Eintauchen in Pflege und Medizin GRN-Veranstaltungen geben spannende Einblicke in den Klinikalltag Weitere Themen in dieser Ausgabe 4 | 2025 ▶ Brustzentrum Sinsheim: Wie eine Patientin den Krebs besiegt hat ▶ Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie Das große Feld der operativen Behandlungen in Schwetzingen GESUNDHEITSZENTREN RHEIN-NECKAR zum Mitnehmen kostenlos Das Gesundheitsmagazin der Gesundheitszentren Rhein-Neckar GRN
Individuelle Wünsche? ...besuchen Sie uns! Einrichtungshaus Willi Jäger GmbH Hauptstraße 191 ∙ 69488 Birkenau Mo.-Fr. 10-19 Uhr, Sa. 9.30-18 Uhr und nach Vereinbarung Seit über 60 Jahren Ihr Spezialist für: Möbel, Küchen und Gartenmöbel www.jaeger-birkenau.de · Tel. 06201/3980 Möbel für ein schönes Zuhause! Wir planen Ihre Traumküche
3 | GRNPLUS | Editorial/Inhalt Judith Masuch | Foto: GRN Katharina Elbs | Foto: GRN Stefan Dallinger | Foto: RNK Was passiert in den GRN-Kliniken? Wie wird hier gearbeitet? Zwei tolle GRN-Veranstaltungen geben Antworten und liefern Einblicke. Ende Januar lädt die GRN-Klinik Schwetzingen im Rahmen der Ausbildungskampagne „GRN4Care“ junge Menschen in das Krankenhaus ein, um ihnen den Pflegeberuf näher zu bringen. Mit Escape Room und mehr möchte Jens Scheurich, Pflegedienstleiter der GRN-Klinik Schwetzingen, in Zusammenarbeit mit der Bundesagentur für Arbeit und der Pflegefachschule Bildungszentrum Gesundheit (BZG) Lust auf dieses spannende Aufgabengebiet machen und neue Nachwuchskräfte gewinnen. Im Februar findet dann zum dritten Mal die GRN-Akademie statt. Niedergelassene Ärztinnen und Ärzte sowie GRN-Kolleginnen und Kollegen sind herzlich eingeladen, Neues aus dem medizinischen Spektrum des GRN-Verbundes zu erfahren und sich fachlich auszutauschen. Initiator Prof. Dr. Eberhard Scholz und das Organisationsteam haben wieder ein informatives Programm auf die Beine gestellt. Mitten ins Geschehen gehen wir bereits in dieser neuen GRNplus-Ausgabe. So erklären uns Dr. Julia Baumeister, leitende Oberärztin der Inneren Medizin in der GRN-Klinik Eberbach, und Dr. Markus Hewel, Oberarzt der Anästhesie- und Intensivmedizin, wie wichtig eine gute Palliativmedizin für die Patientinnen und Patienten in einer Klinik ist. Dr. Johannes Weiß, Chefarzt der Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie der GRN-Klinik Schwetzingen, spricht über das breitgefächerte Leistungsangebot seiner Abteilung und wie die Zukunft im Rahmen von GRN4Future aussieht. Einen Perspektivwechsel gibt es mit Isabell Mering. Die Brustkrebs-Patientin erzählt ihre Geschichte und wie sie mithilfe des Brustzentrums Sinsheim wieder neuen Lebensmut schöpfen konnte. In der GRN-Klinik Weinheim zeigt die Stationsleitung des EndoProthetikZentrums die Vielfältigkeit der Pflege. Natürlich darf die Unterhaltung in Form von Rätseln, Gesundheitstipps, Rezepten und vieles mehr im Magazin nicht fehlen. Wir, die Verantwortlichen der GRN Gesundheitszentren Rhein-Neckar, wünschen Ihnen viel Vergnügen mit dem neuen GRNplus. Liebe Leserinnen und liebe Leser! Besuchen Sie uns auf unserer Homepage www.grn.de oder auf Instagram www.instagram.com/grngesundheitszentren oder schreiben Sie uns eine E-Mail an: geschaeftsfuehrung@grn.de Hinweis: Im Sinne der besseren Lesbarkeit verwenden wir in diesem Magazin meist die männliche Form und meinen damit sowohl männliche und weibliche als auch diverse Personen. Inhalt Aktuelles 4 GRN4Care „GRN4Care – Pflegeausbildung starten!“ 8 GRN-Akademie GRN-Akademie: Beim dritten Mal ist es Tradition 12 Palliativmedizin Eberbach Lebensqualität erhalten 14 Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie Schwetzingen Hier wird mit Auszeichnung operiert 16 Brustzentrum Sinsheim Gemeinsam stark gegen Brustkrebs 19 Pflege in Weinheim Pflege ist Teamarbeit 22 Kurz notiert Nachrichten aus den GRN-Kliniken Gesund in der Region 26 Gesund in der Region Von Altenbach aus durch den Odenwald 28 Rätselspaß 29 Rezept 30 Termine 33 Ansprechpartner der GRN-Kliniken 39 Impressum GESUNDHEITSZENTREN RHEIN-NECKAR Stefan Dallinger, Landrat Rhein-Neckar-Kreis Katharina Elbs, GRN-Geschäftsführerin Judith Masuch, GRN-Geschäftsführerin
4 | GRNPLUS | GRN4Care Selbst erleben, wie spannend und abwechslungsreich die Arbeit in der Pflege ist – das ist das Ziel einer besonderen Kampagne des GRN-Verbunds in Schwetzingen. Wir wollen den Schülerinnen und Schülern zeigen, wie cool der Pflegeberuf sein kann“, sagt Jens Scheurich, Pflegedienstleiter in der GRN-Klinik Schwetzingen. Am 28., 29. und 30. Januar sind Jugendliche der 9. Klasse aus Real- und Gemeinschaftsschulen nach Schwetzingen eingeladen. In der GRN-Klinik sollen sie hautnah erfahren, was Pflege bedeutet. Und sich im besten Fall für diesen spannenden Berufsweg entscheiden. Was ist an den Aktionstagen geboten? Das von Pflegedienstleitung und Ausbildungskoordinatoren der GRN-Klinik und Praxisanleiterinnen des Seniorenzentrums Schwetzingen aufgestellte Programm sieht unter anderem Stationen wie das Messen von Vitalwerten, das eigenständige Verabreichen von Injektionen an Modellen, Richten von Infusionen, Deeskalationstrainings, Verbandswechsel und einen Rollator-Hindernis-Parcours vor. In einem Escape-Room können die Teilnehmenden spielerisch und gemeinsam im Team Rätsel aus dem Bereich der Pflege lösen. Getreu dem Motto der Aktionstage: Pflege ist mehr als ein Beruf. Sie ist Teamgeist, Verantwortung und Herz. „Wir möchten damit zeigen, wie vielfältig und spannend Pflege ist“, sagt Jens Scheurich. Pflegefachkräfte müssten in der Klinik kritische Situationen schnell erfassen, erkennen und zum Teil auch lebensrettende Maßnahmen einleiten. In der Akutpflege sei Teamarbeit und medizinisches Fachwissen gefragt, beides Mitten ins Geschehen: „GRN4Care – Pflege- Ausbildung starten!“
