Kosmetische Operationen an Brust und Bauchdecke

Dr. Lelia Bauer: Die Erwartungshaltung sollte realistisch sein


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Kosmetische Operationen an der Brust oder Bauchdecke dienen nicht unbedingt nur dazu, dem Jugendkult oder Schönheitswahn zu folgen. Oft steckt dahinter ein enormer Leidensdruck der betroffenen Patientinnen, die auch unter massiven körperlichen Einschränkungen zu leiden haben. Dieses Thema und wann die Krankenkasse die Kosten für eine Operation übernimmt, waren Gegenstand der Online-Veranstaltung am 19. Mai von Dr. Lelia Bauer, Chefärztin der Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe und Leiterin des Brustzentrums der GRN-Klinik Weinheim. Der Vortrag fand im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Was Frauen bewegt“ statt.

„Schon seit dreißig Jahren beschäftige ich mich intensiv mit kosmetischen Operationen. Damals war ich an einer Klinik tätig, deren Chefarzt sich mit innovativen Methoden auseinandersetzte und seiner Zeit immer einen Schritt voraus war“, beginnt Dr. Lelia Bauer ihren Vortrag. Seitdem hat sie ihr Wissen kontinuierlich erweitert und ist begeistert über die enorm verbesserten operativen Möglichkeiten, die sich heute bieten. Anhand anschaulicher Vorher-Nachher-Bilder gab sie Einblicke in die von ihr erfolgreich durchgeführten Operationen. Dabei zeigte sie, was die häufigsten Beweggründe für Frauen sind, sich zu einem operativen Eingriff zu entschließen und wie das Ergebnis aussehen kann.

Die Brustverkleinerung gehöre zu den Operationen, deren Kosten am häufigsten von den Krankenkassen übernommen würden. Zu den Indikationen für die sogenannte Reduktionsplastik, zählen u. a. eine stark ausgeprägte Asymmetrie oder eine sehr große Brust. Frauen mit sehr großen Brüsten „haben oft extrem starke Rückenschmerzen und es kann häufig zu Infektionen kommen“, erläuterte die Gynäkologin. Nicht selten leidet auch das Selbstbewusstsein enorm und die Kleidungsauswahl ist durch den unvorteilhaften Sitz von Fettdepots eingeschränkt. Auch Korrekturen im Rahmen von Brustkrebs, das Fehlen der Brustdrüsen, tuberöse Brustformen – die sog. Rüssel- oder Schlauchbrust -  und eine Hängebrust nach der Stillzeit oder extremem Gewichtsverlust sind weitere Indikationen für eine Kostenübernahme durch die Krankenkasse.

Bei den in Deutschland pro Jahr 65.000 durchgeführten Brustvergrößerungen, werden die Kosten von den Krankenkassen hingegen seltener übernommen. Eine Ausnahme stellt hier das Poland-Syndrom dar, das komplette Fehlen der Brust. Anders sieht es bei der Bauchdeckenplastik aus. Diese wird häufig nach extremem Gewichtsverlust durchgeführt. In diesem Fall erfolgt eine Kostenerstattung, da die Patientin dann bereits einen großen Beitrag dazu geleistet hat, dass Kosten für Folgekrankheiten aufgrund von Übergewicht vermieden werden.

Die Chirurgin gab im Laufe des Vortrags Einblicke in die verschiedenen Operationsmethoden und klärte über die eventuell auftretenden Risiken auf. Ohnehin erfolgt vor jedem Eingriff ein ausführliches Gespräch in der Brustsprechstunde, in dem auch die Unterlagen für den medizinischen Dienst der Krankenkasse erstellt werden, der letztendlich über eine Kostenübernahme entscheidet. Von immenser Bedeutung ist für  Dr. Bauer die Vermittlung einer realistischen Erwartungshaltung: „Wir können nicht jeden Wunsch erfüllen. Es gibt individuelle Körpermerkmale wie Größe der Brust oder die Hautqualität, die einen maßgeblichen Einfluss auf das spätere Ergebnis haben - und natürlich die Qualifikation des Operateurs.“

Weitere Informationen zur Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe der GRN-Klinik Weinheim unter: https://www.grn.de/weinheim/klinik/gynaekologie-und-geburtshilfe

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