GRN
Die Gesundheitszentren Rhein-Neckar

Pressemitteilung

07.08.2017

Neuer Chefarzt für Orthopädie, Unfallchirurgie und Endoprothetik an der GRN-Klinik Sinsheim

Dr. med. Marco Tinelli hat Abteilung offiziell zum 1. August 2017 übernommen

Seit Mai dieses Jahres pendelte er zwischen alter – der BG Klinik Ludwigshafen – und neuer Wirkstätte, seit dem 1. August steht er nun hundertprozentig den Patienten aus Sinsheim und Umgebung zur Verfügung. Zu diesem Stichtag hat Dr. med. Marco Tinelli offiziell als Chefarzt die Abteilung für Orthopädie, Unfallchirurgie und Endoprothetik der GRN-Klinik Sinsheim übernommen. Auf seinem Fachgebiet ist er ein Allrounder: So besitzt er jahrelange Erfahrung im gesamten unfallchirurgischen Spektrum einschließlich schwieriger Eingriffe bei Becken- und Wirbelbrüchen – in der Endoprothetik ebenso wie in der minimal-invasiven Gelenkchirurgie –, war mehrere Jahre als Notarzt für Schwerstverletzte tätig und begleitete mehr als 500 Einsätze des in Ludwigshafen stationierten Rettungshubschraubers Christoph 5. „Wir sind froh, mit Dr. Tinelli einen auf allen Gebieten seines Fachs erfahrenen Experten für diese Position gewonnen zu haben“, äußert sich Klinikleiter Martin Hildenbrand. Gerade in der Behandlung unfallverletzter Patienten, aber auch der heimatnahen Versorgung überwiegend älterer Patienten mit Gelenkprothesen habe die Abteilung einen wichtigen Stellenwert in der Region, der nun gesichert und ausgebaut werden könne.

Marco Tinelli, in London geboren und in Freiburg aufgewachsen, studierte in Magdeburg und Heidelberg Medizin. Nach dem Abschluss im Jahr 2000 blieb er der Region treu und ging bereits für sein Praktisches Jahr (PJ) an die Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie an der BG Klinik Ludwigshafen, wo er später seine komplette unfallchirurgische und orthopädische Ausbildung absolvierte. Zwar wechselte er 2003 an die Chirurgische Klinik des Evangelischen Diakonie Krankenhauses in seiner alten Heimat Freiburg, schloss dort seine Promotion und die Ausbildung zum Facharzt für Chirurgie ab; doch schon 2007 zog es ihn zur weiteren Spezialisierung zurück nach Ludwigshafen. Seit 2012 war er, inzwischen auch Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, als Oberarzt stellvertretender Leiter der Sektion Endoprothetik und Seniorhauptoperateur des Endoprothetikzentrums der Maximalversorgung. Darüber hinaus qualifizierte er sich in der Notfallmedizin. Mit seiner Frau und den beiden Kindern lebt er seit zehn Jahren in Wiesloch und sieht seiner neuen Tätigkeit mit Spannung entgegen: „Ich fühle mich der Region verbunden und freue mich daher, dass ich in direkter  Nachbarschaft eine so reizvolle Aufgabe – den Ausbau einer unfallchirurgisch-orthopädischen Abteilung – übernehmen darf.“

Neue Sprechstunde für Kindertraumatologie

Was ihn gerade an Unfallchirurgie und Orthopädie von Anfang an reizte? „Beide Fachbereiche sind sehr abwechslungsreich und bieten ein weites Spektrum an Behandlungsmöglichkeiten. Zudem sind es einfach schöne Momente für einen Arzt, wenn ein Patient mit Verletzung und Knochenbruch einige Wochen nach der Behandlung wieder Sport treiben kann oder ältere Menschen mit schmerzhaftem Gelenkverschleiß dank künstlichen Hüft- oder Kniegelenks wieder mobil und aktiv ihren Alltag gestalten können“, sagt der 45-Jährige. Weitere interessante Aspekte ergeben sich durch die enge Verzahnung zwischen Rettungsdienst, Notarzt und traumatologischer Versorgung in der Klinik. „Außerdem sehen wir als Orthopäden das gesamte Altersspektrum der Patienten, von den jüngsten bis zu den hochbetagten, und jede Altersklasse hat besondere Bedürfnisse bezüglich ihrer Behandlung“, so der Unfallchirurg und Orthopäde weiter.