5 | GRNPLUS | GRN4Care GRN, BZG und BA „GRN4Care – Pflege-Ausbildung“ wird von der GRN-Klinik gemeinsam mit dem Landratsamt, der Agentur für Arbeit Heidelberg und der Pflegefachschule Bildungszentrum Gesundheit (BZG) in Wiesloch veranstaltet. Die BZG hat in Zusammenarbeit mit weiteren Schulen und mit wissenschaftlicher Begleitung ein zukunftsgerichtetes Curriculum für die generalistische Ausbildung von Pflegefachpersonen entwickelt. Projektarbeit, das Lernen auch herausfordernder Situationen, Üben im Skills Lab und liebevoll organisierte Veranstaltungen und Aktivitäten, die gemeinsam mit den Auszubildenden geplant und durchgeführt werden, sowie ein abgestimmtes Praxiscurriculum runden das Konzept ab. Warum DU dabei sein solltest: Pflege ist vielseitig, menschlich und sinnstiftend, hier zählt, wer du bist und was du bewirken willst! Erlebe selbst, was es heißt, Verantwortung zu übernehmen, im Team zu arbeiten und Menschen zu helfen. GRN4Care Das erwartet dich: Pflege zum Anfassen: Probiere selbst aus, was Pflege bedeutet. Triff unsere Azubis: Frag nach, was dich wirklich interessiert. Inside GRN: Entdecke alles rund um Ausbildung, Karriere und Perspektiven karriere.grn.de ©GRN202511-OR500 könnten Schülerinnen und Schüler am Aktionstag auf die Probe stellen. Im Unterschied zur Akutpflege in der Klinik stellt Martina Burger, Heimleiterin im Seniorenzentrum Schwetzingen, die Besonderheiten der Langzeitpflege vor. Bewohner leben oft jahrelang in der Senioreneinrichtung, wodurch eine enge emotionale Bindung zwischen Personal und Bewohnern entsteht. Neben dem akuten Erkennen und Therapieren von Beschwerden geht es auch darum, Bedürfnisse gezielt wahrzunehmen und bei Bedarf und Notwendigkeit Maßnahmen einzuleiten. Foto: GRN
6 | GRNPLUS | Thema Ob Akut- oder Langezeitpflege, in beiden Bereichen sind engagierte und empathische Menschen gesucht. Denn bekannterweise gibt es hierzulande einen Fachkräftemangel und Nachwuchsprobleme. Das weiß auch Jens Scheurich. „Wir können zum Glück alle Ausbildungsplätze besetzen. Aber wie früher, als es noch eine riesige Auswahl an Bewerberinnen und Bewerbern gab, ist es leider nicht mehr.“ Als einen der Hauptgründe nennt der Pflegeexperte ganz klar den demographischen Wandel: Es gibt zu wenige pflegende Menschen für die vielen Pflegebedürftigen. Und die jungen Leute werden auch von anderen Branchen angeworben, denn Nachwuchsmangel ist kein alleiniges Problem im Pflegebereich. Jens Scheurich ist sich sicher: Am Beruf selbst kann es nicht liegen. „In der Pflege zu arbeiten ist abwechslungsreich. Das Bild, das viele von dieser Branche haben, möchten wir auch mit dem Aktionstag und der Kampagne ändern.“ Nur Nachtschicht, Wochenendarbeit, schlechte Bezahlung – dieses Image sei falsch. „Natürlich gibt es als Pflegefachkraft Arbeitszeiten am Sonntag und in der Nacht. Aber auch ein freier Tag mitten in der Woche kann Vorteile haben“, so Scheurich. „Darüber hinaus gehört die Ausbildung zur/zum Pflegefachfrau/Pflegefachmann mittlerweile zu den bestbezahlten Ausbildungsberufen“, ergänzt der Pflegedienstleiter. Zudem gibt es nach erfolgreicher Ausbildung viele Karrieremöglichkeiten, beispielsweise im Bereich der Fachexperten, in der Pädagogik oder im Management. Fehlende Kräfte in Klinik und Betreuungseinrichtungen – ein Problem, das die Politik schon lange beschäftigt. So war es auch Landrat Stefan Dallinger, der die Initiative für die GRN4Care-Kampagne ergriff. Gemeinsam mit Klaus Pawlowski, Chef der Arbeitsagentur in Heidelberg, und in Zusammenarbeit mit der GRN stellte das Orga-Team die Aktion auf die Beine. „Es ist faszinierend, wie kreativ diese Initiative aufgegriffen wurde und wie mit GRN und der Arbeitsagentur die Einrichtungen im Rhein-Neckar-Kreis zusammenarbeiten“, so Pawlowski. Die Schülerinnen und Schüler abholen, das haben sich die Verantwortlichen auf die Fahne geschrieben. So gehen GRN-Auszubildende auch direkt in die Schulen, in den Unterricht, um live im Klassenzimmer den Beruf vorzustellen. Tiefer in die Thematik dringen die jungen Menschen dann direkt in der Klinik beim Aktionstag ein. „Im Vorortbetrieb im Krankenhaus lässt sich natürlich viel mehr erlebbar machen“, weiß Jens Scheurich. Das Team rund um die Initiative GRN4Care | Foto: GRN Nachwuchs gesucht! Veranstaltungen, wie hier der Boys' Day, liefern Einblicke in den Pflegeberuf. | Foto: GRN
7 | GRNPLUS | GRN4Care Appetit machen, Lust auf mehr Und wenn es gut läuft, dann waren die Eindrücke so nachhaltig, dass sich die jungen Frauen und Männer für ein Praktikum interessieren. Auch der im April stattfindende Boys‘ Day ist eine tolle Gelegenheit, sich mit dem Pflegeberuf intensiver zu beschäftigen. Im Idealfall folgt die Bewerbung für eine Ausbildung bei den GRN und für einen zukunftssicheren Job mit Sinn. Daher sind alle Beteiligten mit Herzblut dabei und wie Jens Scheurich es ausdrückt: „Wir wollen Pflege sichtbar machen, da Zukunft Pflege braucht.“ GRN/nl Wann und wo findet der Aktionstag statt? 28./29./30. Januar 2026 GRN-Klinik Schwetzingen Bodelschwinghstraße 10 68723 Schwetzingen Wer sich für ein Praktikum oder eine Ausbildung im Bereich Pflege interessiert, erhält hier weitere Informationen: www.karriere.grn.de/beruf-karriere/ pflege-funktionsdienst www.karriere.grn.de/ beruf-karriere/ausbildung- duales-studium/praktikum Pflegefachmann:frau – Das erwartet dich! Beginn (je nach Schule): April, August, Oktober Dauer: 3 Jahre Voraussetzungen: Mittlere Reife oder allgemeine Fachhochschulreife bzw. Hauptschulabschluss (plus erfolgreich abgeschlossene Berufsausbildung in der Pflege) Vergütungsstruktur je Ausbildungsjahr: 1. Jahr: 1415,69 € 2. Jahr: 1477,07 € 3. Jahr: 1578,38 € Die Vorteile bei uns: • Sicheres Gehalt nach TVAöD • Jahressonderzahlung • 30 Tage Urlaub • Betriebliche Altersvorsorge • Übernahme der Kosten für ein D-Ticket (Jugend BW) • Azubi-Gesundheit (BGM für Auszubildende) • Enge Betreuung und Begleitung durch unsere Ausbildungskoordinator:innen & Praxisanleiter:innen • Möglichkeit mit deinem Abschluss in der gesamten EU und der Schweiz zu arbeiten Ausbildungsinhalte: • 2100 Stunden theoretische und fachpraktische Ausbildung • 2500 Stunden praktische Ausbildung • Je nach Kooperationsschule entweder abwechselnder Blockunterricht oder Teilzeitunterricht an zwei Tagen in der Woche • Breitgefächerte Einsatzbereiche in verschiedenen pflegerischen Settings Pflegefachmann:frau Kliniken | Reha | Heime Geduld, Empathie und Fac hwissen i n der Pflege lerne ich ei n Leben lang! Abenteuer Menschlichkeit Der Mix macht’s! Print und Digital. Hotline 07141 130-360 www.ihr-regionales.de Zutaten für einen gutenWerbecocktail: einen Teil Print einen SchussOnline und etwasSocial Media zur Abrundung Wollen Sie mehr über die Zutaten erfahren?
