GRN
Die Gesundheitszentren Rhein-Neckar

Pressemitteilung

06.07.2017

„Reha vor Pflege“ gilt nach wie vor

Die GRN-Klinik für Geriatrische Rehabilitation Weinheim feierte 20-jähriges Jubiläum

Markus Kieser, Leiter der Weinheimer GRN-Kliniken, hatte am 5. Juli 2017 zu einer kleinen internen Feier in der Viernheimer Straße 27 eingeladen: Die GRN-Klinik für Geriatrische Rehabilitation Weinheim beging ihr 20-jähriges Jubiläum. Gemeinsam mit dem ehemaligen Leiter Franz Bonda, Chefarzt Dr. med. Florian von Pein, Pflegedienstleiterin Sandra Riechers sowie weiteren früheren und heutigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern blickte Kieser zurück auf die vergangenen 20 Jahre. Der Klinikleiter nutzte die Gelegenheit, sich für das Engagement aller Beteiligten in Vergangenheit und Gegenwart zu bedanken. Unter anderem komme dies darin zum Ausdruck, dass die Klinik – gemeinsam mit den Schwesterkliniken in Schwetzingen und Sinsheim – seit 2012 nach den strengen Kriterien des TÜV Süd und System QM Reha bereits zweimal erfolgreich zertifiziert wurde. Franz Bonda, der bis 2014 neben der Rehaklinik auch das GRN-Betreuungszentrum Weinheim geleitet hatte, erinnerte sich an die turbulenten Anfangszeiten: „Wir haben die geriatrische Reha de facto innerhalb von drei Monaten an den Start gebracht – noch am 30. Juni hat das gesamte Team Betten aufgestellt, die buchstäblich in letzter Minute geliefert worden waren.“ Besonders hob der ehemalige Klinikleiter die enge Zusammenarbeit zwischen allen beteiligten Berufsgruppen – Ärzte, Pflege, Physio-, Ergo- und Logotherapie bis hin zum Sozialdienst und zur Verwaltung – hervor. Chefarzt Dr. Florian von Pein formulierte das damalige wie heutige gemeinsame Ziel: „Es geht darum, die Teilhabe älterer Menschen durch den Erhalt der Mobilität Selbstständigkeit zu ermöglichen und eine altersgerechte Versorgung flächendeckend zu erreichen.“

Die GRN-Klinik für Geriatrische Rehabilitation Weinheim nahm am 1. Juli 1997 ihren Betrieb auf und ist damit die jüngste der drei GRN-Rehakliniken: Die Schwesterkliniken waren bereits 1992 (in Sinsheim) und 1995 (in Hockenheim, heute Schwetzingen) eröffnet worden. Alle drei wurden auf der Grundlage des baden-württembergischen Geriatriekonzepts von 1989 ins Leben gerufen, das unter dem Motto „Reha vor Pflege“ vorsah, im Rhein-Neckar-Kreis 100 bis 110 stationäre Betten für die geriatrische Rehabilitation einzurichten. Unter anderem wurde mit diesen Neugründungen das Prinzip der „wohnortnahen stationären Versorgung“ umgesetzt, die garantieren soll, dass die familiären und freundschaftlichen Kontakte auch in der Zeit der Reha-Maßnahmen ohne großen Aufwand gepflegt werden können.

An der guten Zusammenarbeit unter den aktuell 51 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern habe sich bis heute nichts geändert, so Chefarzt Dr. med. Florian von Pein, der als Altersmediziner nicht nur für die GRN-Kliniken für Geriatrische Rehabilitation Weinheim und Schwetzingen, sondern auch für die Akutgeriatrie der beiden GRN-Standorte verantwortlich ist: „Wir arbeiten Hand in Hand, jeder und jede bringt die jeweilige Fachkompetenz mit ein.“ Dennoch freut er sich auf die verbesserten räumlichen Möglichkeiten des Neubaus in der Röntgenstraße, wo bis 2019 mehr Platz für die verschiedenen Facetten der Altersmedizin geschaffen wird: „Mehr Therapieräume, mehr Einzelzimmer, Verzahnung mit der Akutgeriatrie, Angebot einer ambulanten Reha … damit kommen wir der Umsetzung der Ideale des Geriatriekonzepts Baden-Württemberg noch ein gutes Stück näher.“