Diesen Ansprüchen soll zukünftig auch das Behandlungsspektrum an der GRN-Klinik Sinsheim noch besser gerecht werden: Gemeinsam mit seinem Team – zu den Oberärzten Dr. med. Jens Fricke und Alexander Wirth stoßen Timo Nabers und ab Oktober Dr. med. Daniel Matte, die Dr. Tinelli aus Ludwigshafen begleiten – will er zum einen die Alterstraumatologie, also beispielsweise die Behandlung älterer Menschen nach einem Sturz, weiter ausbauen. „Hier in Sinsheim bestehen dank der engen Anbindung an die GRN-Klinik für Geriatrische Rehabilitation optimale Voraussetzungen für die umfassende Versorgung unfallverletzter älterer Patienten auf höchstem Niveau.“ Auf der anderen Seite des Altersspektrums sind bereits Neuerungen umgesetzt worden: So gibt es inzwischen eine spezielle Sprechstunde für unfallverletzte Kinder und Jugendliche. Auf diesem Gebiet verfügen Tinelli und sein Kollege Dr. Matte aus ihrer langjährigen Tätigkeit in der BG Klinik umfangreiche Erfahrung.

Anerkennung zum zertifizierten Endoprothetikzentrum angestrebt

Die Abteilung selbst sei gut aufgestellt, so der erfahrene Operateur. „Das vorhandene Ärzteteam ist fachlich hoch qualifiziert, die Qualitätsstandards in den Abläufen sind ebenfalls hoch und die technische Ausstattung der Klinik sehr gut. Ich bin optimistisch, dass wir gemeinsam weitere moderne Verfahren für ein breites Behandlungsspektrum etablieren können.“ So sollen im Bereich der Unfallchirurgie zukünftig auch Patienten mit schwierigeren Verletzungen wie Brüchen an Becken und Wirbelsäule direkt vor Ort versorgt werden können: „Wenn aus medizinischer Sicht nichts dagegen spricht, wollen wir den Verletzten den längeren Weg in eine größere Klinik ersparen. Gleichzeitig strebe ich in der Versorgung von Schwerst- und Maximalverletzten eine enge Kooperation mit den spezialisierten Krankenhäusern der Maximalversorgung an, wie dem Universitätsklinikum Heidelberg und der BG Klinik Ludwigshafen. So könnten die Patienten nach der Erstversorgung in einem der großen Häuser bei uns in Sinsheim heimatnah weiter betreut werden“, erläutert Tinelli.

Ein weiterer Schwerpunkt unter Leitung des neuen Chefarztes wird die minimalinvasive (arthroskopische), gelenkerhaltende Chirurgie sein. Dazu gehören auch aufwändige Band- und Knorpel-Rekonstruktionsverfahren an Schulter, Knie und Sprunggelenk, wie beispielsweise der Kreuzbandersatz oder die Transplantation von Knorpelzellen. In den kommenden Jahren soll die Abteilung zudem beim Zertifizierungsverfahren endoCert der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie e.V. (DGOOC) angemeldet werden, um – wie schon die entsprechenden Abteilungen der GRN-Kliniken Eberbach, Schwetzingen und Weinheim – den Status eines zertifizierten Endoprothetikzentrums zu erhalten. Dazu wird das Team zukünftig neben dem Gelenkersatz an Knie und Hüfte auch die Implantation von Schultergelenkprothesen anbieten. Ein wichtiges Anliegen ist Dr. Tinelli eine unkomplizierte Kommunikation mit den niedergelassenen Kollegen. Damit diese bei Bedarf schnell und ohne Umwege einen Ansprechpartner erreichen können, wurde bereits im Juli eine „Oberarzt-Hotline“ eingerichtet: Über die direkte Durchwahl ist werktags von 8 bis 18 Uhr jederzeit ein Oberarzt der Abteilung ansprechbar.

Letzte Aktualisierung 09.08.17