8 | GRNPLUS | GRN-Akademie Von der allgemeinen Gesundheitspolitik über Nierensteine und Zementierung in der Endoprothetik: Bei der GRN-Akademie tauschen sich die Experten aus und präsentieren geballte Medizin-Kompetenz. 2023 fand es zum ersten Mal statt, ein wissenschaftliches Symposium der GRN-Akademie, ein Fortbildungsprogramm der GRN Gesundheitszentren Rhein-Neckar gGmbH, das Ärzte der Region zum fachlichen und kollegialen Austausch einlädt. Im Februar 2026 ist es wieder soweit. Dieses Mal in Weinheim. Ins Leben gerufen hat dieses Konzept Prof. Dr. Eberhard Scholz, Chefarzt der Abteilung für Kardiologie und Angiologie der GRN-Klinik Schwetzingen sowie der GRN-Klinik Sinsheim. Welche Experten arbeiten auf welchem Gebiet, welches medizinische Know-how ist in den GRN-Kliniken und somit im GRN-Verbund vorhanden? All das sollte stärker in den Fokus gerückt und sichtbarer gemacht werden. „Der ursprüngliche Anlass war, dass damals die vier GRN-Kliniken im Stile ehemaliger `Kreiskrankenhäuser‘ überwiegend für sich arbeiteten. Die Zusammenarbeit war eher punktuell. Mit einer solchen Veranstaltung wollte ich zum einen den niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen des GRN-Akademie: Beim dritten Mal ist es Tradition Rhein-Neckar-Kreises verdeutlichen, welche geballte Kompetenzen die vier Kliniken besonders im Verbund haben. Andererseits ging es mir auch um eine Art ‚Come together‘ der GRN-Kollegen.“ Prof. Scholz und seine Mitorganisatorinnen wie GRN-Geschäftsführerin Judith Masuch und Marketingleiterin Frauke Sievers-Kretz griffen bereits 2023 den Gedanken auf, Kompetenzen zu vereinen und zusammenzuschließen. Eine Idee, die Zukunft hat, wie die geplante Neuausrichtung GRN4Future bezüglich der Krankenhausstrukturreform zeigt. „Der Austausch gerade zwischen den Kollegen der vier Standorte ist extrem wichtig“, so der Kardiologe. „Wir weisen den Kolleginnen und Kollegen in anderen GRN-Kliniken regelmäßig Patienten zu – das wird in Zukunft mit dem Konzept GRN4Future noch mehr der Fall sein.“ 2023 luden Prof. Scholz und das Organisationsteam daher zum Eröffnungssymposium der GRN-Akademie in das Schwetzinger Schloss ein, im vergangenen Jahr trafen sich die Experten in
9 | GRNPLUS | GRN-Akademie der Dr.-Sieber-Halle in Sinsheim. Um die 150 Zuhörer zählten die Organisatoren. 2026 findet die GRN-Akademie nun zum dritten Mal statt. Am 28. Februar treffen sich niedergelassene Ärztinnen und Ärzte sowie GRN-Mitarbeitende im Rolf-Engelbrecht-Haus in Weinheim. Und beim dritten Mal wird es Tradition, so heißt es. Das ist auch das Ziel von Prof. Scholz: „Es soll sich als jährliche Veranstaltung fest etablieren.“ Die Programminhalte überlegt sich das Organisationsteam gemeinsam mit dem Team der jeweils austragenden Klinik. Der Ablauf am Tag des Symposiums ist mittlerweile festgelegt: Zunächst referieren Experten über allgemeine gesundheitspolitische Themen, auf Foto: GRN Auch die jungen Ärztinnen und Ärzte kommen zu Wort | Foto: GRN
10 | GRNPLUS | GRN-Akademie Bundesebene und für den regionalen Bereich der GRN-Kliniken. Nicht fehlen darf ein Vortragsblock über neue Entwicklungen in der Medizin. Dann stellt die gastgebende Klinik ihre Fachdisziplinen und Spezialitäten vor. Wichtig ist dem Initiator des Weiteren, auch den jungen Ärztinnen und Ärzten das Wort zu überlassen – der Young GRN. „Die potenzielle Oberarztriege von morgen stellt den Kolleginnen und Kollegen sowie den Zuschauenden ihre spannendsten Fälle aus dem klinischen Alltag vor.“ Mit diesen Einblicken in die Häuser in Eberbach, Sinsheim, Schwetzingen und Weinheim verdeutlichen die GRN Gesundheitszentren, dass sie – an jedem der vier Standorte – die Einwohner des Rhein-Neckar-Kreises bestens im Bereich der Grund- und Regelversorgung betreuen. Und noch mehr: „Mit unserer Gesamt-Bettenzahl, der Arztkapazität und unserem Know-how in den Kliniken sind wir in Summe nicht weit entfernt von einem Maximalversorger. Durch die Bildung von spezialisierten Zentren im Rahmen von GRN4Future wird die Fallzahl, aber auch die Komplexität vieler Eingriffe steigen“, so Prof. Scholz. Foto: GRN
11 | GRNPLUS | GRN-Akademie 28. Februar 2026 Rolf Engelbrecht Haus, Weinheim Schwerpunkt regionale und überregionale Gesundheitspolitik Vorsitz: Judith Masuch, GRN-Geschäftsführerin, Dr. Johannes Berentelg, Ressortleiter Medizin Krankenhausstrukturreform: Update 2026 Katharina Elbs, GRN-Geschäfts- führerin Ambulantisierung als „Gamechanger“? Erfahrungen aus dem Ambulanten OP-Zentrum Sven Mautner, Leiter AOZ GRN-Klinik Schwetzingen Schwerpunkt neue Entwicklungen und Ergebnisse in der Medizin Vorsitz: Dr. Johannes Weiß, Chefarzt Allgemein- und Viszeralchirurgie GRN-Klinik Schwetzingen, Dr. Jan Voegele, Chefarzt Urologie GRN-Klinik Eberbach „Precision Oncology“: Fortschritte durch molekulare Tumordiagnostik, Dr. Johann-Wilhelm Schmier, Ärztlicher Leiter MVZ Sinsheim Antibiotikatherapie 2026 – gezielt, kurz und wirksam Dr. Christian Dietrich, Leitender Oberarzt, Gastroenterologie GRN-Klinik Sinsheim Deprescribing im Alter – Reduzieren ohne zu riskieren Dr. Andreas Baier, Chefarzt Alters- medizin GRN-Klinik Schwetzingen Schwerpunkt GRN-Klinik Weinheim Vorsitz: Dr. Annette Maleika, Chefärztin Gynäkologie und Geburtshilfe GRN-Klinik Schwetzingen, Timo Nabers, Chefarzt Orthopädie und Unfallchirurgie GRN-Klinik Schwetzingen Alterstraumatologie als interdisziplinäres Projekt Dr. Martin Honsowitz, Chefarzt Orthopädie und Unfallchiriurgie GRN-Klinik Weinheim, Dr. Florian von Pein, Chefarzt Altersmedizin und Klinik für Geriatrische Reha- bilitation GRN-Klinik Weinheim Mammakarzinom – moderne Therapiekonzepte Dr. Lelia Bauer, Chefärztin Gynäkologie und Geburtshilfe GRN-Klinik Weinheim CT-gesteuerte interventionelle Kardiologie Prof. Dr. Grigorios Korosoglou, Chefarzt Kardiologie und Angiologie GRN-Klinik Weinheim Qualität der Therapie des kolorektalen Karzinoms Prof. Dr. Christoph Eisenbach, Chefarzt Gastroenterologie und Diabetologie GRN-Klinik Weinheim, Prof. Dr. Torsten Wilhelm, Chefarzt Allgemein- und Viszeralchirurgie GRN-Klinik Weinheim Schwerpunkt „Young GRN“ Vorsitz: Dr. Daniel Herzenstiel, Leitender Arzt für Kardiologie und Angiologie GRN-Klinik Eberbach, Dr. Daniel Unger, Chefarzt Anästhesie und Intensivmedizin GRN-Klinik Eberbach GRN-Klinik Eberbach Mein spannendster Fall N.N. GRN-Klinik Sinsheim Mein spannendster Fall Lukas Bischoff, Assistenzarzt Kardiologie GRN-Klinik Schwetzingen Mein spannendster Fall Johannes Dürr, Assistenzarzt Kardiologie Programm Der Kongress passt eben wunderbar in das Modell GRN4Future. „Wir bei der GRN bündeln unsere Kompetenzen, mit der GRN-Akademie wird das schon ersichtlich“, so Prof. Scholz. Denn die Idee dahinter: In den einzelnen Kliniken werden Schwerpunkte geschaffen, die Leuchtturm-Charakter und überregionale Strahlkraft haben. Vernetzung und Zusammenarbeit, ein Get-Together wie das Symposium der GRN-Akademie ist dabei die perfekte Basis. Und Prof. Scholz weiß: „Wir hier bei den GRN haben das Potenzial für Spitzenmedizin mit hoher Fallzahl.“ Und das sollte und muss man zeigen. nl Mehr Informationen unter www.grn.de/ grn-akademie Geballte Medizin-Kompetenz 2025. | Foto: GRN