Das Geriatriekonzept Baden-Württemberg

Angesichts der absehbaren „demographischen Entwicklung“ zeichnete sich Ende der 80-er Jahre des vergangenen Jahrhunderts ab, dass die zunehmende Anzahl älterer und alter Menschen entsprechend viele chronische oder Mehrfach-Erkrankungen („Multimorbidität“) mit sich bringen würde. Daher strebte die damalige Landesregierung eine „lückenlose, bedarfsgerechte, ganzheitliche, gemeinde- und familiennahe“ geriatrische Betreuung an (frei zitiert nach: Geriatriekonzept. Grundsätze und Zielvorstellungen, Stuttgart, 4. Auflage 1995, herausgegeben vom Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Sozialordnung Bade-Württemberg). In jedem Landkreis von Baden-Württemberg sollte ein geriatrischer Behandlungsschwerpunkt eingerichtet werden – im Rhein-Neckar-Kreis ist dieser bei den GRN-Kliniken angesiedelt.

Das Geriatriekonzept wurde 1989 erstmals veröffentlicht und in den Jahren 2001 und 2014 überarbeitet, doch das ursprüngliche Motto „Reha vor Pflege“ gilt nach wie vor. Neben der Einrichtung stationärer Rehakliniken und geriatrischer Schwerpunkte wird besonderer Wert auf die Prävention sowie die Vernetzung der haus- oder fachärztlichen Behandlung mit der Pflege sowie der Rehabilitations- und Palliativmedizin gelegt.

Die Klinik für Geriatrische Rehabilitation Weinheim

Die GRN-Klinik für Geriatrische Rehabilitation befindet sich auf dem gleichen Gelände wie das GRN-Betreuungszentrum Weinheim (Viernheimer Straße 27). Hier werden über 65-jährige Patienten nach Schlaganfall oder Frakturen, mit chronischen Erkrankungen sowie bei krankheitsbedingter verzögerter Rekonvaleszenz behandelt. Das therapeutische Ziel ist es, den Patienten die Rückkehr ins häusliche Umfeld zu ermöglichen. Die Klinik verfügt über 28 stationäre Behandlungsplätze. Der große Park, der das Gebäude umgibt, bietet ein ideales Umfeld, in dem sich die Patienten nachhaltig erholen können.

Im Jahr 2019 wird die Rehaklinik in einen Neubau in unmittelbarer Nachbarschaft der GRN-Klinik Weinheim (Röntgenstraße 1) umziehen. Dort entsteht – in Zusammenarbeit mit dem PZN Wiesloch – ein Altersmedizinisches Zentrum, das neben der GRN-Klinik für Geriatrische Rehabilitation (29 Betten und Therapieräume) eine interdisziplinäre Station mit15 Betten für die Akutgeriatrie und 14 Betten für die Alterspsychiatrie umfasst. Auch das GRN-Betreuungszentrum Weinheim wird in den Neubau ziehen, mit 120 Heimplätzen für pflegebedürftige Menschen (Demenzerkrankungen, Schwerstpflege, Kurzzeitpflege und Versorgung älterer psychisch Kranker) und 72 Plätzen in der Eingliederungshilfe für seelisch behinderte Menschen mit Verhaltensauffälligkeiten (z. B. Schizophrenie, Borderline, Sucht).

Ehemalige und aktuelle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der GRN-Klinik für Geriatrische Rehabilitation trafen sich zu einer kleinen Jubiläumsfeier – stellvertretend hier (v.l.n.r.) Claudia Stricker (Therapieleiterin), Nico Siegel (stellvertretender Pflegedienstleiter), Elisabeth Schütz (ehemalige Stationsleiterin), Dr. med. Florian von Pein (Chefarzt), Thomas Keil (Stationsleiter), Franz Bonda (ehemaliger Klinikleiter) und Markus Kieser (Klinikleiter).

Letzte Aktualisierung 27.03.17