist“, erklärt Dr. Julia Baumeister. Die leitende Oberärztin der Inneren Medizin in der GRN-Klinik führt die interdisziplinäre Palliativmedizin in Eberbach gemeinsam mit Dr. Markus Hewel, Oberarzt der Abteilung Anästhesie- und Intensivmedizin. Die beiden Mediziner kennen sich von früher, sie waren gemeinsam am Aufbau einer universitären Palliativstation in Heidelberg beteiligt. Zusammenarbeit der Disziplinen ist wichtig Im vergangenen September kam die Internistin nach Eberbach, wo Dr. Hewel bereits arbeitete. Ihre eigentliche Intention war es, Dr. Bernhard Nitsche in der Gastroenterologie zu unterstützen. Bald kam aber die Idee, dass sie gemeinsam mit ihrem früheren Kollegen die Palliativmedizin stärken könnte. Dabei war beiden der interdisziplinäre Ansatz wichtig. „Schmerz- sowie Palliativmedizin sind sogenannte Querschnittfächer und betreffen damit alle Fachbereiche“, so Dr. Hewel. „Die Wege hier im Haus sind kurz und der Kontakt erfolgt im direkten Austausch.“ Dass Dr. Baumeister die Patienten und Krankheitsbilder in der Regel schon aus der täglichen internistischen Frühbesprechung kennt, ist ein zusätzlicher Bonus. Die sechs qualifizierten Palliativ-Pflegekräfte waren froh, dass der Bereich wieder Aufwind bekommt. Mittlerweile haben acht Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Fort- und Weiterbildung ‚Palliativ Care’ absolviert, zwei weitere haben sich bereits dafür angemeldet. Zeit ist unser wichtigstes Medikament Es finden wöchentlich Teamsitzungen mit allen beteiligten Spezialisten statt. Dazu gehören neben den Palliativmedizinern, Stationsärzten und Pflegekräften auch Physiotherapeuten, der Sozialdienst und die Hospizhilfe. Außerdem finden gemeinsame Pflege-Arzt-Visiten mit den Behandlern der Stationen statt. An einem Tag der Woche wird eine pflegerische Palliativkraft von der Pflegedienstleitung freigestellt, um sich ausschließlich um Palliativpatienten zu kümmern. Das ist ein wichtiger Schritt. „Wir brauchen keine große Foto: GRN Palliativmedizin: Lebensqualität erhalten

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