12 | GRNPLUS | Interdisziplinäre Palliativmedizin Eberbach Viele denken bei dem Begriff Palliativmedizin direkt ans Sterben. Eine palliative Komplexbehandlung ist aber kein Todesurteil. Vielmehr verfolgt sie das Ziel, Symptome zu lindern und die Lebensqualität schwerkranker Patientinnen und Patienten zu erhalten. Wir haben uns vorgenommen zu zeigen, dass Palliativmedizin nicht das Ende bedeutet, sondern nur ein anderer, ehrlicher Ansatz ist“, erklärt Dr. Julia Baumeister. Die leitende Oberärztin der Inneren Medizin in der GRN-Klinik führt die interdisziplinäre Palliativmedizin in Eberbach gemeinsam mit Dr. Markus Hewel, Oberarzt der Abteilung Anästhesie- und Intensivmedizin. Die beiden Mediziner kennen sich von früher, sie waren gemeinsam am Aufbau einer universitären Palliativstation in Heidelberg beteiligt. Zusammenarbeit der Disziplinen ist wichtig Im vergangenen September kam die Internistin nach Eberbach, wo Dr. Hewel bereits arbeitete. Ihre eigentliche Intention war es, Dr. Bernhard Nitsche in der Gastroenterologie zu unterstützen. Bald kam aber die Idee, dass sie gemeinsam mit ihrem früheren Kollegen die Palliativmedizin stärken könnte. Dabei war beiden der interdisziplinäre Ansatz wichtig. „Schmerz- sowie Palliativmedizin sind sogenannte Querschnittfächer und betreffen damit alle Fachbereiche“, so Dr. Hewel. „Die Wege hier im Haus sind kurz und der Kontakt erfolgt im direkten Austausch.“ Dass Dr. Baumeister die Patienten und Krankheitsbilder in der Regel schon aus der täglichen internistischen Frühbesprechung kennt, ist ein zusätzlicher Bonus. Die sechs qualifizierten Palliativ-Pflegekräfte waren froh, dass der Bereich wieder Aufwind bekommt. Mittlerweile haben acht Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Fort- und Weiterbildung ‚Palliativ Care’ absolviert, zwei weitere haben sich bereits dafür angemeldet. Zeit ist unser wichtigstes Medikament Es finden wöchentlich Teamsitzungen mit allen beteiligten Spezialisten statt. Dazu gehören neben den Palliativmedizinern, Stationsärzten und Pflegekräften auch Physiotherapeuten, der Sozialdienst und die Hospizhilfe. Außerdem finden gemeinsame Pflege-Arzt-Visiten mit den Behandlern der Stationen statt. An einem Tag der Woche wird eine pflegerische Palliativkraft von der Pflegedienstleitung freigestellt, um sich ausschließlich um Palliativpatienten zu kümmern. Das ist ein wichtiger Schritt. „Wir brauchen keine große Foto: GRN Palliativmedizin: Lebensqualität erhalten
13 | GRNPLUS | Interdisziplinäre Palliativmedizin Eberbach Ausstattung, unser wichtigstes Medikament ist Zeit“, weiß Dr. Baumeister. Es sei wichtig zu vermitteln, dass das Team alles möglich macht, was dem Patienten guttut. Zusätzlich zur eigentlichen Betreuung der Patienten geben die Palliativ-Pflegekräfte auch Tipps und Anleitungen für die Kollegen auf den Stationen zum Thema Symptomkontrolle. Wie kann ich eine bestimmte Tumorwunde verbinden? Wie gehe ich damit um, wenn die Angst kommt? „Ab Februar können wir das sogar zweimal pro Woche machen, mit der Perspektive, dass wir hoffentlich bald eine eigene Station haben“, erzählt die Ärztin. Aktuell sind Palliativpatientinnen und -patienten noch auf allen Stationen zu finden. Symptome behandeln bedeutet nicht, dass der Patient aufgegeben wird Die meisten Palliativpatienten in Eberbach leiden an fortgeschrittenen Tumorerkrankungen. Sie kommen mit Schmerzsymptomen, Erbrechen und Übelkeit oder mit Luftnot. „Dr. Hewel ist auch Schmerztherapeut, und wir können von beiden Seiten gut betreuen“, so Dr. Baumeister. Ihr ist wichtig, ehrlich zu sein und dem Patienten zu sagen, wenn sie und ihre Kollegen die Ursachen nicht mehr behandeln können, aber alles dafür tun, dass es dem Patienten besser geht. Der Sozialdienst spielt eine wichtige Rolle im Rahmen der Palliativversorgung in Eberbach. Er besorgt etwa Hilfsmittel für die Versorgung zu Hause, spricht mit der Familie und kümmert sich um die Anbindung an das SAPV-Team (Spezialisierte ambulante Palliativversorgung). Nur so ist es möglich, dass Patienten mit einer organisierten Struktur nach Hause entlassen werden können. Viele kehren zurück, wenn weitere Symptome auftreten. Dann muss von Neuem entschieden werden, ob eine Kurzzeitpflege oder auch das Hospiz sinnvoll wären. Es gibt auch Menschen, die etwa in die Notaufnahme kommen und unter Symptomkontrolle sterben dürfen. Das Palliativteam begleitet dann beispielsweise mit Morphinen, um die Angst und Luftnot zu nehmen. Gemeinsammit Patienten und Angehörigen Entscheidungen trifft das Team immer gemeinsam mit Patient und Angehörigen. „Wir betonen immer: Wir machen nichts, was Sie nicht wollen“, sagt Dr. Baumeister. Gleichzeitig werden natürlich auch die Angehörigen mit einbezogen. Das Team erklärt, was auf sie zukommt und unterstützt sie, mit der neuen Situation umzugehen. „Manche Angehörige haben Angst, dass wir bei der Palliativbehandlung die Medikamente weglassen.“ Es geht aber vielmehr darum, die richtigen Medikamente zu finden, um die Lebensqualität zu erhalten. Dafür stehen die Eberbacher Experten in engem Kontakt mit Hausärzten und anderen Kolleginnen und Kollegen, etwa mit dem MVZ in Sinsheim, dem Onkologischen Schwerpunktzentrum unter Leitung von Dr. Johann-Wilhelm Schmier. Auch wenn irgendwann die Entscheidung fällt, die Chemotherapie abzubrechen, kann es mithilfe der Palliativmedizin noch lange und weitgehend symptomfrei weitergehen. Um das zu verstehen und zu akzeptieren, brauchen Patienten und Angehörige Zeit. Komplexe Fragen besprechen Dr. Baumeister und Dr. Hewel immer gemeinsam. Palliativmedizin früh einbeziehen Dr. Baumeister wünscht sich, dass Kollegen bei der Behandlung schwerkranker Menschen so früh wie möglich einen Palliativmediziner hinzuziehen, auch wenn aktuell beispielsweise noch eine Chemotherapie indiziert ist. Wenn der Patient aus der Chemo entlassen wird, können sich die SAPV-Mitarbeiter vorstellen. Sobald das Team eingebunden ist, haben die Patienten eine sichere Anlaufstelle, bei der sie sich rund um die Uhr melden können. Das ist für viele sehr beruhigend. Dass die Zusatzausbildung Palliativmedizin nur für Fachärzte möglich ist, macht für Dr. Baumeister durchaus Sinn. „Gerade für den Umgang mit den Patienten und Angehörigen braucht man schon eine gewisse Erfahrung.“ Das Einzugsgebiet in Eberbach ist groß. Teilweise kommen Patienten aus Heidelberg. Besondere kleine Momente geben viel Kraft Auch wenn der Alltag belastend sein kann, ist die Zufriedenheit des Teams, wirklich etwas zu bewirken, deutlich spürbar. Es gibt immer wieder diese wunderbaren Momente, aus denen die Mitarbeiter viel Kraft ziehen. Etwa wenn sie kleine Wünsche erfüllen können, die die Augen der Menschen zum Leuchten bringen. An eine Situation erinnert sich Dr. Baumeister noch genau. Ein Patient mit einer künstlichen Luftröhrenöffnung und einem künstlichen Darmausgang konnte mitteilen, dass er gerne mal wieder eingelegte Aprikosen aus der Dose schmecken würde. „Die betreuende Palliativschwester kaufte sie für den Patienten. Auch wenn er nur ein, zwei Löffelchen essen konnte, war ihm die Freude deutlich anzusehen. Uns allen ging das Herz auf, das war wirklich schön.“ ks Die Kontaktdaten der Ansprechpartner finden Sie ab Seite 33. Dr. Julia Baumeister | Foto: GRN Dr. Markus Hewel | Foto: GRN
Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie – der Name der Abteilung lässt es erahnen. Hier passiert viel, hier werden sehr viele fachspezifische operative Therapien durchgeführt. „Ja, das ist ein großes Feld, gerade für ein Haus der Größenordnung wie die GRN-Klinik Schwetzingen“, bestätigt Dr. Johannes Weiß, Chefarzt eben jener Abteilung und Ärztlicher Direktor am GRN-Standort. 2000 Operationen führen Dr. Weiß und seine 16 ärztlichen Kolleginnen und Kollegen jedes Jahr durch. Die Diagnosen: vom gut- oder bösartigen Darmtumor über Sodbrennen, Gallensteine, Schilddrüsenerkrankungen oder alle Arten von Bauchwandbrüchen. Die Abteilung umfasst die Bereiche der Allgemein- und Tumorchirurgie, der endokrinen Chirurgie, der Gefäß- und Dialysechirurgie. Ein Schwerpunkt ist die operative Behandlung von Hernien. Das sind Brüche, angeborene oder erworbene Lücken in der Bauchwand. Durch diese Lücken können sich das Bauchfell oder auch Eingeweide drücken. Die Patientinnen und Patienten kommen mit Verdacht auf Bauchdecken-, Nabel-, Leisten-, Narben- und Zwerchfellbrüchen zu Dr. Weiß und seinen Kolleginnen und Kollegen. Die Chirurgen bieten hierfür an der GRN-Klinik Schwetzingen eine spezielle Herniensprechstunde an – hier wird untersucht, bezüglich einer OP beraten und das weitere Vorgehen besprochen. Das Risikoprofil jedes einzelnen Patienten und die Art des Bruches werden genau durchleuchtet. Die Qualität dieser Behandlung ist so hoch, dass die Abteilung seit 2016 als Kompetenzzentrum für Hernienchirurgie zertifiziert ist. Das Leistungsspektrum der Ärzte reicht von der minimalinvasiven Laparoskopie (Bauchspiegelung) bis zu offenen OP-Verfahren, um Brüche aller Art zu versorgen. Menschen mit den unterschiedlichsten Befunden liegen bei Dr. Johannes Weiß, Chefarzt der Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie, auf dem OP-Tisch. Für eine Erfolg versprechende Behandlung ist interdisziplinäre Fachkompetenz gefragt. Dr. Joahnnes Weiß | Foto: kop Hier wird mit Auszeichnung operiert
15 | GRNPLUS | Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie Schwetzingen FAHRDIENSTE T. SCHÜLER Tel. 0 62 53-7380 T. SCHÜLER Krankenfahrten Rollstuhl-, Tragestuhl- und Liegendfahrten Flughafentransfer Telefon 06253-7380 Mobil 0151-12240371 mail@fahrdienste-schueler.de 64668 Rimbach · Im Kreuzwinkel 7 24h Dienst Ebenso zertifiziert ist das Shuntzentrum Rhein-Neckar als Interdisziplinäres Referenzzentrum für Dialysezugänge – eines von 23 in ganz Deutschland. Hier werden Dialysezugänge gelegt, die Gefäßchirurgen legen großen Wert darauf, die Zugänge langfristig zu erhalten und sie nach den aktuellen Leitlinien zu schaffen. „Wir haben in Schwetzingen eine große Zahl an Patienten im Shunt-Zentrum“, erklärt Dr. Weiß. „Teilweise werden uns Patienten aus dem Umkreis von über 200 Kilometer zugewiesen.“ Für diese ausgewiesene Kompetenz steht unter anderem die Ärztliche Leitung des Zentrums, Dr. Nicole Geiger und Dr. Salih Berisha, beide Fachärzte für Chirurgie und Gefäßchirurgie mit dem Schwerpunkt Shuntchirurgie. Dr. Weiß ist ebenfalls spezialisiert auf die Gefäßchirurgie, die zudem das Feld von akuten und chronischen Erkrankungen der Arterien und Venen beinhaltet. Verkalkungen an wichtigen Gefäßen werden im OP-Saal entfernt. Zum Teil müssen sogenannte Stents gesetzt werden, um die Gefäßwände zu stützen und erneute Verengungen zu verhindern. Die meisten durchgeführten Operationen in Deutschland hängen unmittelbar mit der Viszeralchirurgie zusammen. Und diese ist ein weiteres Spezialgebiet von Dr. Weiß. Der Begriff Viszeralchirurgie steht für die operative Behandlung des Verdauungstraktes. Darunter fällt auch die endokrine Chirurgie, wie Dr. Weiß erklärt. Gutartige und bösartige Erkrankungen der Schilddrüse, der Nebenschilddrüse und der Nebenniere werden operativ behandelt. Dr. Weiß trägt darüber hinaus die Zusatzbezeichnung als Facharzt der speziellen Viszeralchirurgie. Somit darf der Mediziner, der seit 2012 in Schwetzingen arbeitet, auch hochkomplexe Operationen amMagen-DarmTrakt, an der Leber und der Schilddrüse durchführen. In der GRN-Klinik Schwetzingen steht im Bereich der Viszeralchirurgie die nicht-onkologische und onkologische Darmchirurgie im Fokus. Während zu ersterer gutartige, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen wie Divertikulitis, Morbus Crohn und Colitis ulcerosa zählen, werden bei letzterer Tumore im Darmbereich operiert. Nicht nur, aber gerade bei Tumorerkrankungen ist interdisziplinäre Zusammenarbeit gefragt. Und diese läuft mit den Kolleginnen und Kollegen der anderen Fachbereiche, insbesondere der Gastroenetrologie, in Schwetzingen sehr gut. „Die Wege sind kurz, es ist eine vertrauensvolle und direkte Zusammenarbeit“, so Dr. Weiß. „Der persönliche Austausch vor Ort ist wirklich ein großer Vorteil.“ Und wichtig. Denn die Arbeit von Dr. Weiß und seiner Abteilung ist der zweite Schritt. „Zuerst kommt die Diagnostik der Kollegen, dann die Therapie, das ist in unserem Fall die OP.“ Bei Krebspatienten trifft sich immer das sogenannte Tumorboard. Hier sitzen die Kolleginnen und Kollegen aus den Fachbereichen der Gastroenterologie, Onkologie, Strahlentherapie und anderer Fachabteilungen zusammen, um die individuelle Behandlung des Patienten vor Therapiebeginn zu besprechen. In naher Zukunft wird die Behandlung und Versorgung von Darmkrebspatienten in der GRN-Klinik Schwetzingen noch eine größere Rolle spielen. Denn im Rahmen der erforderlichen Neuausrichtung der GRN-Kliniken soll in Schwetzingen ein Darmzentrum aufgebaut werden. Die Klinik fokussiert sich somit auf die onkologische Viszeralchirurgie. Die Kompetenz im Team rund um Dr. Weiß ist bereits vorhanden. nl Herniensprechstunde GRN Klinik Schwetzingen Mi 9 –12 Uhr, Fr 13 –15 Uhr Mehr Informationen zur Fachdisziplin: www.grn.de/schwetzingen/klinik/chirurgie/ die-fachdisziplin Die Kontaktdaten der Ansprechpartner finden Sie ab Seite 35.
16 | GRNPLUS | Brustzentrum Sinsheim Seit 1985 steht der Oktober weltweit als „Pinktober“ im Zeichen der Brustkrebsaufklärung. Das Brustzentrum der GRN-Klinik Sinsheim und Fußball-Bundesligist TSG 1899 Hoffenheimmachten hierfür gemeinsame Sache. Unter dem Motto „Gemeinsam stark gegen Brustkrebs“ engagierte sich die TSG Hoffenheim, in Kooperation mit dem Brustzentrum der GRN-Klinik Sinsheim, einen ganzen Monat lang mit der Breast Cancer Awareness-Kampagne für mehr Bewusstsein, Sichtbarkeit und Zusammenhalt. Am 12. Oktober liefen die Spielerinnen der TSG Hoffenheim Frauenmannschaft beim Match gegen Bayer Leverkusen in pinkfarbenen Trikots mit Schleife in das Stadion ein. Statt Kinder begleiteten sie dabei Brustkrebspatientinnen und Mitarbeitende des Brustzentrums der GRN-Klinik Sinsheim. Bereits einen Tag zuvor erhielten die drei TSG-Spielerinnen Sophie Lindner, Linda Natter und Melissa Kössler bei ihrem Besuch im Brustzentrum vielfältige Einblicke in die Thematik. Zwei Wochen später erspielten sich die Gemeinsam stark gegen Brustkrebs Männer des Bundesligisten ihren ersten Heimsieg mit den Sondertrikots und der Unterstützung der Frauen – vor rund 25 000 Zuschauern. „Das waren echte Gänsehaut-Momente für uns alle“, erinnert sich Nadine A. Michel, Chefärztin der Gynäkologie und Geburtshilfe. Rund um die Spiele bot ein vielfältiges Rahmenprogramm Gelegenheit, sich umfassend zu informieren und persönlich Fragen zu stellen. Ganzheitliche professio- nelle und empathische Betreuung in Sinsheim Durch die deutlich verbesserten Methoden der Früherkennung kann Brustkrebs heute meist in einem frühen Stadium dia- gnostiziert werden. Dafür sollten Frauen die regelmäßigen Vorsorgetermine bei ihrer Frauenärztin oder ihrem Frauenarzt wahrnehmen und jede Veränderung der Brust schnellstmöglich abklären lassen. Ab 50 können sie zudem alle zwei Jahre ein Mammographie-Screening durchführen lassen, das von der Krankenkasse übernommen wird. Im Brustzentrum der GRN Klinik Sinsheim stehen Frauen multiprofessionelle Fachteams mit umfangreicher Expertise, viel Erfahrung und Empathie zur Seite – von der ersten Untersuchung bis hin zur abschließenden Nachbehandlung. Jede Patientin mit der Diagnose Brustkrebs wird im Rahmen der Tumorkonferenz besprochen, die einmal wöchentlich beim Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) in Heidelberg stattfindet. Dabei sitzen Expertinnen und Experten unterschiedlicher Disziplinen – Operateure, Radiologen, Hämatoonkologen, Strahlentherapeuten – an einem Tisch, um gemeinsam die bestmögliche Behandlung zu erarbeiten. Foto: GRN
Frau Mering, erinnern Sie sich daran, wie Sie die Diagnose „Brustkrebs“ bekommen haben? Isabell Mering: Die Diagnose war für mich tatsächlich nicht ganz überraschend, da ich zum Jahreswechsel 2023/24 selbst etwas ertastet hatte. Anfangs habe ich mich sehr schwergetan, damit zum Arzt zu gehen. Erst kurz vor Ostern 2024 war ich bei meiner Gynäkologin in Mosbach, die mir meinen Verdacht bestätigte. Zuerst denkt man natürlich darüber nach, ob das jetzt das persönliche „Ablaufdatum“ ist. Vor allem habe ich an die Personen gedacht, die mir am nächsten stehen. Besonders an meine Mutter, und ob ich das, was ich sonst mache, auch weiterführen kann, beispielsweise mein ganz persönliches Engagement in Tansania. Ich hatte die Sorge, andere zu enttäuschen oder hängenzulassen. Mir wurde dabei aber auch bewusst, dass man für die Familie und den engsten Freundeskreis nicht zu ersetzen ist, im Berufsleben ist das ohne Weiteres möglich. Mit all diesen Gedanken muss man sich dann selbst fokussieren und mit allem umgehen. Wie ging es dann weiter, welche Untersuchungen und Behandlungen haben Sie durchgemacht? Meine Frauenärztin hat mich gleich zur Mammographie überwiesen, danach kam die Biopsie. Mit dem Befund des Radiologen konnte ich direkt ins Brustzentrum zu Frau Michel gehen. Dann folgte erst einmal dieser ganze Marathon der Voruntersuchungen, das sogenannte Staging, bevor das Tumorboard entschieden hat, welche Behandlung bei der Art „meines“ Tumors indiziert ist. Am 23. Mai 2024 hatte ich meine erste neoadjuvante Chemo plus Antikörper und war unglaublich froh, als es endlich losging. Zusätzlich bekam ich nach der OP Bestrahlungen, eine Reduktionsplastik wurde ebenfalls durchgeführt. Mein Glück war, dass der Tumor nicht gestreut hatte. Nach der OP ergab der histologische Befund, dass ich keine Komplettremission hatte und noch 1,2 Millimeter Resttumor im nicht-entfernten Gewebe vorhanden waren; daher musste ich mich weiteren 14 Immuntherapien postoperativ unterziehen. Am 14. August 2025 hatte ich meine letzte Chemo, im September fand die Angleichungsoperation statt. Es ist ein sehr anstrengender Prozess, den man durchlaufen muss. Das war heftig, aber ich wusste, das ist meine Chance. Ich war sofort im Kampfmodus und dankbar für alles, was man tun konnte. Meine Prognose und die Betreuung haben mir Hoffnung gegeben, und ich wusste irgendwie, es ist noch nicht zu Ende. Wie haben Sie sich in Sinsheim aufgehoben gefühlt? Schon an der Info in Sinsheim ist die Atmosphäre sehr persönlich und man spürt sofort, dass man nicht nur eine Nummer ist. Und das war bei allen Behandlungen der Fall. Das macht den großen Unterschied aus. Die Gesamtbetreuung war wirklich ganz großes Kino – fachlich und menschlich. Angefangen mit dem ersten Termin bei Frau Michel, die alles wunderbar erklärt hat und bei allen weiteren Terminen immer ein offenes Ohr hatte. Die onkologische Betreuung haben hauptsächlich Dr. Sheela Palamattam und Simone Lenz als onkologische Fachkraft übernommen. Ob Ärztinnen oder Pflegekräfte, alle waren wunderbar. Ein besonderer Moment war wegweisend: Als das Ergebnis des Tumorboards vorlag, habe ich gefragt, wie meine Chancen stehen. Dr. Hollinger sagte mir ganz klar: „Mit unserer Hilfe schaffen Sie das.“ Dieser kleine Zusatz „mit unserer Hilfe“ war für mich von großer Bedeutung. Ich wusste, dass ich in guten Händen bin. Ich habe immer wieder erlebt, dass keine der Betroffenen zurückgelassen wird. Wichtig ist bei dieser speziellen Krankheit für Frauen auch der ästhetische Aspekt bei den Operationen. Das ist immer präsent Frühzeitig entdeckt und behandelt, ist Brustkrebs oft heilbar. Isabell Mering, die nicht nur bei den TSG-Spielen dabei war, sondern auch ihre Geschichte geteilt hat, appelliert deshalb, die Vorsorge in Anspruch zu nehmen. Sie selbst hat gemeinsammit dem Team des Sinsheimer Brustzentrums den Kampf gegen die Krankheit gewonnen. „Ganz großes Kino“ Isabell Mering (rechts) hat mithilfe von Nadine Michel (links), Simone Lenz (Mitte) und dem gesamten Team der GRN-Klinik Sinsheim den Krebs besiegt. | Foto: GRN
18 | GRNPLUS | Brustzentrum Sinsheim und Frau Michel und ihrem tollen Team offensichtlich eine Herzensangelegenheit. Ich habe mich wirklich wohlgefühlt. Was hat Ihnen in der Zeit sonst besonders geholfen? Auch wenn es seltsam klingen mag: Ich konnte diese Krankheit als Weg zu mir selbst sehen. Was will ich eigentlich, was brauche ich? Man kann diesen ganzen Prozess auch als eine Art Komplett-Transformation sehen. Gespräche waren mir unglaublich wichtig, vor allem der Austausch mit all den mutigen Mitstreiterinnen. Es haben sich tolle Freundschaften entwickelt, über Altersgrenzen hinweg. Über ein Jahr lang saß ich jeden Donnerstag mit ganz wunderbaren und starken Frauen zusammen. Wir haben gesprochen, zusammen gelacht und geweint. Es gibt bei dieser Krankheit keine Tabus. Es ist ein schwerer Kampf und es geht tatsächlich um Leben und Tod, da darf man auch zerbrechlich sein. Der Austausch in der Gruppe hat mich unglaublich ermutigt. Durch die Erfahrung und den Zuspruch der anderen – auch der Pflegekräfte – bin ich immer gestärkt und mit guter Laune aus der Chemo gegangen. Was wünschen Sie sich für den Umgang der Gesellschaft mit dem Thema Brustkrebs? Können Aktionen wie die mit der TSG Hoffenheim etwas bewirken? Das war in der Tat ein sehr intensives Erlebnis. Es war toll, dass wir so viele Menschen erreichen und auf die Krankheit aufmerksam machen konnten – insbesondere im Hinblick auf Vorsorge und auf den Umgang mit betroffenen Frauen. Eine gewisse Stigmatisierung ist immer irgendwie da. Ich würde mir wünschen, dass man mehr Offenheit zeigt und weniger Oberflächlichkeit an den Tag legt. Eine solche Krankheit sucht sich niemand aus. Speziell das Äußere, das sich vorübergehend verändert, sollte keine Rolle spielen. Bei Chemobehandlungen ist das aber oft ein Thema. Wie die Frauen damit umgehen, ist individuell sehr unterschiedlich. Viele ziehen sich zurück und sind nicht wirklich „sichtbar“. Die Angst vor der Meinung anderer spielt da oft mit. Es wäre toll, wenn man einfach sagen könnte, es ist mir egal, was andere denken. Auch das ist ein Prozess. Würden Sie rückblickend etwas anders machen? Generell würde ich den Weg wieder so gehen, mit der GRN-Klinik Sinsheim und Frau Michel. Ich komme immer wieder gerne in die Klinik. Es ist ein Ort, der Teil meines Lebens geworden ist. Die Menschen sind mir unglaublich ans Herz gewachsen. Was ich anders machen würde: Ich würde früher zum Arzt gehen. Daher auch mein klarer Appell an alle Frauen: Wenn man selbst etwas bemerkt, sollte man ganz schnell zur Kontrolle gehen. Und auch darauf bestehen, dass intensiv untersucht wird, denn manche Knoten sind gar nicht tastbar. ks Sprechstunde Brustzentrum Sinsheim/Schwetzingen Mo–Do 8.30–12.30 Uhr und 13.30–16 Uhr Fr 8.30–13 Uhr und nach telefonischer Vereinbarung Mehr Informationen zur Fachdisziplin: www.grn.de/medizinische-fachzentren/ brustzentrum-sinsheim/schwetzingen Die Kontaktdaten der Ansprechpartner finden Sie ab Seite 35. Gemeinsam gegen Brustkrebs: Die TSG-Spielerinnen Linda Natter, Sophie Lindner und Melissa Kössler (v.l.n.r.) besuchten die GRN-Klinik Sinsheim. | Foto: GRN
19 | GRNPLUS | Pflege in Weinheim Pflege ist Teamarbeit Pflegende und helfende Hände werden überall im Krankenhaus benötigt. So auch in der GRN-Klinik Weinheim, wo Menschen in der Pflege die größte Berufsgruppe darstellen. In 19 Abteilungen und von insgesamt 876 Personen sind 514 Mitarbeitende in der Pflege tätig. Den Überblick über die Kolleginnen und Kollegen und ihre Arbeit hat Sandra Riechers, Pflegedienstleitung am GRN-Standort Weinheim. Ob in der Anästhesie, in der Geriatrie, in der Notfallaufnahme oder die im Wundmanagement weitergebildete Pflegefachkräfte – alle haben eine Sache gemeinsam, wie Sandra Riechers feststellt. „Wer in dieser Branche arbeitet, muss pflegen wollen. Das heißt, die Grundvoraussetzung ist die Empathie für Menschen.“ An dieser essentiellen Bedingung hat sich nichts geändert, an der Pflegeausbildung dagegen schon. Seit über fünf Jahren gibt es nun die generalistische Ausbildung, die alle Pflegebereiche abdeckt. Die früheren Berufszweige der Alten-, Gesundheits- und Krankenpflege und die Gesundheits- und Kinderkrankenpflege sind zusammengefasst. So sind die Fachkräfte flexibler einsetzbar, Spezialisierung ist weiterhin möglich. In der Praxis ergeben sich aus den neuen Ausbildungswegen Herausforderungen und Chancen, wie Sandra Riechers bestätigt. „In der Pflege arbeiten verschiedene Generationen zusammen. Früher musste die Pflegekraft die Krankheitsgeschichte der Patientin oder des Patienten eruieren. Heute sind die Mitarbeiter eher darauf geschult, Akuthilfe zu leisten.“ Beide Arbeitsweisen seien wertvoll und könnten sich ergänzen, so die Pflegeexpertin. Glücklich ist Sandra Riechers, dass die Bewerberlage an der GRN Klinik Weinheim gut ist – Pflege ist nicht out. „Es gibt immer noch viele junge Menschen, die in die Pflege wollen.“ Dennoch schreibt der Pflegebereich Stellen aus, der Grund ist einfach: „Wir wollen keine Mindestbesetzung in der Pflege.“ Attraktiv seien auch die Rahmenbedingungen, so Riechers. Die GRN Gesundheitszentren sind als „familienbewusstes Unternehmen“ ausgezeichnet. Vereinbarkeit von Familie und Beruf steht im Fokus, was vor allem in der Pflege von Bedeutung ist, wo die Mehrheit der Arbeitnehmenden eben Frauen sind. In der GRN-Klinik Weinheim gibt es einen Springerpool von 31 Mitarbeitenden. Das ist ein flexibles Team mit speziellen Pflegekräften, die je nach Bedarf auf bestimmten Stationen oder in unterschiedlichen Bereichen eingesetzt werden können. „Die Mitarbeitenden geben uns ihren möglichen individuellen Dienstplan und so können wir bei Ausfällen sehr gut planen. Und die Mitarbeiterin kann sich sicher sein, dass sie nur zu Zeiten eingesetzt wird, in denen Medizin und Pflege – das sind die beiden Säulen der Patientenversorgung. Wie unabdingbar diese zusammenhängen, sieht man in der GRN-Klinik Weinheim. Wir haben uns im EndoProthetikZentrum umgeschaut. Melanie Rommeis und Alexander Buro | Foto: nl
20 | GRNPLUS | Pflege in Weinheim zum Beispiel die Betreuung der Kinder gesichert ist.“ In der GRN-Klinik Weinheim arbeiten von der Pflegefachkraft über Medizinische Fachangestellte bis zur Pflegeassistenz alle Pflegeberufe miteinander. So auch im EndoProthetikZentrum (EPZ) Weinheim. Hier kümmern sich die Pflegekräfte um die Patienten, die eine künstliche Hüfte oder ein künstliches Knie bekommen. Und die Patientenzahl wird in naher Zukunft steigen. Denn im Rahmen der Umsetzung des Medizinkonzeptes GRN4Future wird sich der Standort Weinheim schwerpunktmäßig auf die elektive Orthopädie, also auf Endoprothetik inklusive Revisionen, konzentrieren. Daneben sind noch die Stationen der Unfallchirurgie und der Alterstraumatologie im Fachbereich zusammengefasst. Operiert und behandelt werden hier unter anderem geriatrische Menschen, die nach einem Sturz eine längere Rekonvaleszenz benötigen. Was das für die Pflegekräfte bedeutet, weiß niemand besser als Alexander Buro und Melanie Rommeis. Er ist Stationsleiter der Unfallchirurgie, Orthopädie und Alterstraumatologie, Melanie Rommeis ist die Stellvertreterin. Beide arbeiten seit Jahren in und für die Pflege, haben schon verschiedene Abteilungen und Fachgebiete kennengelernt. „Hier auf den Stationen geht es vor allem darum, den Menschen ihre Lebensqualität durch Mobilisation wieder zurückzugeben.“ So wie der älteren Dame, die von den beiden Pflegekräften Ana Vanessa Terraza Navarro und Mohammad Alali unterstützt wird, den Weg vom Bett zum Tisch zurückzulegen. Mit Erfolg – so kann die Dame in den nächsten Tagen ihren 100. Geburtstag feiern. Unfall-Patienten und Patientinnen und Patienten des zertifizierten EPZ, die sich die GRN-Klinik Weinheim ausgesucht haben, müssen schnell wieder rehabilitiert werden. „Die Patienten kommen mit Erwartungen und mit Zielen. Sie haben Vertrauen in uns und dieses Vertrauen müssen wir auf dem hohen Niveau bestätigen. Sie möchten Schmerzfreiheit, Erleichterung imAlltag“, so Buro, der seit über zwölf Jahren Erfahrung in der Unfallchirurgie und seit 2019 die Stationsleitung innehat. „Die Operierten sehen, wie schnell Fortschritte erzielt werden. Und diese Zufriedenheit geben sie an uns Mitarbeitende weiter.“ Sandra Riechers | Foto: GRN „Die Arbeit ist absolut kurzweilig aber auch schnelllebig“, fügt Melanie Rommeis hinzu, die ihre Ausbildung in der Kardiologie absolvierte und jahrelang Stationsleiterin war. „Im Bereich der Orthopädie sieht man sofort Erfolgserlebnisse bei den Patienten.“ Rommeis nennt es „das schnellere Bergauf“ im Vergleich zu anderen Stationen. Als Pflegefachkraft ist in diesem Bereich aber auch Selbstständigkeit gefragt, da die Operateure oft im OP stehen. Anatomische Kenntnisse; Erfahrungen, in welchem Grad sich zum Beispiel das operierte Knie kurz nach dem Eingriff beugen sollte, sind Pflicht. Dazu kommen Weiterbildungen im Wundmanagement und in der Geriatrie. Ein weites Feld, das von fähigen Pflegekräften bespielt werden muss. Regelmäßige Audits überprüfen die Kompetenz und die Qualität des EPZ mit Ärzte- und Pflegeteam. Der Stationsleiter und seine Stellvertreterin schwärmen vom Team, wissen um ihre Verantwortung. „Wir als Führungskräfte müssen Vorbilder sein“, sagen Alexander Buro und Melanie Rommeis. „Wir müssen uns gegenseitig anerkennen und transparent miteinander sprechen“, so das Erfolgsrezept der beiden im Umgang mit den Mitarbeitenden. Auf den Stationen Unfallchirurgie/Orthopädie und der Alterstraumatologischen Station C3/C4 sind derzeit 31 Personen beschäftigt. „Die Personallage ist stabil“, freuen sich die Verantwortlichen des Pflegebereichs. Stolz ist Alexander Buro vor allem darauf, dass sich Menschen aus zwölf Nationen zusammen um die Patientinnen und Patienten kümmern. „Das Team ist im Wandel“, bestätigt Melanie Rommeis. Verschiedene Kulturen und verschiedene Ana Vanessa Terraza Navarro und Mohammad Alali helfen bei der täglichen Mobilisierung der Patientin. | Foto: nl
21 | GRNPLUS | Pflege in Weinheim Es gibt viele Mythen und Klischees rund um die Themen Fitness und Gesundheit. So heißt es, Rehasport und Prävention seien etwas „für alte Menschen”. Ein Mythos! Das zeigt auch Pfitzenmeier. Die Unternehmensgruppe bietet in der Rhein-Neckar-Region Wellness, Fitness und Gesundheit auf höchstem Niveau an. Dazu zählen auch Präventionskurse und Rehasport. Prävention beginnt in jungen Jahren „Prävention“ bedeutet „Vorbeugung”. Das ist Ziel der Präventionskurse von Pfitzenmeier: Sie sollen Schmerzen und Verletzungen zuvorkommen und verhindern. Die zertifizierten Trainer*innen leiten zum Beispiel im „Präventionskurs Gesunder Rücken” die Teilnehmer*innen an. Auch „Präventives Kraftausdauerzirkeltraining” und „Präventives Rücken- und Gelenktraining” (Pfitzenmeier Premium Resort Karlsruhe) werden angeboten. Klar, Prävention spricht nicht nur ältere Menschen an. Ein Vorteil der Präventionskurse ist die Bezuschussung durch die Krankenkassen. Ein weiteres Plus: Auch diejenigen, die kein Mitglied bei Pfitzenmeier sind, kommen auf ihre Kosten. Während des 6-wöchigen Kurses darf das gesamte Angebot des Premium Clubs genutzt werden: Trainingsbereich, Sauna, der Ruheraum und vieles mehr. Schließlich sind Fitness, Wellness und Gesundheit bei Pfitzenmeier EINS. Mit Rehasport zurück in ein bewegtes Leben Rehasport – das sind Gesundheitskurse für Jedermann in jedem Alter. Rückenschmerzen, Knie-, Hüft- und Schulterprobleme, Arthrose und Osteoporose sind häufige Beschwerden, die durch gezielte Bewegung spürbar verbessert werden. Darüber hinaus hilft Rehasport in den Pfitzenmeier PremiumClubs und Resorts, einschließlich dem MediFit, die Risikofaktoren Bluthochdruck und Übergewicht für das Herz-Kreislauf-System zu reduzieren. Auch bei Diabetes, negativem Stress oder Depressionen kann Rehasport eine positive Wirkung haben. Und natürlich unterstützt das Programm nach einer Verletzung, einem Unfall oder einer OP zurück ins „bewegte” Leben zu finden. Ziel ist es, den aktuellen Schmerzen und Verletzungen langfristig und nachhaltig entgegenzuwirken. Rehasport wird vom Arzt verordnet, von allen Kostenträgern anerkannt und bewilligt. ANZEIGE PRÄVENTION UND REHASPORT – FÜR ALLE ALTERSKLASSEN Generationen müssen lernen miteinander und für den Patienten zu arbeiten. „Das klappt ganz gut“, so Buro. Die älteren Mitarbeitenden bringen Erfahrung, Ruhe und Gelassenheit mit, die jüngere Generation bringt neue Ideen mit ein, sorgt für die Work-Life-Balance und kann den Kolleginnen und Kollegen die Digitalisierung näherbringen. „Hier verbindet sich Jung und Alt“, so Rommeis. Darüber hinaus klappt das Zusammenspiel mit den anderen Berufsgruppen sehr gut. „Mit den Physiotherapeuten und den Ärzten können wir jederzeit das Gespräch suchen, was natürlich sehr wichtig ist.“ Zusammenarbeit und Austausch werden sich noch intensivieren, das Team wird größer werden. Denn am EPZ am GRN-Standort Weinheim sollen in Zukunft die meisten elektiven Eingriffe im GRN-Verbund vorgenommen werden. „Der erste Schritt steht schon bald an“, erklärt Alexander Buro. Dann zieht das EPZ vom 1. Stock ins Erdgeschoss, womit eine Kapazität von 31 Betten erreicht ist. Was folgen soll, ist die Anbindung einer weiteren Station, hinzu kämen dann nochmals 16 Betten. Und die sind nötig. Denn, so schätzen die Pflegedienst- leiterin Sandra Riechers und auch das Duo Buro/Rommeis, die Zahl der Endoprothetik-Operationen wird sich verdoppeln. Ausreichend Platz für die Patientinnen und Patienten in einer angenehmen Atmosphäre und mit garantierter Behandlungsqualität, das sind die Ansprüche. An Kompetenz und Motivation fehlt es nicht. Melanie Rommeis spricht für ihr Team, wenn sie sagt: „Es ist ein Leuchtturmprojekt und wir freuen uns wirklich alle, dass wir daran teilhaben und daran wachsen können.“ nl Sprechstunde im EPZ Weinheim Terminvereinbarung unter Telefon 06201/892601 Mehr Informationen zur Fachdisziplin: www.grn.de/medizinische- fachzentren/endoprothe- tikzentrum-weinheim Die Kontaktdaten der Ansprechpartner finden Sie auf Seite 38.
www.grn.deRkJQdWJsaXNoZXIy NDY3NDc=